Beitrag
von Hannibal » 24.07.2007, 13:16
Naja, ich glaub wir reden hier aneinander vorbei irgendwie. Wenn die das auf ihren eigenen Konzerten so machen, mag das ja klappen. Da stehen dann die ganzen Prog-Leute und schwingen in der Melancholie der Musik mit und so (wobei sich die Frage stellt, ob man dann nicht auch einfach ne große Stereoanlage hinstellen könnte und ein Band abspielen würde...die Melancholie der Musik würde doch auch dann zünden, oder? - Aber das is jetzt ein anderes Thema...).
Hier muss man doch die Situation betrachten, wenn man sich als Vorband buchen lässt, muss man sich im klaren darüber sein, dass man vor Publikum spielt, dass einen zum größten Teil nicht kennt. Ich spiele selbst in 'ner Band und wenn man dann auftreten will, muss man sich doch über das Publikum Gedanken machen, weil man will ja was vom Publikum, dass die einen weiterempfehlen oder im Falle von Mastodon ihre Platten kaufen. Wenn ich also mit meiner Band im Rahmen eines kleinen Metal-Konzertes auftrete mit anderen Szenebands kann ich "Master of Puppets" komplett durchzocken und den Leuten geht das total ab. Wenn ich das ganze auf ner Dorfdiso mache, laufen mir hingegen die Leute weg, weil kein Schwein "Master of Puppets" kennt, da spiel ich dann nur die kurze Version und dann noch was bekanntes wie "Enter Sandman" oder so. Versteht das jetzt nicht falsch, Mastodon sollen kein Maiden covern, nur um vom Publikum angenommen zu werden, aber naja, wenn ich Vorband von Iron Maiden bin spiel ich eben nicht vor Prog-Metal-Publikum, sondern vor lang haarigen Old School-Metallern und ich sehe da einfach die Verantwortung bei der Vorband, wie ich mich da optimal verkaufen kann. Das heißt nicht unbedingt durch verstellen und hier sehe ich zu Tool auch nen Riesenunterschied. Mastodon sind nicht solche kryptischen Künstler wie Tool mit einer riesigen künstlerischen Bühnenshow. Das sind 4 Metal-Typen wie Metallica, die halt nen sehr starken progressiven Einschlag in ihrem Zeug haben...ich find die ganze Melancholie-Argumentation hier auch völlig unpassend, weil Mastodon wie ein Donnerwetter losprügeln, bis auf die öfter auftauchenden Rhythmuswechsel, Break Downs & Fill-ins ist da gar kein so großer Unterschied zu Slayer, Machine Head & Co. Die Jungs machen richtigen Metal. Das neue Machine Head-Werk ist imo nicht weniger komplex wie die Mucke von Mastodon und Robert Flynn bezieht das Publikum trotz starkem Prog-Einschlag ein und gewinnt so auf jeder Show neue Fans. Und das nicht auf oberflächlicher Party-Ebene, wie ihr das beschreibt. Die sollen keine Holzmichl-Show abziehe, die sollen das Publikum ansprechen, hier und da ein bisschen anfeuern. Das geht bei Slayer, das geht bei Machine Head, das geht bei unzähligen Bands und das ginge auch bei Mastodon.
Und jetzt habt ihr mich soweit, dass ich schon bei Amazon nach "Mastodon"-Alben gucke, verdammt ;-)
Äußerst interessante Diskussion nach wie vor :-)
MFG
Hannibal