Life - Die komplette Serie
Eigentlich dachte ich, dass ich hier mal etwas zur ersten Staffel geschrieben habe. Konnte ich aber nicht finden, daher fasse ich mal meine Erinnerungen/Eindrücke komplett zusammen, auch wenn ich in den letzten Tagen nur Staffel 2.1 und 2.2 auf DVD gesehen habe.
Charlie Crews (Damian Lewis) ist reich, sehr reich. 50 Mio. Dollar als Entschädigung für 12 unschuldige Jahre hinter Gittern, machen aber den Umständen entsprechend nicht glücklich. Die Serie beschreitet bei der Darstellung dieser Umstände wirklich neue Wege. So sorgt seine neue Liebe zu Obst, denn im Knast gab es kein frisches, für Lacher über alle 32 Episoden hinweg. Das ist nur einer von
vielen witzigen, charmanten und wirklich großartig gespielten Aspekten des Ex-Cops, der als Detective seinen Dienst wieder aufnimmt.
Ihm zur Seite steht Dani Reese (Sarah Shahi), die sich als ebenso goldene Wahl erweist. Der neureiche Cop und die hübsche, strenge Kollegin, sind ein wunderbar harmonierendes Pärchen. Ihre oft spitzen und teils tiefgründigen (man beachte auch den Zen-Buddhismus) Dialoge sind einfach ein Genuss.
Auch der sonstige Cast ist völlig überzeugend, egal ob man Adam Arkin als Ted Earley, den Anlagebetrüger, der nun über Charlies Garage wohnt, oder den anfangs schmierig und aalglatt wirkenden Donal Logue als Cpt. Tidwell, herausgreift.
Alle tragen dazu bei, dass diese Serie nicht nur als Krimi, sondern auch immer wieder als Comedy hervorragend funktioniert. Ich habe hier weit mehr zu lachen, als bei manch richtiger Comedyserie.
Natürlich ist aber auch das Krimielement überzeugend. In nahezu jeder Folge haben es die Cops mit wirklich enorm abwechslungsreichen Fällen zu tun. Sie geraten dabei mit den unterschiedlichsten sozialen Schichten in Kontakt. Da kommt es auch vor, dass es einen toten Weihnachtsmann gibt, oder Crews Neugierde für "etwas Ärger" mit der Leiche in "Eiskalt" (2.03) sorgt.
Nebenbei verfolgt Crews aber noch etwas ganz anderes: Wer trägt die Verantwortung für seinen Knastaufenthalt? Er und der Zuschauer werden dafür immer wieder mit neuen Handlungshäppchen gefüttert - mal mehr und mal weniger. Dies ist zudem mit einem Dokumentarstil angereichert, bei dem zwischendurch immer wieder die Beteiligten interviewt werden.
Hierbei überzeugen mich noch besonders die erste Staffel und die 2.1 - die 2.2 bereitet wohl vielen Bauchschmerzen. So habe ich wohl noch nie eine positive Meinung über den Abschluss der Serie gelesen. Man wird das Gefühl nie los, dass die Serie für mehr konzipiert war und der Beschluss von NBC, die Serie einzustellen, der großen Rahmenhandlung enorm geschadet hat. So hat man meist eher das Gefühl einer großen Verschwörung beizuwohnen, dagegen ist das Ende fast wie Kinderkram (wobei das unter einem gewissen Gesichtspunkt doch auch schon wieder zum Besonderen der Serie gehört). Okay, am Ende ist dennoch alles schlüssig und es ist kein unlogischer Reinfall, dennoch ist man irgendwie enttäuscht, dass es schon vorbei ist und wie es vorbei ist. Das ist einfach traurig und man hat fast Pipi in den Augen, weil es da nichts Vergleichbares gibt. Immerhin bleibt zu wünschen, dass tolle Darsteller wie Damian Lewis uns noch lange mit exzellenten Rollen erhalten bleiben.
Ich kenne die genauen Hintergründe nicht, aber ich werde hier nie das Gefühl los, dass Sarah Shahi bei der Staffel 2.2 schwanger gewesen sein könnte. Ihre Veränderung und Charlies neue Kollegin Jane lassen sich ja noch ganz dünn mit der Rahmenhandlung erklären. Aber irgendwie fällt es schon auf, dass Reese lange Zeit nicht mehr mit ihrem ganzen Körper, sondern fast immer nur der Kopf zu sehen ist. Ein kurzer Blick bei google bestätigt das jetzt aus dem Jahr 2009 8-)

aber oft eine gefühlte

:(