Mile 22
Der Film ging mir vor allem zu Beginn schwer auf die Ketten. Er erinnerte mich an mein vorheriges Arbeitsverhältnis, bei dem auch immer die Laune eines einzelnen Mannes dafür sorgte, dass alle anderen auch einen scheiß oder - wenn es mal gut lief - einen zumindest nicht ganz so scheißigen Tag hatten. Wahlberg muss genau so einen Charakter geben. Das ist schön für ihn, weil er so in einem Actioner auch mal spielen darf, für den Zuschauer ist es aufgrund von ungebremsten Monologwüsten und dem beständigen Arschlochtum echt anstrengend.
Was noch dadurch verstärkt wird, dass sein Gegenpol in Form von Lauren Cohan kein Gegenpol ist und genauso krass nervt. Nach 30 Minuten ist diese krasse Charakterphase durchgestanden und "Mile 22" wird mal richtig intensiv und fiebrig. Die Action hat Wucht und ist, soweit man das erkennt, nett in Szene gesetzt. Leider setzt Berg zu sehr auf Bourne und macht damit sogar Iko Uwais das Leben schwer, denn dessen Fähigkeiten werden so brutal zerschnitten, dass man einfach nur "Schande" im Kino skandieren will. Trotzdem nehmen die finalen zwei Drittel Film ordentlich mit und machen einfach nur Laune. Blöd ist nur, dass sich der ganze Film dank der letzten Minuten einfach nur wie ein Pilot einer Serie anfühlt. Zumindest ist das Go für die Fortsetzung ja schon gefallen. Ansonsten wäre man vielleicht sogar ein wenig sauer auf "Mile 22"...
In diesem Sinne:
freeman