Na Hoppla, das war mal eine kleine Überraschung. All zu viel hatte ich bei der Fortsetzung von "Maze Runner: Die Auserwählten - Im Labyrinth" nicht erwartet. Nicht weil Teil 1 schlecht war, sondern weil mich die aktuelle Welle von Young Adult Filmen bisher nicht wirklich gepackt hat. "Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste" hat mich aber doch sehr angesprochen, was vornehmlich an dem Endzeit-Setting und der etwas düsteren Stimmung liegt. Dieser Schwenk dürfte aber nicht jedem gefallen, der den 1. Teil mochte.
Die zerstörte Welt ist visuell dabei wirklich gut umgesetzt und die eingetreuten Zombie-Szenen lassen teilweise Horror-Feeling auflammen. Leider die Zombies reine CGI-Creaturen, ich fand die aber besser umgesetzt als bei "World War Z". Zudem sind die Zombieszenen nur punktuell eingestreut, so dass die Wirkung größer ist, was mir sehr gefallen hat. Leider fehlt es dem Film etwas an Härte. So hätte ein Dreh an der Gewaltschraube die Wirkung des Film sicher etwas verstärkt. Aber PG13 sei Dank gibt es auch hier kein Blut zu sehen.
Inhaltlich darf man keine Innovationen erwarten. Gefühlt hat man alles schon mal woanders gesehen. Die Zutaten wurden aber gut zusammengewürfelt, so dass man bei der Stange bleibt. Nicht ganz unterwartet fehlt bei diesem Mittelteil der Trilogie ein richtiger Anfang und ein richtiges Ende. Trotzdem funktioniert der Film auch für sich alleine betrachtete ganz gut, richtig geschmeckt hat mir das aber auch hier wieder nicht. Dazu kommt, dass der erste Teil für den folgenden nicht wirklich wichtig zu sein scheint. Das kann aber auch daran liegen, dass es etwas zu lang her ist, dass ich Teil 1 gesehen habe. Für mich wirkt das Ganze aber recht lose zusammengeknüpft. Mal schauen, ob sich das irgendwann bei einer Zweitsichtung wieder revidiert.
Negativ empfand ich auch, dass man es nicht schaffte, den Figuren etwas mehr Tiefe zu geben. So liegt der Fokus sehr stark auf der Figur Thomas, weshalb der Rest der Gruppe einem egal ist. Das ist nicht unbedingt ein Beinbruch, verschenkt aber Potential. Auch die angedeutete Romanze zwischen Thomas und Teresa ist vollkommen unglaubwürdig. Die Chemie zwischen Dylan O'Brian und Kaya Scordelario stimmt diesbezüglich überhaupt nicht. Das funktioniert im Film mit Rosa Salazar wesentlich besser. Vielleicht hat das auch einen inhaltlichen Grund. Es wirkt aber halt immer etwas lächerlich im Film, wenn darauf angespielt wird. Die kleine Romanze nimmt aber recht wenig Platz im Film ein, weshalb das locker zu verkraften ist.
Wäre der Fokus auf ein älteres Publikum gerichtet gewesen und der Film in sich geschlossen, dann wäre das für mich wahrscheinlich ein echter Kracher. Aber auch so mach "Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste" ordentlich Spaß, wenn man auf Endzeit-Streifen mit Zombie-Einschlag steht.
Letztlich möchte ich noch den Score erwähnen, welcher mir sehr positiv auffiehl. Die Melange auch ruhigen und bombastischen Stücken passte wunderbar zum Film und unterstütze die Atmosphäre mächtig. Ist lange nicht mehr passiert, dass mich ein Filmsoundtrack so angesprochen hat. Bestellt ist der daher schon. Mal schauen, ob er alleine auch noch so gut funktioniert.
mit Tendenz nach oben













