Out of Reach

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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Out of Reach

Beitrag von freeman » 25.09.2005, 22:06

Out of Reach

Bild

Diese Kritik wurde uns freundlicherweise von StS zur Verfügung gestellt ...

Originaltitel: Out of Reach
Herstellungsland: Polen, USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Leung Po Chi
Darsteller: Steven Seagal, Ida Nowakowska, Agnieszka Wagner, Matt Schulze u.a.

„Out of Reach“ wurde kostengünstig in Osteuropa gedreht, “direct to Video“ veröffentlicht und präsentiert den alternden und noch immer etwas übergewichtigen Steven Seagal als Ex-Geheimdienstler sowie ökologisch korrekten „Naturburschen“ … alles Tatsachen, welche die Alarmsirenen eines jeden Fans gewaltig zum heulen bringen müssten. Objektiv betrachtet ist der Film letztendlich jedoch kein Totalausfall wie etwa „Out for a Kill“ geworden – aber noch immer unterdurchschnittlich, da die Actionelemente (und jene sind es doch, die man in einem Werk dieses Hauptdarstellers sehen will) einfach viel zu rar gesät sind und man vor allem am Skript eigentlich kein gutes Haar lassen kann…

Einst bei seinen Arbeitgebern in Ungnade gefallen, hat der ehemalige Regierungsagent William Lancing (Seagal) mit seiner geheimnisvollen Vergangenheit abgeschlossen und sich für ein ruhiges Leben in unberührte Wälder zurückgezogen, wo er die Zeit hauptsächlich damit verbringt, kranke Tiere zu verarzten oder seiner Brieffreundin Irina (Ida Nowakowska), einem 13-jährigen Weisenkind in Polen, zu schreiben. Als ihn seine ehemalige Behörde jedoch eines Tages aufspürt, wird Irina fast zeitgleich zusammen mit einigen anderen Mädchen unter dem Deckmantel eines Förderprogramms von dem Unterweltler Faisal (Matt Schulze) entführt, so dass sich Lancing nach dem Überwältigen der entsandten Männer umgehend nach Osteuropa aufmacht.
Zusammen mit der einheimischen (und bildhübschen) Polizistin Kasia Lato (Agnieszka Wagner) sowie einem schweigsamen Jungen kommt er schließlich einem internationalen Mädchenhändlerring auf die Spur, welcher seine minderjährige „Ware“ über das Internet in Form von Auktionen anbietet. Doch inzwischen sind ihm auch die Geheimdienstler gefolgt und schließen sich mit Faisal zusammen, um den abtrünnigen Agenten endgültig aus dem Verkehr zu ziehen, da es zwischen ihnen noch einige „lose Enden“ auszumerzen gilt…

An der Inszenierung des aus Hongkong stammenden Regisseurs Po-Chih Leong, dessen erstes englischsprachige Werk immerhin der stimmige Vampirfilm „Immortality: the Wisdom of Crocodiles“ war, gibt es eigentlich nicht viel auszusetzen. Die Umsetzung ist absolut solide und macht, im Gegensatz zu Seagals letzten Polen-Ausflug („Out for a Kill“), guten Gebrauch der teils schönen und imposanten Architektur Warschaus – vor allem das weiße Gebäude, in welchem Faisal residiert und der Showdown stattfindet, ist ein optischer Genuss, welchen man ins rechte Bild zu rücken wusste.

Nein, das Problem von „Out of Reach“ liegt woanders: Es ist zweifellos das Drehbuch, welches aus der Feder von Trevor Miller („Into the Sun“) stammt und nie eine derartige Umsetzung hätte erfahren dürfen – als „großer TV-Roman“ (mit Abminderung des ohnehin nicht sehr hohen Härtegrades) wäre die Story um Brieffreundschaft und Menschenschmuggel mit Weisenkindern besser aufgehoben gewesen, nicht aber als Seagal-Vehikel für jene Art von Fan-Gemeinde.
Abgesehen davon, dass die Story vollkommen banal und kaum ausgereift wirkt, bietet sie nur wenige Ansätze für Spannungs- oder Actionsequenzen, wie man sie eigentlich von einem solchen Werk erwarten dürfte: Die Auseinandersetzungen kann man an einer Hand abzählen, der allgemeine Verlauf ist zäh und wartet mit etlichen Längen auf. Erst die letzten 15 Minuten erinnern den Zuschauer daran, dass man sich hier nicht einen TV-Krimi, sondern einen Film mit Action-Haudegen Seagal ansieht – und so darf sich unser Held dann noch mit Schrotflinte und Pistolen seinen Weg durch eine ausufernde Bordell-Schießerei bahnen sowie im Anschluss seinen Gegenspieler Faisal im Innenhof dessen Residenz zum Schwertkampf bitten. Das Problem ist nur, dass diese Szenen einfach zu kurz geraten sind – meist ist die Sache in wenigen Sekunden geklärt. Man mag argumentieren, dass das so realistischer sei, doch zur Entschädigung für die übrige Langeweile nützt das auch nichts. Seagals Aikido ist langsam und unspektakulär, was vielleicht an dem noch immer vorhandenen Übergewicht liegt. Den Umgang mit dem Schwert beherrscht er jedoch eindrucksvoll – gut, dass man diese Tatsache bei seinem nächsten Projekt („Into the Sun“) stärker berücksichtigte.
Über die Darsteller sollte man lieber nicht allzu viele Worte verlieren: Steven agiert auf Autopilot, sein Gegenspieler Matt Schulze (“Blade 2“/“the Transporter“/“Torque“) wirkt wie ein zweitklassiger Russell Crowe und hat zudem arg mit miesen Sätzen wie „Pain ist your friend – learn to love pain, and it will set you free“ zu kämpfen. Ida Nowakowska als Irina ist eigentlich ganz okay, alle anderen sind nicht der Rede wert.

Man erwartet von einem Streifen dieser Art ja gar keine Offenbarungen, doch das Drehbuch hätte die Beteiligten eigentlich abschrecken müssen – schon auf den ersten Blick fallen alle Elemente förmlich in sich zusammen: Man erfährt nie, warum der Geheimdienst Lancing ausschalten will, und auch Faisals Hintermänner bleiben bis auf einen kurzen Moment vollkommen im Dunkeln. Die Dialoge sind entweder schwach oder unfreiwillig komisch – mein Lieblingsbeispiel: Irina wird von einer Wache im Keller gefangen gehalten, während oben eine Party stattfindet. Eher beiläufig fragt sie ihren Bewacher "Why are you not invited to the party?", worauf der einen Wutanfall bekommt und schreit "Stop trying to get inside my head!" ... wow, osteuropäische Menschenhändler sind wohl auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Allem Anschein nach dachten die Macher zudem wohl, die Handlung würde sich nicht genügend von selbst erklären, weshalb man nun ständig irgendwelche Gedanken und Erzählungen aus dem Off zu hören bekommt – von Faisal, Irina und Lancing, nur dass Stevens Zeilen gar nicht von Herrn Seagal gesprochen werden! Wahrscheinlich war er während der Post-Production bereits am nächsten Set, weshalb man einfach einen anderen Sprecher beauftragte…

Was könnte man noch so zur Belustigung anführen? Ach ja, Irina hinterlässt Lancing immerzu versteckte Nachrichten – einmal formt sie bei der Party gar einen Code aus Appetithäppchen, welchen er natürlich recht fix entdeckt (kein Buffet scheint vor dem Mann sicher zu sein!). Am Anfang kommt Seagal in ein Postbüro – der Beamte redet ihn mit „Mr. de la Croix“ (vermutlich ein falscher Name zum Schutz seiner Identität) an, drückt ihm aber im Anschluss die deutlich an „William Lancing“ adressierten Briefe in die Hand. An anderer Stelle wird Steven auf der Polizeiwache festgehalten und neben einen PC gesetzt, welchen er gleich beim 1.Versuch mit dem richtigen Passwort knackt, wenig später hilft er einem Experten mal so nebenbei, ein zerstörtes Videoband zu rekonstruieren (in Polen lernen das die zuständigen Profis wohl nicht wirklich). Zusätzlich gibt es dann noch eine brennende Rose von Faisal (Achtung: Symbolik!), dessen Residenz beim Showdown vollkommen unbewacht ist, so dass man einfach durch die offene Tür eintreten kann – und dann noch dieses eingefrorene Schlussbild (man muss es sehen, um es zu glauben)!!! Der Film ist eine wahre Schatztruhe der unfreiwilligen Komik…

Out of Reach ist mehr Krimi als Actionfilm oder Thriller. Da hat die solide Inszenierung kaum eine Chance gegen das vollkommen missratene Drehbuch und die schwachen darstellerischen Leistungen ... .

Die deutsche DVD kommt von Paramount bei allen Händlern eures Vertrauens, die vor megabruuuudaler FSK 18 Action nicht zurückschrecken ;-)

:liquid3:


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John_Clark fügt hinzu:

Nach einem kurzen Gastauftritt im südkoreanischen Film "Clementine", kam 2004 Steven Seagal mit einem neuen Film zurück in unsere Videotheken.

Inhalt:
William Lancing halt lange Jahre für Geheimdienste gearbeitet, ehe er den Job an den Nagel hängte, um sich als Naturbursche zu verdingen. Neue Einsichten gewinnt er durch die Brieffreundschaft mit einem Mädchen, das in einem polnischen Waisenhaus lebt. Als sich jedoch herausstellt, dass das Waisenhaus bloss als Fassade für Menschenhandel dient und Lancings Brieffreundin zusammen mit Kolleginnen meistbietend ins Ausland verkauft werden soll, eilt er ihr zu Hilfe. Erbarmungslos rechnet er mit den Drahtziehern ab.

Was sich auch hier wieder nach einer harten Rachestory anhört, wurde leider nur mittelmässig umgesetzt. Aber, ganz schlecht ist der Film nicht. Die Keusch-Filme und die beiden Foreignerteile waren viel schlechter. Ich habe "Out of Reach" nun zum dritten Mal gesehen. Und der Film hat seine Momentchen (Sorry Herr Wildberger - Momente wären vielleicht zuviel).

Als erstes mal zu unserem Mister Seagal. Er wirkte schlanker - klar, fülliger als früher, aber eindeutig schlanker als noch in "Out for a Kill" und er machte im Anzug wieder eine anständige Figur. Was man ihm aber gleich als grossen Minuspunkt wieder abziehen kann: Viele seiner Dialoge mussten mit einem anderen Sprecher nachsynchronisiert werden. Wer wie ich Filme in der Originalversion sieht, dem wirds auffallen. Grosses Minus Steven. Der andere Negativpunkt sind die Plothole's, welche Teilweise die grösse des Matterhorns haben. Beispiel: Seagals Brieffreundin legt an einem Botschaftsempfang diverse Snacks auf einem der x-Tische so zusammen, dass sich daraus ein Geheimcode ergibt, die unser gefrässiger Steven natürlich sofort entdeckt. Gut, die Stelle ist doch emotionel geladen - so lachen muss man bei einem Film mit ernsterem Thema sonst selten. Was dem Film ebenfalls noch abgeht ist quantität in Sachen Hand-to-Hand Combat und Action im allgemeinen. Hier geht lange nichts.

Zu hinterfragen ist: Warum wollten die CIA-Leute Seagal an den Kragen? Warum hatte der über 50ig Jährige William Lancing eine 14jährige Brieffreundin? (FC Thun - hier inspiration geholt?? - Sorry... :-)).

Wie aber schon angedeutet hatte der Film auch gutes. Der Film unterhält auf eine seagaluntypische Art. Richtig langweilig wurde es mir nie. Und Polen wurde sogar recht ansehnlich ins rechte Bild gerückt. Hier hat mich der Ostblock-Aspekt mal überhaupt nicht gestört.

Fazit: Hätte Seagal sich wirklich bemüht, wäre hier mehr Action drin gewesen und wären einige Plothole's ein wenig verkleinert gemacht worden/ausgemerzt worden, hätte das ein richtig guter B-Actionmovie werden können. Hätte, wäre, wenn... ist aber nicht... "Out of Reach darf man ansehen - muss man nicht - für den verregneten Sonntagnachmittag.

:liquid3:
Zuletzt geändert von freeman am 17.12.2007, 23:01, insgesamt 3-mal geändert.

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Beitrag von freeman » 08.10.2005, 21:57

Seagal: Lewis, du bist käuflich geworden und nicht viel besser als eine Hure. Und du weißt doch, was mit Huren passiert, oder?
Bad Ass: Was?
Seagal: Na sie werden einfach gefickt, is doch klar!

LOL

Also der Film hat mir ganz gut gefallen. Er ist optisch ungemein souverän inszeniert und steuert die ganze Zeit auf einen Showdown zu, der sich einfach nicht einstellen will. Dann explodiert kurz der Bildschirm und Seagal darf rocken und zack, isses vorbei. Schade, da wäre insgesamt noch mehr drin gewesen. Die Ballerei im Puff fetzt, die kurzen Prügeleinlagen lassen diverse Knoche wie Streichhölzer brechen und die Handhabe eines mittelalterlichen Schwertes durch Seagal - der es wie ein Katana nutzt - rockt, nur sind die Actioneinlagen zu spärlich über den Film verteilt und das Ende vom Oberbäddie einfach nicht konsequent genug. Die FSK 18 versteh ich schon gleich gar nicht. Dennoch, guter Film und meilenweit vom Foreignertrash entfernt. Insbesondere die Settings haben mir sehr zugesagt und da vor allem das weiße Gebäude vom Ende.

:2of5: , 5

In diesem Sinne:
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Beitrag von jack warrior » 10.08.2007, 12:23

Out Of Reach: Angefangen zu gucken, kenn ihn ja schon. Allerdings am ende kein Nerv gehabt zu ende zu Schauen. Aber ganz passabel. Im vergleich mit so manch anderen Gurken die danach kamen von ihm. Und das im Ostblock gedreht stört nicht wirklich, da die Sets gut gewählt sind.
macht :liquid4:

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Beitrag von kami » 10.08.2007, 16:57

jack warrior hat geschrieben:Out Of Reach: Angefangen zu gucken, kenn ihn ja schon. Allerdings am ende kein Nerv gehabt zu ende zu Schauen.
Hättest ja mal vorspulen können, denn der Puffshootout ist schon ziemlich klasse.

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Beitrag von jack warrior » 10.08.2007, 17:16

i weis den hab ich doch gesehen. ich rede vom 2ten angucken und zwar im krankenhaus... da hat man dann auch net immer den nerv sich den film ganz reinzugeben.

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Beitrag von John_Clark » 17.12.2007, 01:00

Umgetopft

Grüße:
freeman

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Beitrag von kami » 17.12.2007, 10:06

Sprachdoubles, Actionarmut und Plotgekröse stehen gegen eine souveräne Inszenierung und zumindest qualitativ ordentliche Action. Kann man sich durchaus anschauen und wirkt gerade auch gegenüber Käse wie ATTACK FORCE fast wie Gold.

Knappe 5/10 Punkte sind drin.

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Beitrag von Ed Hunter » 17.12.2007, 17:14

Von mir kriegt "Out of Reach" knappe :liquid4:

Über Bodensatz wie "Ticker" und den "Foreigner"-Filmen; lahmen Ostblocklocations und abgesehen vom Puffshootout eher müder Action geschuldet allerdings wahrlich kein Überflieger.
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Beitrag von McClane » 18.12.2007, 09:31

kami hat geschrieben:Sprachdoubles, Actionarmut und Plotgekröse stehen gegen eine souveräne Inszenierung und zumindest qualitativ ordentliche Action. Kann man sich durchaus anschauen und wirkt gerade auch gegenüber Käse wie ATTACK FORCE fast wie Gold.

Knappe 5/10 Punkte sind drin.
Würde ich fast haargenau unterschreiben, aber da Hälfte eins ziemlich lau ist, würde ich auch nur :liquid4: vergeben.
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Beitrag von kami » 18.12.2007, 14:49

McClane hat geschrieben:
kami hat geschrieben:Sprachdoubles, Actionarmut und Plotgekröse stehen gegen eine souveräne Inszenierung und zumindest qualitativ ordentliche Action. Kann man sich durchaus anschauen und wirkt gerade auch gegenüber Käse wie ATTACK FORCE fast wie Gold.

Knappe 5/10 Punkte sind drin.
Würde ich fast haargenau unterschreiben, aber da Hälfte eins ziemlich lau ist, würde ich auch nur :liquid4: vergeben.
Damit kann ich mich anfreunden :D

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Beitrag von MasonStorm » 22.03.2011, 09:40

Ich hab den Film als sehr durchschnittlich empfunden. Der wirklich schönen Inzenierung inclusive attraktiver Schauplätze steht ein nicht zu übersehender Actionmangel gegenüber. Zum Glück ist der Film mit 80 Minuten nicht sehr lang geraten, so das eigentlich keine großen Längen auftreten. Die Story ist auch nicht das Gelbe vom Ei, im Gegensatz zu Filmen wie Attack Force und Flight of Fury kann man sie aber zumindest ansatzweise ernst nehmen. Besser als die genannten Filme ist Out of Reach auf jeden Fall. Mit mehr Action wäre hier deutlich mehr drin gewesen, zumal die vorhandene durchaus überzeugt.

Knappe :liquid5:

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