Rosemary’s Baby
DVD / Regie: Roman Polanski
(Shocktober 22-16) Die Aspekte des Satanismus spielen in «Rosemary’s Baby» eigentlich eine untergeordnete Rolle, zeigt Roman Polanski mit diesem Film die Auswirkungen von Gaslighting und toxischer Männlichkeit gegenüber Frauen auf. Hatte er etwa zu lange in den Spiegel geschaut?
Mia Farrow überzeugt in der Hauptrolle mit ihrer Wandlung von der lebensfreudigen zur verzweifelten Rosemary, die Schnittfolgen und stellenweise repetitiven Dialogzeilen haben eine eigene Wirkung und das Ende ist sehr passend.
Kwaidan
BD / Regie: Masaki Kobayashi
(Shocktober 22-17) Welch stimmungsvolles und ruhiges Meisterwerk, das durch eine brillante Inszenierung auf riesigen, handbemalten Sets besticht und mit dem experimentellen und andersartigen Soundtrack den vier kurzen Geistergeschichten eine betörende Wirkung verleiht.
Mit «Kwaidan» hat Regisseur Masaki Kobayashi einen wundervollen Film geschaffen, in den man wie hypnotisiert eintritt und mit jeder neuen Aufnahme und Szene noch stärker verzaubert wird.
The Shadow Of The Cat
BD / Regie: John Gilling
(Shocktober 22-18) Böse Miezekatze! Einen Mord zu beobachten und dann alle verantwortlichen Personen zu quälen. Wie hilflos alle gegenüber dem Tier sind, macht bei «The Shadow Of The Cat» viel Spass. Die Produktion von Hammer Films ist spannend, witzig und atmosphärisch.
Vieles wirkt zwar eher wie eine Theaterinszenierung, die Musik aber ist gelungen und die Cat-Vision mit Verzerrung eine nette Idee. Gier zahlt sich halt nie aus.
Pulse
BD / Regie: Paul Golding
(Shocktober 22-19) Kinder in Hauptrollen von Horrorfilmen, das ist für mich immer etwas schwierig zu geniessen. Bei «Pulse» hilft es der Erzählung nicht, auch wenn viele Elemente stimmungsvoll sind. Der Film von Paul Golding versucht kritisch die technologische Abhängigkeit der Menschen zu behandeln und legt tolle Bilder und Aufnahmen vor.
Das schleppende Tempo, die wenigen Höhepunkte der Spannung und die TV-Wirkung verhindern eine höhere Wertung – da fand ich bei «Poltergeist» einen stärkeren Zugang. Als Jugendlicher hätte mich «Pulse» im Fernseher aber bestimmt gepackt.
Inseminoid
BD / Regie: Norman J. Warren
(Shocktober 22-20) Wollte sich Norman J. Warren etwa mit einer eigenen Version von «Alien» verwirklichen? Der billige und schmutzige SF-Horror-Film «Inseminoid» legt diese Vermutung nahe, der Inhalt folgt dem gleichen Pfad. Nur ist hier alles mit viel weniger Geld und Ästhetik inszeniert.
Es gibt doofe Dialoge, sexhungrige Aliens, blutige Morde und Sets aus Styropor. Das ist Trash der unterhält und nicht langweilt, aber leider nie den Vorstellungen und Visionen der Macher entspricht.
Species II
DVD / Regie: Peter Medak
(Shocktober 22-21) Michael Madsen und Natasha Henstridge sind wieder da, um noch einmal die Welt vor notgeilen Aliens zu retten. «Species II» macht wenig anders als der erste Teil der Reihe, wirkt aber plumper und lascher als der Vorgänger. Die Dialoge sind meist lachhaft, die Aktionen der Figuren auch, der Sex ist nicht erotisch – dafür sind die Effekte stimmungsvoll gemacht.
Warum Peter Medak, der mit «The Changeling» oder «Romeo Is Bleeding» gute Filme vorgelegt hatte, diese Fortsetzung inszenierte, will sich mir aber nicht erschliessen.
Terror
BD / Regie: Norman J. Warren
(Shocktober 22-22) In «Terror» kommen die Geister der Vergangenheit zurück, um Rache auszuüben. An den Nachkommen von Hexenjäger, an Partys und während Autofahrten. Das ist von Norman J. Warren ziemlich farblos inszeniert, trotz der Beleuchtung und der Ausstattung.
Besonders die Schauspieler:innen agieren merkwürdig und die Geschichte vermochte mich nie zu packen, eine Logik ist in dieser Kette von Szenen eh nicht festzustellen. Ein Film mit Sleaze-Unterton und langatmiger Erzählweise.
A Time For Dying
BD / Regie: Budd Boetticher
Mit seinem letzten Western hat Budd Boetticher einen Film geschaffen, der sich zwischen die Stühle setzt. Zwar werden in «A Time For Dying» die Konventionen in der Geschichte um den jungen Cass gebrochen, die Geschichte allerdings will sich nicht auf eine Stimmung festlegen.
Dass der Hauptdarsteller Richard Lappeher hölzern agiert und alles ziemlich billig wirkt (die Farben, die Ausstattung), macht es nicht einfacher. Trotzdem versprüht der Film eine Faszination, weil man ihn nicht festmachen kann.
