Keine Ahnung, was das mit Hosenflattern zu tun haben soll. Wie schon im Sonic-Thread erwähnt: Ich finde es eher albern, wenn in übereilter Reaktion auf Schreihälse bestimmte Dinge getan oder gelassen werden wie das berühmte Fähnchen im Wind. Ethische Regeln sollten im Idealfall sowieso an einem Filmset herrschen, unabhängig davon, ob gerade in der Öffentlichkeit eine Modedebatte geführt wird oder nicht. Denn es ist ja so: Irgendwann interessiert die sich wieder für ganz andere Dinge. Und dann gilt das alles nicht mehr?
Schade finde ich es dann, wenn dadurch Einfluss auf kreative Entscheidungen genommen wird.
Dass sich manche Serien etwas zurückgenommen haben, mag vielleicht auch daran liegen, dass die Macher gemerkt haben, dass Tittenzeigen um der Titten willen doch etwas pubertäres Gehabe ist und nicht unbedingt für erzählerische Qualität steht.
Ja, klar. Die Macher sind plötzlich in einer Sinnkrise und wollen nicht mehr so primitiv sein?

Solange das Publikum sinnfrei Titten sehen will, wird es die auch bekommen. Stellt sich halt raus, dass es gerade etwas ungünstig ist, Titten zu zeigen. Könnte ja bei den sozialen Medien jemand mit dem Finger auf die Verantwortlichen zeigen.
Aber eigentlich will ich die Diskussion auch überhaupt nicht so harsch führen, es ging mir lediglich darum, festzustellen, dass vor nur wenigen Jahren, vielleicht vor einem halben Jahrzehnt, noch eine völlig andere Einstellung der Öffentlichkeit zu Nacktheit in (vor allem) Serien bestand. Das wurde oft sogar als Qualitätssiegel für wagemutiges, progressives Erzählen verstanden (natürlich auch nicht immer am richtigen Beispiel). Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Wind dann ziemlich gedreht, und ich finde es halt spannend zu sehen, ob sich das auch irgendwie auf zukünftiges Produzieren auswirken wird oder ob der einmal erreichte Stand beibehalten wird. Die gleiche Frage stellt sich natürlich in Sachen Gewalt: Momentan wird ein Klassiker nach dem anderen vom Index genommen (jetzt gerade ja wieder Dawn), das Gewaltlevel im Fernsehen hat zwischenzeitlich ein Niveau erreicht, gegen das die berüchtigten Videothekenreißer von damals ein schlechter Witz sind. Aber auch hier meint man einen Rückgang zu erkennen. Die siebte Staffel von "Walking Dead" (die ja selbst neue Maßstäbe in Sachen Gewalt gesetzt hat) begann mit einem neuen Höhepunkt, was Brutalität angeht, und wurde dann plötzlich ganz handzahm. Ob das jetzt passiert (falls es denn wirklich langfristig passiert), weil die Zuschauer der Brutalität langsam überdrüssig werden (wie mit der Torture-Porn-Welle der 00er Jahre geschehen) oder weil sich neuer Widerstand bei den Sittenwächtern regt, kann ich nicht sagen. Für Ersteres habe ich Verständnis, für Letzteres eher weniger. Kino ohne Ecken und Kanten ist einfach uninteressant und Sex und Gewalt gehört eben auch einfach dazu.