Gestern ging ich mit großer Vorfreude in HITMAN, heute bin ich mal wieder von der Illusion geheilt, irgendwann würde es mal jemand schaffen, aus einer Spielevorlage einen vernünftigen Film zu zaubern.
Dabei liegt das Problem aber ganz sicher nicht bei der Vorlage, welche sich bestimmt (hab´s nie gezockt) zur filmischen Adaption anbietet, vielmehr darf die Hauptverantwortung für das Scheitern dieses Filmes auf den völlig fehlbesetzten Hauptdarsteller geschoben werden.
Timothy Olyphant ist nicht nur nicht cool, er ist auf eine Art und Weise uncool, die man so im Actionkino wirklich selten sieht. Zunächst besitzt er kaum Charisma, sein Schauspiel darf als sehr zurückhaltend bezeichnet werden, was aber bei seiner Rolle kaum negativ ins Gewicht fällt. Vor allem verfügt er nicht mal im Ansatz über die körperliche Präsenz, die für die Glaubwürdigkeit seiner Figur notwendig gewesen wäre. Olyphant ist ein weichlicher Hallodri, der sich unter seiner Glatze sichtlich unwohl fühlt, der in jeder physisch fordernden Actionszene durch Kameragezauber und Schnittstakkato meistens unkenntlich gemacht wird, wenn er dann mal selber agiert, merkt man seinem unkontrolliert wirkendem Rumgehampel an, warum Regisseur und Actionchoreograph die Hauptarbeit lieber einem Double überlassen.
Aber nicht nur in den Kampfszenen versagt Olyphant, auch beim Rennen, Gehen und Stehen sieht der Mime teilweise geradezu grotesk lächerlich aus.
Leider bekommt der namenlose Hitman und seine Mitstreiter von seinem Drehbuchautoren auch noch jede Menge Grütze in den Mund gelegt, die Dialoge des Filmes bemühen sich weitesgehend vergeblich, Coolness zu generieren, die durch allerlei verbaler Peinlichkeiten nur unbefriedigend substituiert wird.
Immerhin, der Film selbst ist recht flott und unterhaltsam inszeniert, die Optik ist ordentlich, die Musik treibend, der Action fehlen zwar ein wenig die Höhepunkte, gleichwohl ist sie gut dosiert, auch wenn ein fetter Showdown ganz sicher nicht fehl am Platze gewesen wäre, genauso, wie ein etwas höheres Budget.
Denn dem vom Hauptdarsteller in diversen Interviews immer mal wieder erhobenen Anspruch, eine Art James Bond-Konkurrenz zu etablieren, wird HITMAN in keiner Weise gerecht, auch wenn´s zu einem amüsanten B-Actioner immerhin gereicht hat, der im Kino aber eher fehl am Platz wirkt.
Gute
