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Moderator: gelini71




Ich kann keinen Beleg dafür finden, dass ABT3 auf dem gleichen Ursprungsskript wie BITH basieren würde. Vermutlich ist es einfach nur die gleiche Grundidee, nämliche einen Heroic Bloodshed-Film im Vietnam während des Krieges anzusiedeln. Ich finde im übrigen ABT3 tonal deutlich konsistenter und auch fokussierter erzählt als BITH, der einfach nie weiß, ob er jetzt Bloodshed-Film, Deer Hunter oder doch lieber Missing In Action sein möchte, zudem Jackie Cheung ungehemmt rumkaspern lässt und dann noch mit diesem dämlichen Autoduell gegen Ende die eher elegischen Töne zuvor plattmacht. Ich mag den Film trotzdem sehr gerne, finde ihn aber gerade nicht das positive Gegenbeispiel zu ABT3. Das einzige, was man ihm ganz klar attestieren kann, ist der deutlich höhere Blutpegel im Vergleich zum Tsui Hark-Film.Sir Jay hat geschrieben: ↑31.05.2021, 09:04Und wenn ich überlege, dass ABT3 aus demselben Ursprungsskript entstanden ist wie Bullet in the Head muss ich halt sagen, hat John Woo aus der Vietnam Thematik deutlich mehr herausgezogen, als Tsui Hark, der mit seiner Geschichte imo recht unfokussiert umgegangen ist und imo auch keinen Punkt gefunden aus dem Ich bei Teil 3 ein Fazit ziehen könnte - bei BitH ist das völlig anders...

Gut, habe da etwas durcheinander gebracht. Kann strenggenommen auch sein, dass am Ende für den finalen ABT3 dann doch noch ein völlig eigenes Drehbuch geschrieben wurde, aber zumindest kann man erkennen, dass beide Filme ursprünglich aus einer Filmidee entstanden sind.The film was directed by Tsui Hark, the producer behind the first two films in the series. John Woo wrote a screenplay for a third installment, but he never got to direct it due to having had artistic differences with Tsui during the filming of the second film. Instead, the original screenplay later became Bullet in the Head. The two films have many parallels, most notably, both being set in the Vietnam War.

Tatsächlich sehe ich das genau andersrum. Tsui Hark versteckt in den meisten seiner Filme (mal von so richtigen Kloppern wie The Master oder den beiden van Dammes abgesehen) zahllose Anspielungen, Querverweise und Symbolik. Meist wird zeitgenössische Realität in einem historischen oder fiktiven Kontext wiedergespiegelt, schöne Beispiele dafür sind Sachen wie die Chinese Ghost Story-Filme, Swordsman 2 oder Wicked City. ABT3 war für ihn allerdings eher eine persönliche Geschichte, immerhin wurde Tsui Hark in Saigon geboren, und anders als Bullet In The Head wurde ABT3 auch großteil direkt in Vietnam gedreht. Den Symbolismus John Woos hingegen sehe ich zwar als wirkungsvoll, aber auch relativ plump. Das immerwährende Motiv Männerfreundschaft, absurd überhöht und fernab jedes Realitätsbezuges, vermengt mit den ständig wiederkehrenden christlichen Symbolik würde ich jetzt nicht gerade als subtil oder feinsinnig bezeichnen, da wird Pathos mit der ganz großen Kelle ausgeteilt. Gefällt mir meist auch, keine Frage, ich würde die transportierten Bedeutungsebenen allerdings nicht überbewerten. Prinzipiell ist Woo schon eher ein Bauchregisseur als ein Kopfregisseur, als welchen ich wiederum Tsui Hark durchaus bezeichnen würde.Nachtwaechter hat geschrieben: ↑01.06.2021, 12:08Worauf ich aber nochmal eingehen will ist meine Aussage bezüglich "Skalpel" und Holzhammer.
Vollkommen subjektiv hab ich mit Tsui Hark überbordenden vor kreativität berstenden Inszenierunsgsstil durchaus meine Probleme. Die Bebilderung läuft den Ideen immer etwas hinterher, die tonalen Sprünge sind mir als "Westler" manchmal zu gravierend. Das soll keine Pauschalaussage sein, schließlich hab ich noch gehörige Hark-Lücken bzw. liegen manche sichtungen auch schon sehr lange zurück. Ich schätze ihn für seine Vielfältigkeit, "Time and Tide" und "OUATIC" sind ganz große Lieblinge von mir, aber das Woo sich nächer an Peckinpah und Melville anlehnt und dies mit den Tugenden der Spät-80er-China-Kinos wie ich sie wahrnehme kreuzt, wirkt es auf mich viel filigraner, spricht mich mehr an. Hark ist da deutlich grobschlächtiger, will aber nicht ausschleßen das da mehr drinsteckt, wie man vielleicht auf den ersten Blick sieht.

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