Puh, der relative Enthusiasmus angesichts von "Psycho Goreman" wollte sich bei mir jetzt nicht einstellen. Kommen wir zum Guten. Kostanski hat echt Spaß am Creature-Design und an altmodischen Latex-Gummi-Plastik-Monstern, sodass der Film meistens dann in größere Höhen schnellt, wenn es in der Hinsicht zur Sache geht. Das Highlight dürfte sicherlich das Zusammentreffen mit den ehemaligen Schergen von Psycho Goreman sein, von denen einer sogar den Guyver-Kick performt (der ja zum Signature Move von Scott Adkins wurde). Das Ganze ist phantasievoll gestaltet, der handgemachte Schmodder-Splatter kann sich sehen lassen, wobei ich den Film angesichts der ganzen Vorschusslorbeeren (und des Titels) gar nicht mal so extrem gory fand. In anderen Szenen bricht sich der Ideenreichtum auf andere Weise Bahn, etwa die Crazyball-Einlage zu knüppelnder Punkmusik.
Allerdings wird es dann deutlich weniger dolle, wenn mal niemand umgebracht wird und keine Gummimonster rumlaufen - und das passiert hier öfter, als es dem Film gut tut. Denn eine echte Handlung hat "Psycho Goreman" nicht, denn den Bierdeckelplot um Goremans Nemesis und das Fitzlchen Charakterentwicklung bei ihm und Mimi kann man fast knicken. Auch das Wordbuilding ist null konsequent, denn manchmal interessiert es anscheinend keine Sau, wenn die Kiddies mit einem Dämon an der Seite durch die Gegend ziehen oder ein Junge in ein gigantisches Gehirn verwandelt wird, an anderer Stelle rückt dagegen die Polizei an, um nach der Mutation eines Officers und der Traumatisierung eines anderen nie wieder eine Rolle zu spielen. Vergleichsweise ernste Retro-Filme wie "The Void" scheinen Kostanski auch besser zu Gesicht zu stehen, denn sein Humorverständnis und sein Comedy-Timing sind eher meh - wenn man lachen kann, dann meistens beim gewaltreichen Splatstick. Der faule, selbstbezogene Vater ist schon mal reichlich unlustig. Mimi als Hauptfigur ist in ihrem Egoismus bemerkenswert unsympathisch, das muss man sich erstmal trauen. Vielleicht ist es auch eine erfrischend ehrliche Darstellung eines bockigen Kindes - allerdings auch eine, die einem irgendwann gewaltig auf den Zeiger geht.
So darf man bei "Psycho Goreman" dann in seeliger Erinnerung an die "Guyver"-Filme und Tromas Peak-Phase schwelgen, sich am Creature Design und den (bewusst billig-künstlichen) Effekten freuen, aber so eine richtig gute erzählerische Form findet Kostanski für sein Potpourri an Ideen nicht, sodass sich Splatter-Amüsement und Phasen der Langeweile schon mal abwechseln.

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