
Originaltitel: Bik Huet Laam Tin; The Black Sheep Affair
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1998
Regie: Allun Lam
Darsteller: Vincent Zhao Wen Zhuo, Shu Qi, Ken Wong, Kenneth Tsang, Xin Xin Xiong, Joe Cheung Tung-Cho, Lau Shun, Jude Poyer, Chan Shek
Nicht nur die Amerikaner haben offensichtlich ein Problem damit, in den osteuropäischen Gefilden wirklich anständige B-Filme zu wuppen. Auch die Chinesen tun sich damit verdammt schwer. Freilich gibt es wie bei den Amis auch Ausnahmen von dieser Regel, die Masse ist allerdings bodenloser Trash, der jegliches Gespür für jedwede Form von passabler Unterhaltung missen lässt. Ein Beispiel für dieses Problem ist Another Meltdown, ein ziemlich mieser B-Klopper von Regisseur Allum Lam (Devil 666). Dieser fabuliert in seinem Streifen einen wirren Haufen an Handlungsmist zusammen, der den Zuschauer in seiner Absurdität niemals packen oder irgendwie für seine Charaktere interessieren kann. So schaut man absolut unbeteiligt zu, wie Hauptfigur Yem zwar eine Geiselbefreiung in einem Flugzeug zu einem guten Ende bringen kann, dies aber nur aufgrund der Opferung seines besten Kumpels und der Missachtung diverser Befehle erreicht. Also versetzt man ihn zur Strafe in die chinesische Botschaft einer ehemaligen Sowjetrepublik. Genau in dieser Republik wird ein Japaner gefangen gehalten, der sich selbst für den neuen Messias hält, das Land in einem Husarenstreich an sich reißen will und nebenbei gleich alle Chinesen ausrotten will. Worauf das hinausläuft, braucht man sicher nicht mehr zu erwähnen.
Erwähnen sollte man, dass dieses ganze Konstrukt hinten und vorne keinen Sinn macht, talentfrei und ohne jegliche Form von Inspiration runtergerasselt wird und die Darsteller allesamt ungefähr so überzeugend agieren wie Arnold Schwarzenegger als Schwangere(r) in Junior. Hier funktioniert handlungs- und figurentechnisch nichts! Alleine die Idee, ein Japaner könnte Interesse daran haben einen russischen Staat zu übernehmen, ist so enddämlich, dass es kracht. Was will der Japaner damit? Wodka für die Japaner destillieren? Billige Nutten exportieren? Was könnte ein Japaner mit einem OFFENSICHTLICH heruntergekommenen Land anfangen wollen? In diesen Wirrsinn wird dann auch noch vollkommen ungelenk ein "Wir waren so verliebt und haben uns dann aus den Augen verloren" Subplot eingefädelt, der die hinreißende Shu Qi in den Film einzubinden versucht, dabei aber gründlichst scheitert. Was soll ein Geschoss wie Shu Qi von der unsympathischen Hauptfigur des Streifens gewollt haben? Unterricht im Kicken? Das kann der Yem Darsteller, mehr auch nicht. Und das trifft auch auf die Action des Filmes zu. Diese ist abseits der Martial Arts vollkommen ungelenk und sperrig inszeniert und atmet an allen Ecken und Enden den osteuropäischen "wir sparen an Allem" Mief. Es wird zwar durchaus ausgiebig geballert, nur getroffen wird zumeist recht wenig. Auch verhalten sich die "Spezialisten" um Yem irgendwie seltsam unprofessionell, sprich, sie kreuzen die Schusslinien der Kameraden, bewegen sich ausschließlich per Purzelbaum fort

Was bleibt ist ein ziemlich großer Haufen Bockmist, der spätestens nach 30 Minuten massiv zu langweilen beginnt. Zwar können Einlagen wie das Kickboxmassaker in einer Knastdusche oder der recht gelungene Showdown die Aufmerksamkeit kurz heben, sind die Martial Arts Einlagen profund inszeniert und sieht die süße Shu Qi zum Anbeißen aus, in der Summe seiner Teile ist dieser Film aber gröbster Ostblocktrash, dem jegliches Flair anderer asiatischer Produktionen abgeht.
Die deutsche DVD von Columbia Tri Star/Sony kommt mit einer KJ uncut und hat glücklicherweise die untertitelte Originalfassung mit an Bord. Die Deutsche musste ich nach 10 Minuten ausschalten!
In diesem Sinne:
freeman








