6 Underground

Der Action Film der 80er, der 90er und heute.
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6 Underground

Beitrag von McClane » 21.12.2019, 11:30

6 Underground

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Originaltitel: 6 Underground
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2019
Regie: Michael Bay
Darsteller: Ryan Reynolds, Mélanie Laurent, Manuel Garcia-Rulfo, Ben Hardy, Adria Arjona, Dave Franco, Corey Hawkins, Lior Raz, Payman Maadi, James Murray, Yuri Kolokolnikov u.a.

„6 Underground“ ist eine Netflix-Produktion, die stolze 150 Millionen Dollar kostete. Regisseur Michael Bay setzt seinen Hauptdarsteller Ryan Reynolds als coolen Helden in Szene, der seinen Tod vortäuschte und mit einem geheimen Team aus fünf weiteren, ebenfalls offiziell verstorbenen Spezialisten Jagd auf internationale Schurken und Kriegsverbrecher macht.

:liquid6:

Hier geht's zur Kritik
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Re: 6 Underground

Beitrag von McClane » 21.12.2019, 11:30

Platzhalter für ein mögliches Sequel
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Re: 6 Underground

Beitrag von McClane » 21.12.2019, 11:31

Platzhalter für einen eventuellen dritten Teil
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Re: 6 Underground

Beitrag von McClane » 21.12.2019, 11:32

Okay, filmimmanent wären es 8 Sequels, weil 9 Schurkenprofile an der Wand im Hauptquartier hängen, aber so optimistisch wollen wir mal nicht sein.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

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Re: 6 Underground

Beitrag von SFI » 21.12.2019, 16:43

Habe jetzt noch weniger Lust den zu sehen und denke, es könnte ein Abbruch werden.
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Re: 6 Underground

Beitrag von Vince » 23.12.2019, 17:32

Der künstlerische Wert kann Netflix letzten Endes natürlich egal sein. Es geht darum, die Leute wissen zu lassen, dass der neue Michael-Bay-Actionkracher exklusiv beim Streaming-Riesen erscheint. Ein beachtlicher Prestige-Gewinn steht damit zur Ausschreibung. Ob die Produzenten dennoch mit leichter Wehmut dem Konfetti aus investierten Geldscheinen hinterherschauen, das der Spielzeug-Rowdy auf dem Regiestuhl gerade mit einem einzigen Schuss aus der Kanone in den Himmel gepulvert hat?

Allzu lange lässt Bay die Katze jedenfalls nicht im Sack. Getreu dem Motto „Wer bremst, verliert“ legt er los mit einer viertelstündigen Autoverfolgungsjagd, die ohne jeden Zweifel dazu konzipiert wurde, neue Maßstäbe zu setzen. Mit den Marktplätzen von Florenz wurde den quietschenden Reifen nicht umsonst ein besonders enges Korsett angelegt; die Kollisionsberechnung liegt schließlich irgendwo zwischen „Haaresbreite“ und „Totalschaden“, damit das Publikum reichlich zu feiern hat. Wenn es hart auf hart kommt, verwandelt sich die Ultrahochgeschwindigkeits-Revue sogar in eine Art Splatter-Comedy. Haarsträubende Freak Accidents werden dann onscreen mit dummen Sprüchen garniert. Man kennt das bereits in abgemilderter Dosis aus dem zweiten „Bad Boys“ (jener Zeit also, als Bay noch nicht die Kindergärten dieser Welt als potenzielles Publikum ausgemacht hatte)... geschmackvoller ist die Kombination seitdem allerdings nicht geworden. Wer argumentiert, dass Bay zumindest die Konsequenzen unsachgemäßen Handelns im Straßenverkehr zeigt, der übersieht die diebische Freude, mit der er das tut. Und die ist aufgrund des Kontextes unangenehm anzusehen; da würden selbst glühende Verehrer der „Final Destination“-Reihe wohl mitgehen.

Nebenbei wird in diesem Gewühl aus Zeitlupen, Schnitte-Stakkatos, Freeze Frames und Close-Ups von dummen Visagen noch der Hauptdarsteller eingeführt, der Bays niemals endende Sandkasten-Anarchie sogleich für das eigene Image instrumentalisiert. Ryan Reynolds „Eins“ ist eine Knallcharge, die einem Deadpool ebenso gut als zweiter Kopf aus dem Hintern wachsen könnte, um die Aussicht seines Trägers aus der Vertikale zu kommentieren. Insofern passt er hervorragend zu Bays Stil, denn wenigstens kommt der Blödsinn bei Reynolds tief aus der Lunge, wodurch er innerhalb des Bay-Universums mit all seinen schicken Sonnenuntergängen, Sonnenbrillen und stylishen Dresses eine gewisse Authentizität verströmt. Dass Reynolds' Komparsen austauschbare Ziffern sind, wird sogar zum Konzept umgedeutet; wann immer der Träger einer Zahl erlischt, schlüpft einfach der nächste in die Rolle.

Kaum ist die initiale Autojagd beendet (irgendwann endet eben alles mal... an einem Trägerbalken), verstreut sich die Crew in alle Winde, doch die Hektik bleibt fortbestehen. Selbst in verhältnismäßig ruhigen Besprechungssequenzen wird man mit unruhigen Schwenks und unnötigen Ablenkungen fürs Auge gegängelt. Möchte man das positiv deuten, könnte man sagen: Kaum ein Regisseur trotzt den Zeichen der Zeit so sehr wie Michael Bay, denn was er heute dreht, unterscheidet sich in der Herangehensweise nicht allzu sehr von seinen Arbeiten aus den 90er Jahren. Verliert man sich jedoch darin, das Chaos bei der Ausbreitung zu betrachten, erwacht man möglicherweise gebadet in Langeweile. Genau das passiert im unheimlich zähen Mittelteil, wenn die Dialoge mal wieder von „Guten“ und „Bösen“ berichten und zwischen dem Leben des Einzelnen und dem Erledigen des Jobs abgewogen wird.

Eine zweite große Actionsequenz bewahrt davor, dass man schließlich selig wegdämmert – wohlgemerkt nicht wegen einer außergewöhnlichen Choreografie, sondern rein wegen ihrer konzeptionellen Besonderheit, die einen gigantischen Magneten umfasst und eine Menge Spaß mit herumfliegenden Metallteilen. Reynolds wird wohl ein gewisses Sümmchen gekostet haben; wie kaum anders zu erwarten, wurden die Millionen aber wohl hauptsächlich in Partikel investiert, mit denen das Konfetti schön breit streut. Man könnte also sagen, die Investition ist auf der Leinwand zu sehen, zumindest so lange man die Slow-Motion-Taste betätigt.

„6 Underground“ setzt sich nach gut zwei Stunden zu einem großen, lauten Action-Debakel zusammen, das in seinen spektakulären Achterbahnmomenten zu gleichen Teilen Spaß macht und anwidert, um dazwischen fast durchweg zu langweilen. Von den zaghaften Ambitionen aus „13 Hours“, „Pain & Gain“ oder „The Island“ ist hier nichts zu spüren; Bay krallt sich das „stupid money“, um einfach mal einen drauf zu machen. Netflix bezahlt die Rechnung und darf sich dafür feiern lassen, der Zuschauer hat den Kater. So gesehen bekommt jeder, was er verdient.
:liquid4:

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Re: 6 Underground

Beitrag von McClane » 23.12.2019, 18:07

Vince hat geschrieben:
23.12.2019, 17:32
Haarsträubende Freak Accidents werden dann onscreen mit dummen Sprüchen garniert. Man kennt das bereits in abgemilderter Dosis aus dem zweiten „Bad Boys“ (jener Zeit also, als Bay noch nicht die Kindergärten dieser Welt als potenzielles Publikum ausgemacht hatte)... geschmackvoller ist die Kombination seitdem allerdings nicht geworden. Wer argumentiert, dass Bay zumindest die Konsequenzen unsachgemäßen Handelns im Straßenverkehr zeigt, der übersieht die diebische Freude, mit der er das tut.
Ich fühle mich mal angesprochen, weil ich ja so argumentiere. Er hält da weniger voyeuristisch drauf als in der erwähnten "Sabotage"-Matsch-Szene. Und bei den "Deadpool"-Filmen (deren Autoren hier am Ticker saßen) gab es derartige Szenen zur Genüge, der Vorwurf der Geschmacklosigkeit war da aber selten bis nie zu hören. Hab manchmal das Gefühl, dass der Name Bay allein schon irgendwelche Vorwürfe generiert, die anderswo nicht erhoben werden.
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Re: 6 Underground

Beitrag von SFI » 24.12.2019, 06:35

6 Underground

Six Underground wirkt wie ein Zwitterprodukt aus Michael Bay Parodie und Kopie. Die Farbfilter bilden den kompletten RAL-Farbkatalog ab und blenden dem Zuschauer ungeniert als Linsen-Lichtschein in die Visage, freilich im hochgänzenden Plastiklook. Diverse bayische Bildzitate (Sonnenuntergang, Helicopter, SUV Kolonnen) wirken affektiert und würde man die Autos bei der Autoverfolgungsjagd durch Autobots ersetzen, dann könnten die Szenen aus Transformers entnommen sein. Generell erinnert der Streifen in vielen Punkten eher an jene Franchise als an Bays klassische Actionfilme. Das Figurenkarussell bleibt beispielsweise genauso flach wie eine Flunder, Reynolds kopiert abermals seine Deadpool Schnauze und generell ist der Ton des Films eher infantil. Dabei können die Actionsequenzen durchaus überzeugen und dürfen im Finale sogar als innovativ bezeichnet werden. Aufkeimende Gefahr für die Protagonisten, die sich durch Spannung auf den Zuschauer überträgt, bleibt dabei allerdings genauso ein Fremdwort wie Raumübersicht. Von einem erdigeren Look, einem ernsteren Ton, charismaterischen Charakteren (wie in vielen ältere Bay Werken) und einem klassischen Score, hätte der Streifen bei der durchaus interessanten Prämisse sicher profitiert.

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Re: 6 Underground

Beitrag von Vince » 24.12.2019, 07:16

McClane hat geschrieben:
23.12.2019, 18:07
Ich fühle mich mal angesprochen, weil ich ja so argumentiere. Er hält da weniger voyeuristisch drauf als in der erwähnten "Sabotage"-Matsch-Szene. Und bei den "Deadpool"-Filmen (deren Autoren hier am Ticker saßen) gab es derartige Szenen zur Genüge, der Vorwurf der Geschmacklosigkeit war da aber selten bis nie zu hören. Hab manchmal das Gefühl, dass der Name Bay allein schon irgendwelche Vorwürfe generiert, die anderswo nicht erhoben werden.
Ich hatte deine Kritik noch gar nicht gelesen (versuche ich immer zu meiden, bevor ich selbst eine schreibe), habe diese Argumentation aber in einigen Diskussionen woanders mitbekommen. Dass die Vorwürfe bei Bay gemacht werden, woanders aber nicht, hat schon seine Gründe. Bei Deadpool hat das schon alleine durch den Comic-Background einen ganz anderen Kontext und somit eine völlig andere Wirkung. Der Humor mag ähnliche Züge annehmen, wird aber doch ganz anders eingesetzt. Und der Einsatz ist ja gerade mein Kritikpunkt. Bay zelebriert immer so eine Art überstilisierten, komplett übersteigerten Superrealismus, der sich gewisse Kategorisierungen aus dem Comicfilm borgt (alleine schon diese extrem alberne, immer stark betonte Unterteilung in Gut und Böse) und dann damit eine Mischung abliefert, die immer so ein bisschen neben der Spur ist.
Davon abgesehen bin ich aber jetzt ohnehin auch kein glühender Verehrer des Deadpool-Humors - der hat für mich in Teil 1 halbwegs funktioniert, der zweite war mir dann auch schon wieder zu sehr drüber.

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Re: 6 Underground

Beitrag von LivingDead » 01.01.2020, 13:51

Ein knapp über zwei Stunden andauernder Trailer, bei dem man sich beständig fragt, wann es denn endlich "so richtig" los geht. Denn Michael Bays ungezügelte, von Netflix erkaufte, künstlerische Freiheit führt dazu, dass hier Actionszene an Actionszene gereiht wird, welche jeweils für sich sicherlich einen beträchtlichen Spaßfaktor mitbringt, die aber mitunter völlig aus dem Kontext entrissen zu sein scheinen. Es gibt faktisch keinen Spannungsbogen. Klassische Dialoge gibt es ebenfalls kaum. Bedeutungsschwere vorgaukelnde Kommentare aus dem Off versuchen das Getue auf dem Bildschirm irgendwie in ein heroisches Licht zu rücken - die Bildsprache - dominiert von zerfetzten Körpern, herausgerissenen Augäpfeln und dutzenden Massenkarambolagen in Hochglanzoptik - sprechen eine andere Sprache.
:liquid4:
Mit freundlichem Gruß
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