Filmtagebuch: freeman

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Dirty Weekend

Beitrag von freeman » 10.11.2025, 17:39

Dirty Weekend
Michael Winner versucht sich nach „Ein Mann sieht rot“ an der femininen Variante. Entsprechend schaltet eine Frau angesichts der notgeilen Männerschaft um sich herum in den „Rotsehmodus“ und killt einfach beherzt erst ihre Peiniger und dann alle, die es eh irgendwie verdient haben (könnten – nichts Genaues weiß man nicht). Das ist alles durchsetzt mit Klischees, fühlt sich alsbald stark nach Satire an (funktioniert in der Form sogar ordentlich) und entwickelt leider nie die Sprengkraft, die es haben könnte. Die Hauptdarstellerin spielt den naiven Part seltsam schlecht, dreht in der zweiten Filmhälfte aber gehörig auf. Die erste Hälfte gehört dahingehend Rufus Sewell, der in einer sehr frühen Rolle dem Männerschwein eine eindrückliche Fiesfresse verleiht. Das Geilste am Film ist der Abspann. Der ist bei den Männerrollen unterteilt in: „Wurde gekillt“ und „Ist entwischt“. :lol: Nicht entwischt ist unter anderem auch Sean Pertwee.
:liquid5:

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Mobland

Beitrag von freeman » 12.11.2025, 15:22

Mobland
„Mobland“ könnte auch „Langeweileland“ heißen. Es geht um zwei Hinterwäldler, die Geld und Pillen klauen und sich beim klischeeverseuchten Coup klischeeverseuchte Textzeilen wie „Ihr wisst wohl gar nicht WEM DIESES Geld gehört!?!?!?“ drücken lassen müssen. Alles danach folgt weiteren hinlänglich bekannten Klischees und mündet... in ein gar nicht mal so klischiertes, dafür aber eben egales Ende. John Travolta steht immer mal im Bild rum. Die restlichen Darsteller wirken hilflos. Nur Stephen Dorff zieht eine einmalige Cool-Show ab und hätte die Hauptfigur stellen sollen. Dann wäre „Langeweileland“ vielleicht reif gewesen, „Mobland“ zu heißen.
:liquid3:

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Playdate – Die Action-Dads

Beitrag von freeman » 17.11.2025, 17:20

Playdate – Die Action-Dads
Was wohl Alan Ritchson und Kevin James bewegt hat, in diesem Film mitzuwirken? Holy Moly. Ritchson hat sogar produziert. Was er wohl in „Playdate“ gesehen hat? Ich kann es nicht sagen. Ich fand die ganze Story einfach nur total abstrus, total unwitzig und schlecht konstruiert. Und der Humor... oh weh. Der zehrt 20 Minuten davon, dass Kevin James als Pädo bezeichnet wird und alle fragt, woran das liegt. Derweil hockt man auf dem Sofa und fragt sich, was daran witzig sein soll. Zumindest die Action macht so ein ganz klein wenig Laune, außer freilich sie endet wie eine Autoverfolgungsjagd mit turbo-miesen Effekten. Und irgendwann gingen mir auch die schier endlosen Metagags rund um bekannte (und deutlich bessere) Filme echt auf die Eier. Am Ende bleibt eigentlich nur eine Frage: Was habe ich mir da zum Teufel gerade angesehen? Isla Fisher stellt in den Outtakes fest, dass sie hiermit wohl am Tiefpunkt ihrer Laufbahn angekommen sei. Cast und Crew lachen darüber, der Zuschauer nicht.
:liquid2:

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Nightwatch 2

Beitrag von freeman » 18.11.2025, 15:55

Nightwatch 2
Eine total lagweilige, unsympathische und im Lauf des Filmes immer passiver werdende "Heldin" schiebt einen Thriller an, der aus sich heraus weder spannend noch unterhaltsam, stattdessen aber gruselig konstruiert und unlogisch ist und mich ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur noch anödete. Mit viel Spulen erreichte ich das egale Finish, das mir trotz fehlender Filmminuten nur bewies, wie vorhersehbar der ganz Käse war. Von der Atmosphäre und der Spannung des Originals war hier gar nichts zu spüren. Dafür mussten alle Darsteller aus dem ersten Teil komplett bescheuerte Rollen spielen. Was bleibt, ist der Beweis, dass eine Fortsetzung eine echt blöde Idee sein kann.
:liquid2:

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Bloodline Killer

Beitrag von freeman » 19.11.2025, 14:57

Bloodline Killer
Stinklangweiliger Slasher-Versuch mit öder Story, langweiligen Figuren, nervigen Dialogen, unkreativen Kills, einem egalen Killer, zerdehnter Inszenierung und gefühlt beinahe einschlafenden Stars wie Shawnee Smith oder Tyrese Gibson. Das Schlimmste: Der Mumpitz endet total offen und deutet ergo an, dass da mehr ist, wo dieses Ungemach herkommt. Bitte nicht!!!
:liquid0:

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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von freeman » 03.12.2025, 17:02

The Ugly Stepsister
Holy Moly... das war mal wirklich eine vollkommen andere Interpretation der Aschenputtelstory. Mit Fokus auf eine der Stiefschwestern, die im Duktus heutiger Schönheitswahn-Selbstoptimierungen eine wahre Tour de Force durchsteht, um hübscher und für den Märchenprinzen ansehnlicher zu erscheinen. Dabei lanciert der Film immer wieder Bilder, die sich einbrennen und einem nachhängen. Gebrochene Nasen, abgehackte Zehen, angenähte Wimpern, einfach nur übel. Krasses Highlight und so noch nie gesehen: Alle Szenen rund um einen Bandwurm. WIDERLICH. Dazu weitere Tabubrüche, etwa steife Pimmel und Totalen von Arschloch und Pussy einer Dame. Aber alles so pointiert gesetzt und inszeniert, dass man es wirklich nicht mehr abgeschüttelt bekommt. Die eigentliche Story ist derweil bekannt und bildet den Rahmen, durch den neuen Fokus kriegt die Story aber auch interessante neue Impulse. So wird Aschenputtel, durch die Augen der "hässlichen Stiefschwester" gesehen, erstaunlich arrogant und selbstgefällig. Und der Prinz zum eitlen Pfau. Wirklich interessant und in seiner Inszenierung äußerst spannend - inklusive zeitlich unpassender Musik. Dazu eine toll spielende Hauptdarstellerin, die ab einem bestimmten Zeitpunkt gefühlt gar nichts mehr sagt, während alle anderen über sie reden, wie über einen Gegenstand. Krasser Film, so trotz diverser goutierter Kritiken nicht erwartet - erst recht nicht nach dem gefühlt eher nervigen Trailer, den ich im Kino diverse Male anschauen musste - und wirklich sehr gut gefunden.
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Dreizehn Leben

Beitrag von freeman » 09.12.2025, 15:05

Dreizehn Leben
Basierend auf dem wahren Vorfall, bei dem eine thailändische Kinderfußballmannschaft von schnell steigendem Regenwasser in einer Höhle eingeschlossen wurde, erzählt Ron Howard erstaunlich frei von falscher Gefühlsduselei. Entsprechend spart er das Martyrium der Kinder weitgehend aus und bebildert stattdessen beinahe dokumentarisch den Kampf der Retter. Hierbei werden sonst so gerne bemühte Klischees wie besonders vorwärtsdrängende Helden komplett ausgespart. Wenn es hier heißt, keiner geht in die Höhle, macht das auch keiner. Und obschon sich die Rettung so eine Weile lang etwas zu weit weg anfühlt, baut der Film auch aufgrund seiner tollen Darsteller (Viggo Mortensen, Colin Farrell, Joel Edgerton) eine klasse Spannungskurve auf, die absolut genial im Finale gipfelt – wo man dann absolut hundertprozentig im Film drin ist und hofft und bangt – obwohl man ja weiß, wie es ausging.
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You're Killing Me

Beitrag von freeman » 12.12.2025, 15:48

You're Killing Me
Streberin schleicht sich mit ihrer Freundin auf Party eines Mitschülers ein, dessen Vater der Streberin vermutlich helfen könnte, auf ihr Wunschcollege zu kommen. Durch eine Verkettung sehr unglücklicher Ereignisse sieht sich die Streberin alsbald von diversen Kids verfolgt, die ihr durchaus auch ans Leben wollen. Das Ergebnis ist prinzipiell gut umgesetzt, wartet mit erstaunlichen Bildkompositionen auf und ist eigentlich ganz unterhaltsam, krankt aber an zwei gigantischen Problemherden. 1. Die deutsche Synchronisation ist – von der weiblichen Hauptfigur abgesehen – sowas von für die Tonne, der Wahnsinn. Dafür kann der Film aber freilich nichts. Trotzdem verhindert dieser Umstand das Eintauchen in den Film völlig. 2. Und hierfür kann der Film definitiv was: ALLE Figuren im Film haben mindestens einen total behämmerten Punkt, wo sie sich, damit der Film weiterhin funktionieren kann, total behämmert verhalten müssen. Ausgerechnet die Hauptfigur, die ja als Cleverchen eingeführt wird, muss sich eigentlich durchweg turbodämlich verhalten. Beide Punkte verleiden einem den Film total und lassen ihn zunehmend egaler und langweiliger erscheinen.
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House of Gucci

Beitrag von freeman » 16.12.2025, 16:52

House of Gucci
Was wollte uns Ridley Scott mit diesem Film wohl sagen? Dass Lady Gaga eine geldgeile puta madre ist? Wie weltentkoppelt reiche Menschen sind? Wie Reichtum immer gieriger macht? Oder wie Geld eine Familie zerreißt? Irgendwie alles nicht neu. Und alles irgendwie arg langweilig und mit nicht nachvollziehbaren zeitlichen Sprüngen sowie ebensolchen Storyentwicklungen aus dem Nichts in Szene gesetzt. Zumindest ist der Streifen schön bebildert und die Darsteller mühen sich redlich. Wenn man mal von Jared Leto absieht, den man besser – auch mit Blick auf den Menschen, den er verkörpert – ein wenig eingebremst hätte.
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Stromberg - Wieder alles wie immer

Beitrag von freeman » 17.12.2025, 16:10

Stromberg - Wieder alles wie immer
Der Filmtitel passt schonmal null, denn leider ist am neuen Stromberg-Film nichts wie immer. Der ist schon ganz schön unter die Woke-/PC-Räder geraten. Am besten daran zu bemerken, dass die Serie und der erste großartige Film es dem Zuschauer noch selbst überließen, das Gesehene zu bewerten. Da gründete ja auch viel des Humors darin, dass man gar nicht wusste, ob man nun gerade lachen darf, oder damit nicht doch jemandem auf die Füße tritt. Der neue Film übernimmt das nun für den Zuschauer. Lanciert elendöde Figuren, die alles bewerten und einordnen und so jeden Gag kaputttrampeln. Es gibt ein oder zwei Momente, da kann man einfach nur feiern ("Ich wünsche allen Radfahrern mit Helm, dass sie von einem Bus angefahren werden, der ihnen direkt über die Beine fährt." :lol: ), aber ansonsten macht das Gebotene niemals richtig Spaß und kommt erst recht nicht an die Serie und deren Witz heran. Auch sehr gut zu bemerken im Abspann, in dem Szenen aus der Serie präsentiert werden und genialer zünden als der Film zuvor. Schade. Denn die Darsteller sind sichtlich flott im alten Duktus drin und Herbst liefert schon eine tolle Show.
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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von SFI » 18.12.2025, 07:43

Womöglich wollte (musste) man diverse Diversitätskriterien erfüllen, um von Förderinstanzen bedacht zu werden? Wäre mal eine Recherche wert.
DER MÜNTZER

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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von StS » 18.12.2025, 08:07

SFI hat geschrieben:
18.12.2025, 07:43
Womöglich wollte (musste) man diverse Diversitätskriterien erfüllen, um von Förderinstanzen bedacht zu werden? Wäre mal eine Recherche wert.
Eventuell ist Freeman auch einfach zu... "sensibel" :lol:

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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von freeman » 18.12.2025, 20:12

:00000694 Er sollte einfach mal akzeptieren, dass die da was Neues probieren wollten. Der verblendete Fan.

In der Vorstellung sah ichs jedenfalls net als einziger so, denn gelacht wurde arg selten. Die Stille war beschämender als die Witze 😁

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das auch von außen draufgedrückt wurde. Hatte imo die Brandenburgische Filmförderung gelesen.

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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von McClane » 22.12.2025, 11:47

Tjoa, oder Arne Feldhusen und Ralf Husmann, die ja schon für alle vorigen "Stromberg"-Inkarnationen verantwortlich waren, haben sich Gedanken über eine Erzählrealität gemacht, in der Stromberg eine reale Person ist und nicht bloß Christoph Maria Herbst. Zumal das Filmende ja alle Diversity-Filmförderung-Verschwörungstheorien entgegensteht.
Spoiler
Show
Die diskrimierungs- und diversity-bewusste Redakteurin beim Sender muss gehen, auch die weibliche Trailblazer-Kollegin fällt ihr in den Rücken, während Stromberg nach allem doch wieder oben auf ist, obwohl er mal - entgegen seiner Beteuerungen - nichts gelernt hat.
Fand den jetzt auch schwächer als die Serie und den ersten Film, aber aus anderen Gründen. Das Meta-Konzept hat durchaus nette Ideen, zerfasert aber die Erzählung, zumal der erste Film ja eigentlich ein netter Abschluss war, der jetzt wieder aufgedröselt wird (etwa mit Blick auf Stromberg und Schirmchen).
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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von McClane » 24.12.2025, 12:42

Lustigerweise war ich gestern Abend noch mit einem Kumpel auf dem Weihnachtsmarkt, der eine ähnliche, nennen wir es mal freundlich Skepsis wie Pierre gegenüber zu progressiven Inhalten hegt und der war total begeistert von dem Film ("Herrlich, wie der übertriebene Wokeness aufs Korn nimmt", oder so) und fand ihn auf Augenhöhe mit der Serie und dem ersten Film.
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Hongkong Connection - On the Run

Beitrag von freeman » 29.12.2025, 16:32

Dann wart ihr beide aber schon gut mit Glühwein betankt, oder? :wink: Nach wie vor ist aber nicht der Wokeness-Wahn mein Hauptproblem, wie dargestellt geht es mir mehr darum, dass der Humor ein ganz anderer ist. Mir wird immer wieder von dem Film gesagt, jetzt darfste lachen - und jetzt nicht. Klar kann man so fiese Gags unterbringen, wenn dir dann aber bedeutet wird, "Wie kannste da lachen?", ist das einfach nicht DER ("Wieder alles wie immer") Stromberg. Der überließ mir das immer selbst. DAS ist mein Problem, neben absolut beschissenen Figuren wie dem Social Media Depp, der ja nicht ein einziges Mal richtig zerlegt wurde und wirkte, als hätte man einem 80jährigen gesagt, er solle mal einen Influencer umreißen. :lol:

Hongkong Connection - On the Run
Ein echt pessimistischer Brecher aus Hongkong, in dem ein Polizist zwischen alle Fronten gerät und nur einen Ausweg sieht, zu überleben: Er muss sich mit der Killerin seiner Ehefrau verbünden und aus dem Land fliehen. Das kommt in finsteren Bildern, die eine schön beklemmende Atmosphäre erzeugen. Der stark aufspielende Yuen Biao wird in seiner Akrobatik total beschnitten und ist eigentlich nur am Wegrennen. Seine Co-Darstellerin Pat Ha liefert ebenfalls stark ab. Dazu wenige, aber sehr harsche Gewalteinlagen, die mal richtig weh tun. Macht einen grimmigen, bösartigen und sehr spannenden Streifen, der mir bislang immer durch die Lappen gegangen ist.
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The Outsider

Beitrag von freeman » 30.12.2025, 17:04

The Outsider
Liegt seit Ewigkeiten in der Saturn Krabbelkiste. Hab ihn immer liegen lassen. Zuletzt jedoch hatte ich einen Trailer auf irgendeiner Pile-of-Shame-Scheibe und hab mir den gegeben. Das, was ich sah, sprach mich erstaunlich ordentlich an. Also dann doch mal die Scheibe für nen Euro Fuffzig über den Saturn Ladentisch gezogen. Und wirklich, die erste Hälfte ist richtig gut und hat amtlich Zug. Craig Fairbrass erfährt hier, dass seine Tochter ermordet aufgefunden worden sei. Er solle sie identifizieren. Doch die Leiche ist nicht seine Tochter. Die war eine Freundin der Toten und ist verschwunden. Freilich sucht er sie nun. Um die Hälfte herum lässt der Film dann die Hosen runter und erklärt, was hier passiert ist. Und irgendwie verliert er da den Zuschauer. Das ist alles so umständlich und dämlich erdacht. Infolgedessen guckt man Fairbrass nur noch zu, wie er die Lumpen richtet, aber der Furor ist weg. Schade. Eine Katastrophe ist die Synchro von Scott Caan. Der bringt vor lauter Ääähms und Ääähs als Boss der Lumpen keinen Satz gerade raus und wirkt wie ein Volldepp. Im Original gibts keine Ääääh-Orgien... Strange.
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Y2K

Beitrag von freeman » 05.01.2026, 15:29

Y2K
Der Film versucht darzustellen, wie die Menschheit am Millennium Bug hätte zugrunde gehen können. Das wird in eine x-beliebige Nerd-will-endlich-seine-Flamme-von-sich-überzeugen-Teenie-blubber-die-blubb-Handlung gepackt und zumindest mit halbwegs sympathischen Figuren verkauft. Die handgemachten Effekte um sich zu Robotern auftürmende Technikgegenstände sind ein weiterer großer Pluspunkt. Ein oder zwei Splattereinlagen fetzen ebenfalls. Dazu nette Mucke aus der Jahrtausendwende. Was sogar zu einem immer größer werdenden Gastauftritt von Fred Durst als er selbst führt. Zunächst als Arschloch beschimpft, darf er dann mit einer Gitarrenversion von "Faith" die Menschheit einen. :lol: Schade ist, dass Y2K nie so wirklich das Gaspedal findet. Er dreht nie ab, wird nie zu einem flotten Spektakel. Und er hat im Überlebenspart nichts mehr zu erzählen. Entsprechend wird man auch eher semi-gut unterhalten. Und so leid es mir tut, aber Rachel Zegler, die ich schon immer als minderbegabt empfand, kann ich nach ihren wirklich dummen Äußerungen rund um Schneewittchen nicht mehr ernst nehmen. Schon gar nicht als IT-Nerd-Girlie, das sich in einen anderen Nerd vergucken soll. LOL. Ne.
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Re: Y2K

Beitrag von StS » 05.01.2026, 16:23

freeman hat geschrieben:
05.01.2026, 15:29
Rachel Zegler, die ich schon immer als minderbegabt empfand, kann ich nach ihren wirklich dummen Äußerungen rund um Schneewittchen nicht mehr ernst nehmen.
So lange Du Leute wie Mel Gibson oder Marky Mark für deren teils viel übleren Aussagen mindestens genauso wenig ernst nimmst, ist das auch durchaus okay so :wink:

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Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von Vince » 05.01.2026, 17:30

Der Film ist im Grunde wirklich durch, sobald die aus dem Haus raus sind am Anfang. Danach war die Luft raus. Die Fred-Durst-Sache war für Leute wie mich natürlich aus nostalgischen Gründen ganz nett, aber Durst ist leider ein schrecklich unsicherer Schauspieler, wenn es darum geht, Selbstironie in Bezug auf seine Person walten zu lassen, ganz anders als bei seinen Bühnenauftritten... irgendwie komisch. Man merkt sofort, wie bei ihm irgendein Schalter umgelegt wird, sobald er im Finale auf der Bühne die Sau rauslassen kann.

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Stolen Girl

Beitrag von freeman » 06.01.2026, 14:56

Im Deutschen kommt leider noch eine relativ steife Synchro dazu, die ihn irgendwie noch mehr bremste.

Stolen Girl
Der Thriller soll auf einer wahren Geschichte beruhen. Demzufolge schnappte sich ein ausländischer Dad seine in Amerika gezeugte Tochter und floh ins arabische Ausland. Die Mutter will ihr Kind zurück, nur keiner schenkt ihr Gehör. Das Kind sei beim Vater und gut. Da kommt ein Mann auf sie zu, der von Berufs wegen Entführungen wie die ihre verfolgt. Die Mutter kann sich diese Hilfe nicht leisten. Da bietet ihr der Mann an, für ihn zu arbeiten und mit ihm andere Kinder zurückzuführen. Irgendwann werde sich auch auch eine Chance für sie und ihr Kind ergeben. Das Ganze zieht weite Kreise, nimmt ein paar unvermutete Wendungen und ist an sich wirklich spannend und mitreißénd erzählt, ABER die beiden Hauptdarsteller machen den Film kaputt. Scott Eastwood wirkt absolut unfähig die Emotionalität seiner Rolle glaubhaft zu transportieren. Und Kate Beckinsale hat sich ihre Mimik so kaputt botoxen lassen, dass man die gespielten Emotionen gar nicht erkennt. So kommt man nie in den Film rein und der scheitert so komplett durch. Schade.
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Bambi - The Reckoning

Beitrag von freeman » 07.01.2026, 15:43

Bambi - The Reckoning
Der Film beginnt - wie vom Poohniverse fast schon gewohnt - mal wieder mit einem Animationsabschnitt. Mit einer hartkantigen/eckigen Optik - ein wenig an Scherenschnitt erinnernd. In dem wird die Geschichte von Bambi wie bei "Winnie the Pooh: Blood and Honey" durchaus nett weitergesponnen, das Tier beselt und der Wald zum Rachegott gemacht. Das war es dann aber auch schon an "interessanten" Elementen. "Bambi" wird zum simplen Creature Feature mit absolut desolatem Figureninterieur, das einem nur auf die Eier geht und dem man alle möglichen Tode an den Hals wünscht. Obendrein schaut der Film schrecklich hässlich aus und ist richtig schlecht gespielt. Und der beselte Bambi ist einfach nur eine blindwütig tobende Kreatur, die mit ihrem Geweih Idioten zerteilt, enthauptet und aufspießt. Und das macht nicht einmal Spaß. Ist man dann nach sich endlos lang anfühlenden 81 Minuten endlich durch und hat einen beknackten Showdown durchgestanden, wird einem sogar noch ein zweiter Teil angedroht. Na danke auch. Ein Element fetzt jedoch: Die Auftritte von Klopfer sind wirklich geil.
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Freaky Tales

Beitrag von freeman » 09.01.2026, 13:16

Freaky Tales
Die Anthologie muss sich definitiv die Frage gefallen lassen, wo denn die Freaky Tales in „Freaky Tales“ geblieben sind? Grünes Licht als „Auslöser“ für Ereignisse wie ein Rap-Battle find ich persönlich jetzt alles andere als freaky. Und auch die Auflösung, die dem Begriff freaky noch am nächsten kommt, ist halt kaum mehr als ein (zumindest) ordentliches Zusammenfinden der bislang aufgemachten Storystränge. Die ganze große Aufregung bleibt so durchweg aus. Zumindest gefällt das Spiel mit den Formaten und Darstellungsformen. Ansonsten bleibt nur die Schlacht zwischen den Nazis und den Punks und der Showdown im Kopf. Der Rest läuft unter okay, ABER da war mehr drin...
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June & John

Beitrag von freeman » 14.01.2026, 16:49

June & John
Eigentlich bin ich ja Fan des Motives, das eine Frau ins Leben eines Langweilers kracht und dieses gehörig durcheinanderwirbelt. Genau das hatte Luc Besson wohl im Sinn für seinen Film. Aber leider machten da die Hauptdarsteller nicht so recht mit, die in zahlreichen Momenten doch arg überfordert wirkten und mich rein vom Typus her beide total anödeten. So kommt niemals rechter Drive auf und findet man nicht in den Plot rein. Und Luc Besson findet keinen Weg, diese Mankos auszugleichen. Scheitert sogar im Optischen durch, weil viele Bilder ekelhaft digital rüberkommen und so den letzten notwendigen Zauber aus dem Projekt ziehen.
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Memoiren einer Schnecke

Beitrag von freeman » 15.01.2026, 17:16

Memoiren einer Schnecke
Der Meister hinter dem meines Erachtens großartigen „Mary & Max“ hat erneut zugeschlagen und nicht weniger als ein kleines Meisterwerk rausgehauen. Wundervolle Figuren, tolle Betrachtungen aus dem alltäglichen Leben (Ich merkte, dass ich alt wurde, als ich die Falten meiner Strumphose glattziehen wollte und feststellen musste, dass ich gar keine Strumphosen anhatte!) mischen sich mit sehr schweren Themen wie Depressionen, Selbstmord, Tode in glücklichsten Momenten, Pyromanie und religösen Fanatismus. Nebenher wird das Swingen ebenso bedacht wie Nudisten-Bootsfahrten und der Feeder-Fetisch. Und trotzdem wird der Film nie schwermütig, nie zu ernst. Bewahrt sich eine erstaunliche Leichtigkeit und einen tollen Humor. Dazu eine klasse Animation, die erneut großen Mut für die (manchmal etwas zu) „hässlichen Seiten“ des Lebens beweist. Eigentlich sind hier nur die Schnecken und eine Meerschweinchenherde süß.
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