Älteres und neueres:
DOA - Dead or Alive

Vince hat sich nun auch mal von den Mädels vermöbeln lassen und, öhm, ich bin wohl langsam zu alt für den Scheiß.
Ja, also... das Ding war mir einfach viel zu "nett". Vor 10 Jahren hätte ich mir den Streifen wieder und wieder heimlich auf DVD (bzw. damals VHS) angeguckt, die angedeuteten Moppen genossen, den Schwenk am Arsch vorbei, der sich gerade eine knappe Badehose munden lässt... aber heute sehe ich da nur ein knallbuntes, luftleeres Pseudoevent und verspüre keinerlei Druck (Im Sinne von Überzeugungskraft, versteht sich...

)
Vor allem war das Spektakelchen aber nicht mal halb so selbstironisch wie gedacht und das ist einfach Grundvoraussetzung. Dieser neue Feminismus von Lara Croft, den Engeln & Co. ist heute abgestanden, die Sache ist erstmal wieder für ein paar Jahre gegessen und wenn ein Film heute noch mit diesem Klischee hausieren geht, muss er es aber mindestens dreimal brechen, damit es funktioniert. Das ist nicht geschehen. Abgesehen davon, dass Holly Valance immer mal so einen amüsierten Blick drauf hat, der ein bisschen an Angelina Jolie und Joey Lauren Adams erinnert, scheinen fast alle anderen Beteiligten (allen voran Frau Aoki) davon auszugehen, mit Corey Yuen Arthaus zu drehen. Nur Eric Roberts dürfte gar nix gemeint haben, der schaut dann doch den kompletten Film über mit seinem Dauerschmunzeln ziemlich extrabreit aus. Ja richtig, Herr Roberts, Sie sind mal wieder im Rampenlicht. Schööön lächeln!
Die Choreografien waren besser als gedacht (ich hatte da sehr negative Anmerkungen im Gedächtnis), das Problem sind nur eben die stocksteifen Darsteller. Sowas ist auch noch unsexy, also ist selbst diese Rechnung nicht hundertprozentig aufgegangen. Von einer "Story" muss man ohnehin nicht reden, deren Bedeutungslosigkeit versteht sich von selbst, wobei die sinnlosen Plotfetzen wirklich nicht hätten sein müssen - dann doch lieber wie bei "The Quest" oder "Mortal Kombat" einfach nur von einem Duell zum nächsten.
Fazit: Unaufregend und einfallslos, harmlos und bunt. Ein Film, den vermutlich sogar Ned Flanders seinem Rod und seinem Todd erlauben würde...
,5
Hitcher Returns

Es zeigen sich im Grunde die gleichen Symptome, die dann später auch das Remake vorwies: Die suspensehaltige, einmalige Stimmung des Originals wird zugunsten einer effekthascherischen, dynamischen Psycho-Tour de Force geopfert. Nach einer von der Konstruktion her gar nicht mal so ungeschickten Einleitung wird schon die erste Szene danach durch unnötige "Placebo-Schocks" (Verfolgerperspektive, die sich damit auflöst, dass da eigentlich nur ein Vertrauter näherkommt) künstlerisch verschandelt.
Hinzu kommt noch die Problematik, dass die Situation im Sequel viel zu unwahrscheinlich ist. Das geht soweit, dass der Überlebende aus dem ersten Teil behauptet, das sei irgendwie der gleiche Killer - er sehe halt nur anders aus.
Die nicht uninteressante Tatsache, dass ein vermeintlicher Hauptdarsteller irgendwann unerwartet stirbt und ein anderer seinen Platz einnimmt, wird durch zu hektisches und wenig durchdachtes Spiel mit der Umgebung wettgemacht. Anlehnend an die Vorgehensweise des Killers im Original wird hier eine Szene nach der anderen hergerichtet, die den Protagonisten schwer in den Verdacht zieht, selbst die Morde begangen zu haben - und das ohne jeglichen Sinn und Verstand.
Jake Busey ist psychologisch gesehen für die Rolle nicht im geringsten zu gebrauchen, er bringt allenfalls die rein physiognomischen Anlagen für einen B-Movie-Killer mit, der eben nur ein schön breites Haifischgrinsen haben muss und nicht mehr.
Insofern eine in Ansätzen bemühte, aber letztlich komplett falsch angepackte Fortsetzung, die dem Original nicht gerade schmeichelt.
Verbraten & Verkauft

Von Kevin James hätte man sich mehr erhofft...
Review hier
Black Dahlia
Typischer, stilverliebter de Palma, der seeeehr nach Hitchcock schmeckt und insofern gar nicht mal so unschön anzusehen ist. Aber über das Faible für den Film Noir vergeht die Geschichte in einem verworrenen Pulk, der schnell den Faden verliert und bis zum Ende nicht mehr die Kurve kriegt. Es gibt diese tollen Szenenarrangements wie die zentrale Szene in der Lobby bei dem Sturz das Treppenhaus hinunter, und sie wären jetzt schon Höhepunkte des modernen Films, hätte ihnen eine Story zugrunde gelegen, die meisterhaft erzählt würde. Aber das ist das ganze Problem: Bei de Palma stehen zuerst mal die Schlüsselbilder und dann erst die Geschichte. Hitchcock ist auch mal so vorgegangen und hat dennoch einen seiner besten Filme vorgelegt ("Der Unsichtbare Dritte") - von der Größe seines Vorbildes ist de Palma nach wie vor weit entfernt.
Scoop - der Knüller

Eine lockere Komödie wie aus dem Handgelenk geschüttelt. Woody Allen switcht so selbstverständlich zwischen Realität und Fiktion, dass man die Entmaterialisierung eines Journalisten wie selbstverständlich annimmt. Obwohl durch und durch mit Klischees einer romantischen Komödie durchsetzt, versteht der Altmeister es hervorragend, ein Produkt zu erschaffen, das sich von seinem Verve her mit nichts anderem vergleichen selbst als mit den Werken des Regisseurs selbst. Die keck aufspielende und weniger durch gutes Schauspiel als vielmehr durch gelungene Gestik auftrumpfende Scarlett Johansson begleitet ihren neuen Mentoren mit Leichtigkeit in seinen Lebensherbst.
Der Stadtneurotiker

Freilich Woody Allens unbestrittenes Paradestück, in seinem New York ununterbrochen Feststellungen äußernd und mit feinstem Humor das eigene verdrehte Leben in elliptischen Hypothesen rekapitulierend. Die Stadt wird zum Stop & Go, das die Hauptfigur nach Belieben anhalten, analysieren und weiterlaufen lassen kann. Dadurch entstehende Sprünge in der holprigen Struktur, die dem ganzen einen fast episodischen Touch verleihen, gehören dazu.
Aus dem Leben der Marionetten

Nach dem eher mißglückten "Schlangenei" besinnt sich Ingmar Bergman wieder auf seine alten Stärken und inszeniert ein kammerspielartiges, von vorne nach hinten aufgerolltes Psychogramm eines Mannes, der eine Prostituierte ermordet hat - und kommt zu dem diskussionswürdigen Schluß, dass das Leben möglicherweise vorbestimmt ist. Die Schlüsselsequenz, der beunruhigende Traum in dem überbelichteten, konturlosen weißen Raum, gehört zu den Highlights.
