„Pretty Lethal“ liefert einem recht genau das, was man sich nach dem Ansehen des Trailers von diesem mit etwas Humor sowie einzelnen Thriller- und Horror-Elementen angereicherten Action-Streifen erwartet – nämlich einen unterhaltsamen Zeitvertreib ohne Tiefgang; Genre-Schonkost fürs Gehirn, aber durchaus was fürs Auge, sozusagen. Angesiedelt in einem „Hostel“-artigen Ostblock-Setting, wird alles nett kurzweilig eingeführt – bevor dann die erste Person ihr Leben verliert und fünf junge amerikanische Ballerinas in einer einzigen (geräumigen) Location fortan um ihr Überleben kämpfen müssen…
Die Leads machen ihre Sache jeweils prima: Angeführt von der gern gesehenen Maddie Ziegler („the Life after“, „Fitting in“ etc.) – dieses Mal in einer nice toughen Rolle – hat jedes Mädel mindestens eine Szene abbekommen, in der sie individuell herausstechen darf – wobei ihre Parts aber genauso underwritten sind wie die aller übrigen. Ihre Antagonisten bleiben indes durch die Bank weg „blass“ – mit Ausnahme von Uma Thurman (gerade gegen Ende), welche ich hier jedoch als fehlbesetzt erachte. An der Optik und Regiearbeit Vicky Jewsons hatte ich derweil nichts Ernsthaftes zu beklagen…
Die Action aus dem Hause „87North“ überzeugt – so wie es zu erwarten war – allerdings eher im Bereich der kleineren gritty Fights als beim großen durchchoreographierten Gruppen-Setpiece. Anders als bei „Ballerina“ (2025) wurden im Vorliegenden die dazugehörenden bzw. betreffenden „physischen Fähigkeiten“ der Tänzerinnen ansprechend-ergiebig markant in die Auseinandersetzungen mit eingebunden – was jene Passagen von denen anderer Flicks dieser Richtung abhebt. U.a. sind dabei eine Sache mit einem Zehnagel sowie die Schühchenspitzenklinge(n) positiv zu erwähnen…
Trotz der Materie, Blut und Gewalt nie exploitative, weist „Pretty Lethal“ eine feine Lauflänge von unter 90 Minuten auf – und man merkt, dass alle sich darüber im Klaren waren, was für eine Art Film sie da drehen. Gern hätte man das Ganze aber noch absurder anlegen dürfen – konsequenter in der Beziehung – worüber hinaus punktuelle Pacing-Schwächen zu verzeichnen sind und man auf die Eurotrash-Mucke („Rhythm is a Dancer“) gern hätte verzichten dürfen – obgleich auch das durchaus irgendwie zum Werk an sich passt. Ach, und ein richtiger (konkreterer) Showdown wäre ebenfalls wünschenswert gewesen. Alles in allem aber ein ansehbarer (oberflächlich-amüsanter) Zeitvertreib…
knappe 