Vince hat geschrieben:Die Frage ist ja, wie nötig der Film das schnöde Element "Spannung" hat. Ich gehe mal stark davon aus, du bist einfach mit den falschen Erwartungen rangegangen.
Dass er gerne Spannung hätte, zeigt ja eben die letzte Dreiviertelstunde, in der einem ein echter Spannungshöhepunkt dann auf einmal fast schon wie ein befremdlicher Fremdkörper im Film vorkommt. Weil man eben bis zu dem Zeitpunkt auf einen Nägelkauer verzichtete und ihn dann auf einmal auspackt ;-). Ich meine mit der Spannung auch nicht unbedingt ein paar Schocker oder ähnliches. Mir geht es mehr um die Spannung, die einen an dem Film dranbleiben lässt. Vielleicht habe ich im Vorfeld von Zodiac auch zuviel darüber gelesen (also die Hintergründe) und vielleicht kamen mir die doch arg langen Ermittlungsarbeiten gerade deshalb so zermürbend vor, weil ich eben schon wusste, wie sie enden werden? Ich kann es nicht sagen und naja, 7/10 entwerfen ja nun kein allzu schlechtes Bild von dem Film ... imo ...
Und warum keine Kritik? Weiß auch net ... bin augenblicklich ein wenig lustlos ...
Mrs. Harris:
Mrs. Harris verliebt sich in einen Halodri und Tausendsassa, der ihre Liebe nicht wirklich erwidert. Daran beginnt Mrs. Harris allmählich zu zerbrechen. Ihr Plan, sich vor seinen Augen zu erschießen, geht komplett schief und kurz darauf muss sie sich für den Mord an ihrem Liebesobjekt vor Gericht verantworten. Mrs. Harris ist belanglose und betuliche TV Unterhaltung mit einem sehr erlesenem Cast, der wohl sonst etwas in dem Thema gesehen zu haben scheint. Was das sein soll, erschließt sich dem Zuschauer nicht wirklich, denn hier gibt es kaum etwas, was man so nicht schon x-fach in anderen Filmen ähnlicher Prägung gesehen hätte. Zumindest spielen Annette Benning und Ben Kingsley sehr gut - wenn auch mit einem immensen Hang zum Overacten ...
8 mm 2:
Wie man auf die Idee gekommen ist, diesen Müll an den imo recht guten Blick in die Abgründe der menschlichen Psyche in 8 mm anzuhängen, wird mir wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Das Schlimmste sind die sinnentleerten, selbstgefälligen und unglaublich hohlen Dialoge dieser maximal als Fleischbeschau halbwegs brauchbaren Chose, die am Ende auch noch einen intelligenten Twist aufbieten will. Dummerweise ahnt man den schon recht früh, zumal Jonathan Schaech als Hauptfigur von Film und Twist unter aller Sau agiert. Habe mich bisher wahrlich selten bei einem Film mit soviel nackter Haut so gelangweilt. Macht:

1 für die sexy Lori Heuring, die einmal ihre Moppen und ihren Knackarsch präsentiert und dann auf einmal eine Prüderietablette geschmissen zu haben scheint ...
1 für die geile Zita Görög (ich bitte darum zwischen der "sexy" Heuring und der "geilen" Görög zu differenzieren ;-), denn die Görög ist ja wohl mal die Sünde in Reinform ...)
1 für den sehr aparten und sehr freizügigen Nebendarstellercast aus ungarischen Landen ... da sind echte Bomben dabei ...
Leider retten diese 3 Punkte 8 mm 2 nicht einmal annähernd
Der rote Kakadu:
Freeman und der deutsche Film ... zwei die sich nie gesucht und auch nur selten gefunden haben

. Die letzten Tage war bei mir ein Jessica Schwarz Festival. Sie ist eine der wenigen deutschen Darstellerinnen, deren Filme ich mir vorbehaltlos immer anschaue, weil ich sie für eine sehr kraftvolle und vor allem sexy Darstellerin halte. Die Ausbeute: "Kalter Frühling:" ... bis auf eine schöne Nacktszene ging der komplett an mir vorbei ...! "Die schwarze Lulu:" Musste ich nach 15 Minuten ausschalten. Ich habe die gestelzte und theatralische Inszenierung einfach nicht ertragen. Tja und gestern den Kakadu. Dieser war recht interessant. Er bebildert die letzten 6 Monate vor dem Mauerbau in Berlin und entwirft ein beängstigendes Bild der damals schon extremen Bespitzelung des DDR Alltages durch die DDR Staatssicherheit. Zwar gibt es einige arg befremdliche Szenen (zum Beispiel die scheinbar nie endende Laber- und Fickorgie in einem Dresdner Hotel) und hier und da bricht sich auch eine arg gestelzte Dialogführung offensichtlich Bahn, dennoch kann der Film durchgehend unterhalten und wird vor allem zum Ende hin immer packender und stringenter. Obendrein sind die beiden Hauptdarsteller (natürlich ist Jessica eine der beiden Figuren ;-) ) sehr stark, was auch gut ist, da sie das miese Spiel von dem Wolle Darsteller abfedern müssen ...
In diesem Sinne:
freeman