Schloss aus Glas
Gerade schauspielerisch taugt "Schloss aus Glas" definitiv etwas, inhaltlich entpuppte sich der Film für mich als Zumutung, was sich noch dadurch verschärft, dass er auf wahren Begebenheiten basiert.
Bei "Schloss aus Glas" sieht man dabei zu, wie total verdrehte Eltern ihre 4 Kinder von einem traumatischen Erlebnis zum nächsten jagen. Prinzipiell ist so ein Thema zwar sowieso nicht nett, wenn man das dramaturgisch aber richtig anpackt, kann daraus ein ordentlicher Magenschwinger entstehen. "Schloss aus Glas" ist aber nur ein großes Ärgerniss geworden. Das liegt primär daran, dass permanent der Irrsinn, den Kinder erleben müssen, entschärft wird. So wird gerade der Vater (gespielt von Woody Harrelson) immer wieder als gar nicht so schlechter Kerl dargestellt, indem man ihm an den richtigen Stellen bedeutungsschwangere Phrasen in den Mund legt und immer wieder Scheiße zu Gold quatschen lässt. Das Ganze gipfelt in einem zuckersüß kitschigen Finale mit allerschönsten eitel Sonnenschein, welches scheinbar alles Gesehene wieder vergessen machen soll. Dabei handelt es sich bei dem Vater schlicht um einen übelsten Drecksack, welchen man hier unfassbarer Weise ein filmisches Denkmal gesetzt hat. Wenn man sich alleine die realen Aufnahmen der Familie im Abspann ansieht, lässt sich vermuten, dass die Eltern in Wahrheit noch asozialer waren als im Film dargestellt.
Mir ist unbegreiflich, dass inzwischen schon solche abgewrackten Typen in großen Kinoproduktionen glorifiziert werden. Den USA scheinen echt die Helden auszugehen. Furchtbarer Streifen, bei dem ich mich mehrfach gefragt haben, was man mir mit diesem eigentlich sagen will. Schade um die unglaublich gute Harrelson-Perfomance.
