Man merkt ja schon an den Kritiken und den Kommentaren im Forum, welche beiden Filme offensichtlich die Bezugspunkte für "Unhinged" sind. Einerseits eine Art urbaner "Hitcher" ohne dessen mythische Überhöhung, andrerseits ein satirefreier "Falling Down", der den Psychopathen gar nicht sympathisch machen will. Denn in "Unhinged" sehen wir von Anfang an, zu was der bullige, namenlose Kerl fähig ist, dem Russell Crowe eine ungeheure Präsenz verleiht. Und auch hier schwingen die Echos früherer Rollen mit. Der Mann ist schmerbäuchig und etwas heruntergekommen wie Jackson Healy in "The Nice Guys", ein psychopathischer Mörder wie Sid 6.7 in "Virtuosity" und in seiner Aggression quasi die Negativvariante von Bud White aus "L.A. Confidential" - wo letzterer seine dunklen Seiten produktiv kanalisieren konnte, da ist der "Unhinged"-Killer eine zerstörerische Kraft, die kein Maß und keine Grenzen kennt. Crowe ist der ganz große Pluspunkt dieses sonst eher konventionellen Highway-Thrillers.
Es gibt noch mehr Sachen, die "Unhinged" richtig macht. Zum einen sind die (potentiellen) Opfer tatsächliche Sympathieträger, nicht irgendwelche Figuren, deren Ableben man wahlweise mit Achselzucken (Pappkameraden) oder Schadenfreude (Arschgeigen) quittiert. Manche Todesszene hier ist unangenehm, weil den Charakter eigentlich nicht sterben sehen will. Auch in seiner Brutalität ist das bisweilen sehr derbe - meiner besseren Hälfte war es teilweise zu sadistisch. Die gelegentlichen Blechschäden und Verfolgungsjagden sind ansehnlich inszeniert, das Tempo angenehm hoch bei einer knackigen Laufzeit von rund 80 Minuten. Abstriche gibt es dagegen bei manchen Logikfragen und der Übermacht des Schurken, der ja eigentlich ein Normalo sein soll, aber dann doch etwas zu gewitzt und diabolisch für einen Road-Rage-Fanatiker vorgeht. Der Showdown in einem Haus, mit der scheinbar toten und doch wieder aufstehenden Schurken ist natürlich auch pure Konvention. Etwas ambivalent ist das Ende, wenn die Heldin in einer ähnlichen Situation nicht mehr hupt. Was soll mir das sagen? Soll da Duckmäuserigkeit als Lerneffekt getarnt werden? Oder haben am Ende doch die Arschlöcher gewonnen, zumindest auf der psychologischen Ebene? Erstere Deutung wäre schon zum ziemlich zum Kotzen, letztere dagegen ein letzter Schockeffekt des Films.
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Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]