Ralph reichts + Chaos im Netz

Filme abseits des Actiongenres mit Actionhelden (irgendwie so in der Art).
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McClane
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Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von McClane » 15.09.2025, 10:25

Ralph reichts

Bild

Originaltitel: Wreck-It Ralph
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2012
Regie: Rich Moore
Sprecher: John C. Reilly, Sarah Silverman, Jack McBrayer, Jane Lynch, Alan Tudyk, Ed O’Neill, Mindy Kaling, Dennis Haysbert, Joe Lo Truglio, Roger Craig Smith, John DiMaggio u.a.

Der Disney-Animationsfilm „Ralph reichts“ zeigt Pixar-Einflüsse und dreht sich um Videospiele. Titelfigur Wreck-It Ralph hat die Nase voll vom Schurken-Dasein im Arcade-Game „Fix-It Felix Jr.“ und will auch mal eine Medaille gewinnen. Als in anderen Games danach sucht, löst er Chaos in der Spielhalle aus.

:liquid7:

Hier geht's zur Kritik
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von McClane » 15.09.2025, 10:27

Chaos im Netz

Bild

Originaltitel: Ralph Breaks the Internet
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2018
Regie: Rich Moore, Phil Johnston
Sprecher: John C. Reilly, Sarah Silverman, Jack McBrayer, Jane Lynch, Gal Gadot, Alan Tudyk, Ed O’Neill, Taraji P. Henson, Bill Hader, Alfred Molina, Flula Borg, Ali Wong, Kristen Bell, Auli’i Cravalho, Jennifer Hale, Kate Higgins, Ming-Na Wen, Mandy Moore, Kelly Macdonald, Vin Diesel, Roger Craig Smith, John DiMaggio, Jason Mantzoukas u.a.

„Chaos im Netz“ ist das Sequel „Ralph reichts“, in dem es die Titelfigur Wreck-It Ralph und seine beste Freundin Vanellope auf der Suche nach einem dringend benötigten Ersatzteil ins Internet verschlägt. Neben Protagonisten wie John C. Reilly und Sarah Silverman gibt es auch zahlreiche Cameos in Sprechrollen, darunter auch Vin Diesel als Groot.

:liquid6:,5 bis knappe :liquid7:

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Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von McClane » 15.09.2025, 10:28

Platzhalter für einen möglichen dritten Teil
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von Vince » 15.09.2025, 13:14

Ralph reichts
Kurzkommentar vom 05.05.2013

Was konnte man sich als Videospiel-Afficionado auf den hier freuen, und was konnte man dabei enttäuscht werden. Sicher gibt es ein paar nette Verweise auf diverse Videospielklassiker, allerdings scheinen diese wirklich nur dann zu funktionieren, wenn man die betreffenden Klassiker auch wirklich kennt. Als Ralph in der Mülltonne gräbt und das "Metal Gear Solid"-Ausrufezeichen inklusive charakteristischem Warnsignal aufploppt, ist das ein netter Verweis für jene die Hideo Kojimas Videospielreihe gespielt haben - ohne diesen Hintergrund funktioniert die Szene jedoch nicht.

Das Argument ist mit dem Hinweis "von Nerds für Nerds" schnell abgeschmettert, immerhin kann man ja gut lachen, wenn man etwas findet, allerdings gibt "Ralph reicht's" diese Suche nach Videospielzitaten doch erschreckend schnell auf und versinkt in einer süß-klebrigen Welt, um dort mit Schmonz und Rührsal zu kleistern. Der Humor verliert dabei schnell seinen Pep, und das Drehbuch, das bis dahin noch darum bemüht war, die Level-Strukturen zu einer funktionierenden Lebenswelt umzubauen, versinkt im 08/15. Dazu kommt eine ziemlich miese deutsche Synchronisation. Und dennoch: Der gedanke an eine Fortsetzung wäre nicht der dümmste, gerade wegen der längst nicht ausgeschöpften Möglichkeiten.
:liquid6:

Chaos im Netz
Kurzkommentar vom 31.08.2019

Das Gesetz der Fortsetzung lautet: Expansion. Nur selten begnügt sie sich damit, die gerade Linie des Originals auf gleicher Höhe weiterzuführen. Es geht ihr darum, alles noch größer zu machen als es jemals zuvor war, und zwar in jede Himmelsrichtung hinein. Wenn Ralph also jetzt gezwungenermaßen den autonomen Spielautomaten, den er seine Heimat nennt, Richtung Internet verlässt, geschieht genau das. Ralphs Welt wird größer, komplexer und herausfordernder.

Nun könnte man ja einwerfen, dass das Konzept von "Ralph Breaks The Internet" den Grundgedanken der Reihe verwässere. Der liegt schließlich darin, hauptsächlich eine Hommage an Videospielklassiker zu sein. Dabei vermochte doch schon der erste Teil diese Rolle nur halbherzig auszufüllen. "Internet" ist nicht gerade eben ein Synonym für "Videospielsystem". Was soll Ralph, was sollen seine zuschauer also nun davon halten, wenn sich neben diversen Videospiel-Referenzen nun auch Shopping-Portale, Wissensenzyklopädien, Blogger und sonstige Online-Fundstücke in den Kanon eingliedern? Geht es dabei im engeren Sinne überhaupt noch um Videospiele?

Dabei ist das Internet ja nichts anderes als die Gegenwart und Zukunft des Videospiels, sein neues Muttermedium sozusagen, nachdem die Vernetzung längst wie ein allmächtiger Kraken um sich greift und alles an sich reißt. Die reine Gamer-Zitaterie des Vorgängers hat auch deswegen nicht funktioniert, weil Anspielungen und Insider-Gags über Einzelmomente hinaus nicht gehalten werden konnten und sich die Handlung irgendwann relativ träge den moralischen Standards um Freundschaft und Zusammenhalt ergab. Die Fortsetzung kommt nun von dem Gedanken weg, der Gamer-Kultur ein Fundament bauen zu wollen. Stattdessen wird sie als Spiegel einer Netzkultur verwendet, die sich längst über autonome Stromkreise hinweggesetzt hat. Die Annahme, zu der man im Fazit des ersten Teils gelangen konnte, ist tatsächlich wahr: Ralph hatte sein Potenzial noch längst nicht genutzt.

Die etwas unbeholfenen Versuche des Films, die Grundidee von "Toy Story" als Kickstart zu verwenden, sind bereits vergeben und vergessen, sobald Ralph und Vanellope den Stromkabel-Express Richtung Open World genommen haben. Man hat nur wenige Minuten in der detailreich zum Leben erweckten Online-Realität verbracht, da deutet sich bereits an, dass diese Fortsetzung ihr Original endlich nochmal übertreffen wird. Die Weltenbauer investieren eine enorme Mühe, die Funktionalität des Internets und ihre Auswirkungen auf die reale Welt bildhaft in Form und Bewegung zu übersetzen. Natürlich gönnt sich das Drehbuch zwischendurch auch mal Exkurse in die Emotionen der Hauptfiguren, doch angenehmerweise verkommt "Ralph Breaks the Internet" anders als sein Vorgänger nicht zu stumpfsinniger Gefühlsduselei, weil die Digitalisierung der Gesellschaft als Kernthema immer in Griffnähe bleibt - selbst dann, als sich Ralph für das Finale zu seinem eigenen Endgegner entwickelt und die übliche Megalomanie ihren Lauf nimmt.

Der Preis für diese durchaus gelungene Bestandsaufnahme gesellschaftlicher Entwicklung ist im Grunde derselbe wie im wahren Leben - man muss akzeptieren, mit Werbung vollgekleistert zu werden für Konzerne, die ohnehin bereits viel zu mächtig sind. Das führt dann zu irritierenden Paradoxa wie jenem, dass an der Skyline übergroß das "Amazon"-Logo strahlt, doch sobald man sich über den Versandhändler lustig macht, besteht plötzlich nur noch eine gewisse Ähnlichkeit zu Namen und Logo. Ähnlich zwiespältig steht auch Disney dem Umgang mit sich selbst gegenüber: Einerseits wird das Disneyland-Panorama zum Eintrittstor in eine virtuelle Wunderwelt, andererseits nimmt sich das Studio mit einer Szene rund um eine Prinzessinnen-Versammlung ganz wunderbar auf die Schippe.

So oder so, "Ralph Breaks the Internet" ist weit mehr als die traurige Geschichte über eine Handvoll Videospielfiguren, die aus ihrem kaputten Automaten in die weite Welt getrieben werden. Es ist eben auch eine Geschichte über uns, die das gleiche Schicksal ereilt hat - ob wir darüber nun glücklich sind oder nicht.
:liquid7:

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Ralph reichts

Beitrag von freeman » 16.09.2025, 15:41

Ralph reichts
Köstlicher Trickfilm mit tollen Figuren, fantasiereicher Story und zuckersüßbunter aber sehr gelungener Animation (alleine wenn da Flüssigkeiten Pixelmäßig auf dem Boden landen (also in Viereckform!) ist das einfach ein köstlicher visueller Gag). Die Anspielungen auf die Gameswelt sind Legion und durch die Bank gelungen. Die deutsche Synchro (Christian Ulmen!) gefällt ebenfalls sehr. Irgendwie ist Disney in Sachen 3D Animationsfilm viel abgedrehter und frecher als man in Zeichentrickfragen jemals war ...
:liquid8:

Chaos im Netz habe ich auch gesehen, aber leider nirgends was hinterlegt. Fand den aber ähnlich amüsant wie die eins

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von Vince » 16.09.2025, 17:18

Weiß aber nicht, ob das was mit der Animationsform zu tun hat. Ist wahrscheinlich eher dem gewandelten Zeitgeist geschuldet. Filme wie Hercules, Königreich für ein Lama oder Lilo & Stitch hatten ja auch schon solche Ansätze.

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von freeman » 17.09.2025, 15:21

Du schreibst es ja selbst: In Ansätzen. Ralph zieht da ja schon konsequenter durch. "Himmel und Huhn" find ich genauso reichlich seltsamer und eben frecher als die von dir genannten. Und der ist ja auch 3D animiert. "Zoomania" wagte auch mal mehr... und das nicht nur in Ansätzen.

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von Vince » 18.09.2025, 08:18

Himmel und Huhn hab ich nie gesehen. Finde bloß die These steil, dass das was mit der Animationsform zu tun haben soll...

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Re: Ralph reichts + Chaos im Netz

Beitrag von freeman » 18.09.2025, 17:03

Hm, na mit dem Animationsstil an sich hat das freilich gar nichts zu tun. Das ist schon so gemeint, dass Disney mit dem Aufnehmen von 3D-animierten Filmen mehr gewagt hat. Die Filme deutlich angeschrägter waren und man auch mehr rumprobierte. Was sich ja inzwischen wieder deutlich gelegt hat. Da geht man ja lieber auf Nummer sicher... siehe Eisprinzessin. Mein Kommentar zu Ralph reichts hat auch schon mehr als zehn Jahre auf dem Buckel. Vielleicht fehlt das auch als Hintergrund.

In diesem Sinne:
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