Filmtagebuch: SFI
Moderator: SFI
Re: Filmtagebuch: SFI
Schlecht ist das falsche Wort. Eher enttäuchend in Anbetracht der Möglichkeiten, die der Film nicht nutzte und den Weg, den er stattdessen ging. Gründe stehen ja im FTB-Eintrag. Hätte auf jeden Fall ein Brett werden können.
Re: Filmtagebuch: SFI
Aaah, da hab ich mich schon drauf gefreut. :) Die Statistik lese ich immer wieder gerne. Aber die Serien-Statistik ist ja mal wirklich heftig, wow! Wobei ich mich bei der Menge frage, ob du in der Breite da nicht auch im Serienbereich beobachtest, was du im Filmbereich beobachtet hast. Ich kann mir kaum vorstellen, dass all diese 116 Staffeln ihre Zeit wert waren. Bei Filmen kann man diese Frage zwar auch stellen, aber die verlangen einem ja in der Regel nur zwei Stunden ab und eben keine sieben oder acht. Je mehr Serien ich schaue, desto mehr habe ich persönlich jedenfalls das Gefühl, dass die meisten Stories gerade so für einen Film ausreichen würden anstatt für eine ganze Staffel. Da investiere ich lieber einen Abend in eine abgeschlossene Geschichte, auch auf die Gefahr hin, dass mir die Geschichte am Ende nicht gefällt. Aber zumindest habe ich sie dann nicht in gestreckter Form vorgesetzt bekommen.
Grundsätzlich sehen meine Aussichten auf 2025 aber ähnlich aus wie bei dir: Ich habe mir Ende des Jahres ein Abo von 3 Euro pro Monat für Wow und Paramount+ im Paket gesichert, da werde ich also in diesem Jahr einiges abgrasen, und gerade bei Serien sieht insbesondere P+ sehr interessant aus. Bei Amazon/Netflix hingegen habe ich mit Squid Game 2 momentan eigentlich nur ein offenes Must See (vielleicht noch Herr der Ringe St. 2, diese aber nur, weil ich so ein unverbesserlicher Komplettist bin).
Grundsätzlich sehen meine Aussichten auf 2025 aber ähnlich aus wie bei dir: Ich habe mir Ende des Jahres ein Abo von 3 Euro pro Monat für Wow und Paramount+ im Paket gesichert, da werde ich also in diesem Jahr einiges abgrasen, und gerade bei Serien sieht insbesondere P+ sehr interessant aus. Bei Amazon/Netflix hingegen habe ich mit Squid Game 2 momentan eigentlich nur ein offenes Must See (vielleicht noch Herr der Ringe St. 2, diese aber nur, weil ich so ein unverbesserlicher Komplettist bin).
Re: Filmtagebuch: SFI
Man muss bei der hohen Anzahl Serien-Staffeln berücksichtigen, dass es sich um vergleichsweise wenige Serien handelt, da ich 2024 a) viele gelobte Serien erstmals zur Gänze schaute (Veep, Billions, White Collar, Madam Secretary) und b) einige staffelreiche Katalog-Titel als Wiederholungstäter (Akte X, Stargate SG-1, Two and Half Man) dabei waren. Generell wähle ich Serien anders als Filme aus, da ich außer bei favorisierten Genre-Serien, nur Serien schaue, die mindestens eine imdb Wertung von 8,0 haben. Da gibt es dann seltenst einen Qualitäts-Ausfall oder einen vorzeitigen Abbruch wie bei Filmen. Es gibt für mich entsprechend auch mehr Serien, die hohe Wertungen erhielten als Filme. Zudem bedienen Serien vielmehr meine bevorzugten Genres abseits von Action. Bin gespannt, was du bei den beiden Anbietern für dich findest. WOW hat einige gute Katalog-Titel und bei Paramount gibt es neben dem Sheridanverse auch hochwertige Showtime Serien.
Re: Filmtagebuch: SFI
The Day of the Jackal - Staffel 1

Eddie Redmayne überzeugt mit einer fesselnden Darstellung des titelgebenden Attentäters, die ihn zugleich furchteinflößend und anziehend macht. Seine akribische Herangehensweise verleiht der Rolle eine ungemeine Spannung und lässt jede Bewegung kalkuliert erscheinen. Charme und gleichzeitige Bedrohlichkeit erinnern ihn in Kombination mit dem musikalischen Titelthema fast schon an einen bösen James Bond Zwilling. Das steht dann alles noch im Widerspruch zu seinem Leben als Familienvater. Genial! Lashana Lynch, als M6-Agentin Bianca hat leider das Nachsehen. Obwohl ihre Ermittlung den Wirkungskreis des Attentäters zunehmend einschränkt und dadurch die Spannungskurve fortwährend an Fahrt aufnimmt, ist ihr Widerspruch als Familienmensch und Agentin zu klischeehaft. Ehemann und Tochter wissen, was sie tut, wodurch auch ihr angenehmes Leben ermöglicht wird, beschweren sich aber plötzlich über ihr Zeitkontingent als Mutter. Auch ihre Ermittlung basiert weniger auf Brillianz als vielmehr auf dem Umstand, dass ihre Vorgesetzten nur zu faul zum Denken sind, was sie als nervige Untergebene darstellt. Abseits dieser Formelhaftigkeit eine toll bebilderte wie hoch spannende Serie.


Eddie Redmayne überzeugt mit einer fesselnden Darstellung des titelgebenden Attentäters, die ihn zugleich furchteinflößend und anziehend macht. Seine akribische Herangehensweise verleiht der Rolle eine ungemeine Spannung und lässt jede Bewegung kalkuliert erscheinen. Charme und gleichzeitige Bedrohlichkeit erinnern ihn in Kombination mit dem musikalischen Titelthema fast schon an einen bösen James Bond Zwilling. Das steht dann alles noch im Widerspruch zu seinem Leben als Familienvater. Genial! Lashana Lynch, als M6-Agentin Bianca hat leider das Nachsehen. Obwohl ihre Ermittlung den Wirkungskreis des Attentäters zunehmend einschränkt und dadurch die Spannungskurve fortwährend an Fahrt aufnimmt, ist ihr Widerspruch als Familienmensch und Agentin zu klischeehaft. Ehemann und Tochter wissen, was sie tut, wodurch auch ihr angenehmes Leben ermöglicht wird, beschweren sich aber plötzlich über ihr Zeitkontingent als Mutter. Auch ihre Ermittlung basiert weniger auf Brillianz als vielmehr auf dem Umstand, dass ihre Vorgesetzten nur zu faul zum Denken sind, was sie als nervige Untergebene darstellt. Abseits dieser Formelhaftigkeit eine toll bebilderte wie hoch spannende Serie.
Re: Filmtagebuch: SFI
ich bin deinem Beispiel gefolgt und habe auch angefangen, einen Jahresrückblick zu erstellen. Da das am "zügigsten" ging, hab ich mit Serien begonnen 
Unser neuestes Projekt: https://open.spotify.com/show/35s3iDdkQ12ikEFT9hOoTP - Talk rund um Filme und Serien
Re: Filmtagebuch: SFI
Aber Vorauswahl nach Wertungen treffen, das machst du doch auch bei Filmen und wirst regelmäßig enttäuscht (seh ich ja in den vielen Filmthreads hier). Warum ist das dann bei Serien nicht so? Könnte es nicht eher sein, dass du bei der Erzählstruktur von Serien einfach weniger schnell dazu neigst, vorzeitig das Handtuch zu werfen? Tendenziell ist es ja auch so, dass Serien erzählerisch weniger experimentell sind als viele Filme, man hat halt eben doch meistens einen sehr ähnlichen Aufbau, und wenn der dir entgegenkommt, könnte das natürlich auch ein Grund sein für die hohe Trefferquote. Vielleicht liegt dir das Serienformat einfach eher. Bei mir ist es halt umgekehrt.
Re: Filmtagebuch: SFI
Bei Filmen ist es eher umgekehrt, denn da ist mir eine schlechte Wertung oft nicht Warnung genug.
Außerdem sind Serienwertungen per se höher als bei Filmen. Das hat seine Gründe. Kann man schwer vergleichen. Ob es mitunter an der Erzählstruktur liegt, gute Frage. Wenn es Autoren allerdings schaffen eine Geschichte über acht bis zehn Folgen spannend zu inszenieren, dann muss man sich die Frage stellen, warum ein Film mit der gleichen Handlung generisch langweilt. Vielleicht sind auch einfach viele gute Autoren in die Serienlandschaft abgewandert, das zeigt sich ja auch immer mehr bei klassischen Film-Schauspielern. Allerdings gibt es auch in der Serienlandschaft viele schwache Produktionen, wie Netflix und Amazon regelmäßig bekunden. Wenn ich meine Serienfavoriten der letzten Jahre Revue passieren lasse, dann entstammen die meist von US-Kabelsendern, die seit Jahren für Serienqualität stehen. Da sind Treffer dann selten ein Glücksspiel.
Re: Filmtagebuch: SFI
Life After Fighting

Bren Foster beeindruckte mich schon zu Zeiten von The Last Ship, wo er die Actionszenen mit seinen Kampfkünsten garnierte. Nun inszeniert er sich selbst und zeigt eindrucksvoll sämtliche Facetten an Fähigkeiten, die in ihrer Wucht und Eleganz an Scott Adkins in Undisputed erinnern. Toll. Leider mundet der Film mit seinen anderen Disziplinen deutlich weniger. Das Schauspiel und die Liebelei wirken hölzern, das Timing oft schlecht und die zwei Stunden Laufzeit sind einfach viel zu lang für den bemühten Plot. Sehr schade. Immerhin brachte mich die Inszenierung auf die Idee, dass Foster und Adkins ein herrliches Team für einen Buddy-Kicker abgeben würden.


Bren Foster beeindruckte mich schon zu Zeiten von The Last Ship, wo er die Actionszenen mit seinen Kampfkünsten garnierte. Nun inszeniert er sich selbst und zeigt eindrucksvoll sämtliche Facetten an Fähigkeiten, die in ihrer Wucht und Eleganz an Scott Adkins in Undisputed erinnern. Toll. Leider mundet der Film mit seinen anderen Disziplinen deutlich weniger. Das Schauspiel und die Liebelei wirken hölzern, das Timing oft schlecht und die zwei Stunden Laufzeit sind einfach viel zu lang für den bemühten Plot. Sehr schade. Immerhin brachte mich die Inszenierung auf die Idee, dass Foster und Adkins ein herrliches Team für einen Buddy-Kicker abgeben würden.
Re: Filmtagebuch: SFI
Alien: Romulus

Alien: Romulus hatte wohl den Anspruch die Franchise zurück zu ihren Wurzeln zu führen, nachdem die letzten beiden Prequels von Ridley Scott mehr oder weniger versagten. Regisseur Fede Alvarez, bekannt für seinen effektiven Reboot von Evil Dead, schien die richtige Wahl zu sein, um den nackten Terror des Xenomorphs wieder auf die Leinwand zu bringen. Doch obwohl er visuell beeindruckende Kulissen und eine düstere Atmosphäre schuf, bleibt der Film in vielen Aspekten hinter den Erwartungen zurück.
Die Handlung spielt im Jahr 2142 auf einem Minenplaneten, wo die Protagonistin Rain und ihr Androiden-Bruder Andy in die Fänge der Weyland-Yutani-Corporation geraten. Alvarez gelingt es hier, eine düstere und bedrückende Atmosphäre zu schaffen, die an die Anfänge der Reihe erinnert. Der Minenplanet, auf dem die Geschichte beginnt, ist ein trostloser Ort und geprägt von rostigen Maschinen und einer vergifteten Umwelt, die das Gefühl von Hoffnungslosigkeit verstärkt. Die Erzählung folgt dann jedoch schnell dem inflationären Muster: Eine Gruppe von jungen Menschen (inkl. heutiger Gen Z Sprache) entdeckt ein verlassenes Raumschiff, das sich schnell als Todesfalle entpuppt. Hierbei bedient sich der Film zahlreicher Elemente der ursprünglichen Alien-Filme, was zwar Nostalgie weckt, aber sogleich auch die Frage aufwirft, ob die in der nächsten Stunde noch etwas Neues zu erwarten ist.
Alvarez gelingt es nun immerhin, einige spannende und kreative Momente zu inszenieren, insbesondere in der Darstellung der Facehugger als abscheuliche Bedrohung. Die Kulisse und das Produktionsdesign des Raumschiffes sind durchweg gelungen und erinnern an die düstere Ästhetik der frühen Filme. Dennoch leidet der Film unter einem Mangel an tiefgründigen Charakteren und einer vorhersehbaren Dramaturgie. Die Figuren bleiben blass und eindimensional, was es schwer macht, mit ihnen mitzufühlen. Während Andy als Android eine interessante Dimension hinzufügt, bleibt der Rest der Besetzung somit austauschbar.
Ein weiteres Manko ist die übermäßige Abhängigkeit von Franchise-Elementen. Der Film versucht, sich ständig an den Vorgängern zu orientieren, was ihm zwar einige vertraute und geliebte Momente beschert, aber auch die eigene Identität in Frage stellt. Die Handlung wirkt oft wie eine Ansammlung von Anspielungen und (visuellen) Zitaten, ohne dass eine frische Perspektive oder neue Ideen eingebracht werden. Über die finale Geburt habe ich mich dann sogar richtig geärgert, weil man hier noch unsinnigerweise dem bedient, was erstmals im 240 Jahre später spielenden Alien: die Wiedergeburt gezeigt wurde und schon seinerzeit für mich die Franchise ruinierte.
Insgesamt ist Alien: Romulus ein visuell ansprechender Film mit einigen spannenden Momenten, der jedoch in der Tiefe und Originalität hinter seinen Vorbildern zurückbleibt. Alvarez hat das Handwerkliche gut im Griff, doch die fehlende Substanz und die Vorhersehbarkeit der Geschichte ließen mich am Ende mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück.


Alien: Romulus hatte wohl den Anspruch die Franchise zurück zu ihren Wurzeln zu führen, nachdem die letzten beiden Prequels von Ridley Scott mehr oder weniger versagten. Regisseur Fede Alvarez, bekannt für seinen effektiven Reboot von Evil Dead, schien die richtige Wahl zu sein, um den nackten Terror des Xenomorphs wieder auf die Leinwand zu bringen. Doch obwohl er visuell beeindruckende Kulissen und eine düstere Atmosphäre schuf, bleibt der Film in vielen Aspekten hinter den Erwartungen zurück.
Die Handlung spielt im Jahr 2142 auf einem Minenplaneten, wo die Protagonistin Rain und ihr Androiden-Bruder Andy in die Fänge der Weyland-Yutani-Corporation geraten. Alvarez gelingt es hier, eine düstere und bedrückende Atmosphäre zu schaffen, die an die Anfänge der Reihe erinnert. Der Minenplanet, auf dem die Geschichte beginnt, ist ein trostloser Ort und geprägt von rostigen Maschinen und einer vergifteten Umwelt, die das Gefühl von Hoffnungslosigkeit verstärkt. Die Erzählung folgt dann jedoch schnell dem inflationären Muster: Eine Gruppe von jungen Menschen (inkl. heutiger Gen Z Sprache) entdeckt ein verlassenes Raumschiff, das sich schnell als Todesfalle entpuppt. Hierbei bedient sich der Film zahlreicher Elemente der ursprünglichen Alien-Filme, was zwar Nostalgie weckt, aber sogleich auch die Frage aufwirft, ob die in der nächsten Stunde noch etwas Neues zu erwarten ist.
Alvarez gelingt es nun immerhin, einige spannende und kreative Momente zu inszenieren, insbesondere in der Darstellung der Facehugger als abscheuliche Bedrohung. Die Kulisse und das Produktionsdesign des Raumschiffes sind durchweg gelungen und erinnern an die düstere Ästhetik der frühen Filme. Dennoch leidet der Film unter einem Mangel an tiefgründigen Charakteren und einer vorhersehbaren Dramaturgie. Die Figuren bleiben blass und eindimensional, was es schwer macht, mit ihnen mitzufühlen. Während Andy als Android eine interessante Dimension hinzufügt, bleibt der Rest der Besetzung somit austauschbar.
Ein weiteres Manko ist die übermäßige Abhängigkeit von Franchise-Elementen. Der Film versucht, sich ständig an den Vorgängern zu orientieren, was ihm zwar einige vertraute und geliebte Momente beschert, aber auch die eigene Identität in Frage stellt. Die Handlung wirkt oft wie eine Ansammlung von Anspielungen und (visuellen) Zitaten, ohne dass eine frische Perspektive oder neue Ideen eingebracht werden. Über die finale Geburt habe ich mich dann sogar richtig geärgert, weil man hier noch unsinnigerweise dem bedient, was erstmals im 240 Jahre später spielenden Alien: die Wiedergeburt gezeigt wurde und schon seinerzeit für mich die Franchise ruinierte.
Insgesamt ist Alien: Romulus ein visuell ansprechender Film mit einigen spannenden Momenten, der jedoch in der Tiefe und Originalität hinter seinen Vorbildern zurückbleibt. Alvarez hat das Handwerkliche gut im Griff, doch die fehlende Substanz und die Vorhersehbarkeit der Geschichte ließen mich am Ende mit einem Gefühl der Enttäuschung zurück.
Re: Filmtagebuch: SFI
Star Wars: Skeleton Crew - Staffel 1

Diese Serie ist einfach schlecht. Die Charaktere sind flach und bieten wenig Substanz. Die Handlung dreht sich um einen geheimen Planeten, ein paar Piraten, vielleicht einen Jedi mit dem abgedroschenen Klischee von „Ich bin ein Freund, aber nicht wirklich" und einen halbwegs coolen Androiden mit Gedächtnisproblemen, der im Piraten-Slang „arrr“ spricht und ein Holzbein simuliert. Nach acht typisch kurzen Folgen ist nichts Aufregendes passiert. Alles wirkt unglaublich uninspiriert. Ganz zu schweigen davon, dass At Attin überhaupt nicht wie Star Wars wirkt. Die Häuser und Schulen wirken wie eine futuristische Erde, die an die modernen Reihensiedlungen in den USA angelehnt ist. Man geht Gassi und grillt im Garten! WTF! Die vier Kinder benehmen sich und reden wie Kinder aus der heutigen Zeit. Diese anachronistische Darstellung nimmt mittlerweile in futuristischen Szenarien überhand. Selbst beim Elefantenkind hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Sprache oder das Verhalten auch nur im Ansatz biologisch konsistent zu gestalten, sondern inszeniert anthropomorph. Man stelle sich vor, Chewbacca hätte seinerzeit Oxford Englisch gesprochen und sich ein Butterbrot geschmiert. Ich war ergo total gelangweilt, hoffte aber ich immer wieder, dass die nächste Folge besser wird: immerhin ein gelungener Jedi-Trick.

Diese Serie ist einfach schlecht. Die Charaktere sind flach und bieten wenig Substanz. Die Handlung dreht sich um einen geheimen Planeten, ein paar Piraten, vielleicht einen Jedi mit dem abgedroschenen Klischee von „Ich bin ein Freund, aber nicht wirklich" und einen halbwegs coolen Androiden mit Gedächtnisproblemen, der im Piraten-Slang „arrr“ spricht und ein Holzbein simuliert. Nach acht typisch kurzen Folgen ist nichts Aufregendes passiert. Alles wirkt unglaublich uninspiriert. Ganz zu schweigen davon, dass At Attin überhaupt nicht wie Star Wars wirkt. Die Häuser und Schulen wirken wie eine futuristische Erde, die an die modernen Reihensiedlungen in den USA angelehnt ist. Man geht Gassi und grillt im Garten! WTF! Die vier Kinder benehmen sich und reden wie Kinder aus der heutigen Zeit. Diese anachronistische Darstellung nimmt mittlerweile in futuristischen Szenarien überhand. Selbst beim Elefantenkind hat man sich nicht einmal die Mühe gemacht, die Sprache oder das Verhalten auch nur im Ansatz biologisch konsistent zu gestalten, sondern inszeniert anthropomorph. Man stelle sich vor, Chewbacca hätte seinerzeit Oxford Englisch gesprochen und sich ein Butterbrot geschmiert. Ich war ergo total gelangweilt, hoffte aber ich immer wieder, dass die nächste Folge besser wird: immerhin ein gelungener Jedi-Trick.
Re: Filmtagebuch: SFI
bin ich froh nie mit dem Star Wars Serien Dreck angefangen zu haben 
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note
Re: Filmtagebuch: SFI
Gibt ja auch einige sehenswerte Serien. Kann man gut filtern.
Re: Filmtagebuch: SFI
Nomadland

Nomadland ließ mich zwiegespalten zurück. Der Film konzentriert sich fast ausschließlich auf eine ältere, isolierte Protagonistin, die mit anderen älteren Nomaden interagiert, was zu einem Gefühl der Monotonie und des Abgesangs auf eine Generation führt, die sich in einer existenziellen Krise befindet. Die Darstellung von Ferns Leben als Nomadin bleibt etwas zu eindimensional. Ihre Beweggründe und inneren Konflikte werden nicht ausreichend beleuchtet, was es mir erschwerte, sich mit ihr zu identifizieren oder ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Die Darstellung des Lebens als moderner Nomade wird als eine Art Freiheit verkauft, während sie in Wirklichkeit oft trostlos und ohne Perspektive ist. Im Endeffekt wird Fern so enden wie der Protagonist in Into the Wild. Die technische Umsetzung des Films hat ebenfalls Luft nach oben. Während die Landschaftsaufnahmen gelungen sind, ist das Bild aber oft dunkel, vielleicht aber auch eine kreative Entscheidung. Die Klavierpartituren sind isoliert betrachtet wunderschön, verschmelzen aber nur bedingt mit der Aussage der Bildwelt. Die Fragen, die der Film aufwirft, bleiben stellenweise unbeantwortet, und die Darstellung von Ferns Leben als Nomadin wirkt mehr wie eine Flucht vor der Realität als eine authentische Erzählung über Freiheit und Selbstfindung.


Nomadland ließ mich zwiegespalten zurück. Der Film konzentriert sich fast ausschließlich auf eine ältere, isolierte Protagonistin, die mit anderen älteren Nomaden interagiert, was zu einem Gefühl der Monotonie und des Abgesangs auf eine Generation führt, die sich in einer existenziellen Krise befindet. Die Darstellung von Ferns Leben als Nomadin bleibt etwas zu eindimensional. Ihre Beweggründe und inneren Konflikte werden nicht ausreichend beleuchtet, was es mir erschwerte, sich mit ihr zu identifizieren oder ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Die Darstellung des Lebens als moderner Nomade wird als eine Art Freiheit verkauft, während sie in Wirklichkeit oft trostlos und ohne Perspektive ist. Im Endeffekt wird Fern so enden wie der Protagonist in Into the Wild. Die technische Umsetzung des Films hat ebenfalls Luft nach oben. Während die Landschaftsaufnahmen gelungen sind, ist das Bild aber oft dunkel, vielleicht aber auch eine kreative Entscheidung. Die Klavierpartituren sind isoliert betrachtet wunderschön, verschmelzen aber nur bedingt mit der Aussage der Bildwelt. Die Fragen, die der Film aufwirft, bleiben stellenweise unbeantwortet, und die Darstellung von Ferns Leben als Nomadin wirkt mehr wie eine Flucht vor der Realität als eine authentische Erzählung über Freiheit und Selbstfindung.
Re: Filmtagebuch: SFI
"Nomadland" ist schon eine Weile her, aber aus meiner Erinnerung hatte ich nicht das Gefühl, dass das Nomadentum als Freiheit verkauft wird. Fern und Co. sind ja nur Nomaden, da sie sich keine feste Bleibe leisten können und von Saisonarbeit zu Saisonarbeit ziehen - es ist quasi ein kleines Stück (Pseudo-)Freiheit innerhalb von moderner Fronarbeit.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]
Re: Filmtagebuch: SFI
Ja, diese Komponente ist definitiv vorhanden, aber Fern hätte ja z.B. die Möglichkeit bei ihrer Schwester einzuziehen, was sie entschieden ablehnt. Außerdem wird oft betont, dass sich die Nomaden bewusst für diesen Lebensstil entschieden haben, auch wenn es wohl meist aus finanziellen Gründen notwendig ist. Ferns Reisen und die Erlebnisse, die sie auf ihrem Weg hat, werden dabei oft als bereichernd und lehrreich dargestellt. Die Schönheit der Landschaften und die Vielfalt der Menschen, die sie trifft, interpretierte ich daher als Ausdruck von Freiheit, der über materielle Besitztümer hinausgeht und das traditionelle Konsumleben, also die Unfreiheit ablehnt. Ihre Reise ist zudem nicht nur physisch, sondern auch emotional und spirituell. Der Film thematisiert dahingehend, wie sie mit Verlust und Trauer umgeht und letztlich zu einer Art Selbstakzeptanz findet. Diese innere Reise kann IMO als eine Form von Freiheit interpretiert werden, die über die äußeren Umstände hinausgeht. Letztlich hast du aber dahingehend recht, dass man immer gesellschaftlich abhängig ist, egal wie sehr man sich lossagt. Man kann dieses Leben zudem nur führen, weil der Konsum- und Lohnsklave sozusagen die Infrastruktur ect. bereitstellt. Freiheit ist zudem für mich kein Zustand, in dem ich tun kann, was ich will, sondern nicht tun muss, was ich nicht will.
Re: Filmtagebuch: SFI
Landman - Staffel 1

Obwohl Billy Bob Thornton schon einige gute Rollen verkörperte, scheint er für Landman geboren. Sensationell, was er hier als „Fixer“ Tommy Norris eines Ölkonzerns abliefert. Sheridan schafft es einmal mehr, einen Ausschnitt der USA zu zeigen, den man so im TV noch nicht gesehen hat und bebildert die Ölindustrie wie ein Gemälde. Vielerorts werden die beiden Protagonistinnen (Mutter/Tochter) kritisiert, weil sie in ihrer lasziven Darstellung ärgerlich sind. Doch hier steckt Kalkül dahinter, da beide mit ihrem Lebensstil eben kein stabilisierendes Familienkonstrukt im harten Ölgeschäft sind, sondern Norris Lebensenergie zusätzlich aussaugen. Der generell kraftvolle Schreibstil zeigt sich darum vor allem an der abendlichen familiären Tischrunde, die wahrlich grandiose Dialoge bietet und in ihrer Dysfunktionalität an selbige aus Yellowstone erinnert. Genauso wie Yellowstone ist Landman übrigens eine Serie, die im Konservatismus verwurzelt ist und das Progressive ablehnt.
+

Obwohl Billy Bob Thornton schon einige gute Rollen verkörperte, scheint er für Landman geboren. Sensationell, was er hier als „Fixer“ Tommy Norris eines Ölkonzerns abliefert. Sheridan schafft es einmal mehr, einen Ausschnitt der USA zu zeigen, den man so im TV noch nicht gesehen hat und bebildert die Ölindustrie wie ein Gemälde. Vielerorts werden die beiden Protagonistinnen (Mutter/Tochter) kritisiert, weil sie in ihrer lasziven Darstellung ärgerlich sind. Doch hier steckt Kalkül dahinter, da beide mit ihrem Lebensstil eben kein stabilisierendes Familienkonstrukt im harten Ölgeschäft sind, sondern Norris Lebensenergie zusätzlich aussaugen. Der generell kraftvolle Schreibstil zeigt sich darum vor allem an der abendlichen familiären Tischrunde, die wahrlich grandiose Dialoge bietet und in ihrer Dysfunktionalität an selbige aus Yellowstone erinnert. Genauso wie Yellowstone ist Landman übrigens eine Serie, die im Konservatismus verwurzelt ist und das Progressive ablehnt.
Re: Filmtagebuch: SFI
Star Trek: Section-31

Paramounts erster Trek-Streaming Streifen ist neun Jahre nach dem letzten Kinoabenteuer eine Bankrotterklärung. Schon in Star Trek: Discovery verstanden die Autoren nicht, dass Section-31 keine offizielle Spezialeinheit des Sternenflotten-Geheimdienstes ist, die mit einer eigenen Flotte die inhumane Drecksarbeit der Föderation erledigt. Es ist eine geheime Organisation ohne Hauptquartier oder sonstigen Einrichtungen, die nur in den Köpfen von wenigen Agenten existiert, die scheinbar normale Sternenflotten-Offiziere sind. Ihre Existenz ist somit ein Mythos und gilt als Verschwörungstheorie. Nun hat man Philippa Georgiou aus dem 23. Jahrhundert ins 24. Jahrhundert transportiert, wo sie im Jahre 2324 in der kanonisch unbeleuchteten Ära zwischen Star Trek VI und TNG agiert oder aber 20 Jahre vor dem Zwischenfall von Narendra III, der in der dritten Staffel von TNG thematisiert wird. Damit der Trekkie zumindest etwas Kanon bekommt, hat man eine junge Rachel Garrett aus dem Hut gezaubert, die in besagter TNG Folge den Captain der Enterprise-C spielt. Hier ist sie noch Wissenschaftsoffizierin und offizielle Sternenflotten-Beobachterin von Section-31!
Soweit der Überbau, der aber mit der Ära nichts anfangen kann und kulissentechnisch einfach wie die Resterampe von Star Trek Discovery ausschaut. Der Rest ist Müll. Mieseste Charaktere aus einem C-Movie entsprungen, die versuchen für Gen-Z Teens witzig zu sein, ein Plot, der an eine miese Star Trek: Discovery Doppelfolge erinnert und VFX auf B-Serien Niveau.


Paramounts erster Trek-Streaming Streifen ist neun Jahre nach dem letzten Kinoabenteuer eine Bankrotterklärung. Schon in Star Trek: Discovery verstanden die Autoren nicht, dass Section-31 keine offizielle Spezialeinheit des Sternenflotten-Geheimdienstes ist, die mit einer eigenen Flotte die inhumane Drecksarbeit der Föderation erledigt. Es ist eine geheime Organisation ohne Hauptquartier oder sonstigen Einrichtungen, die nur in den Köpfen von wenigen Agenten existiert, die scheinbar normale Sternenflotten-Offiziere sind. Ihre Existenz ist somit ein Mythos und gilt als Verschwörungstheorie. Nun hat man Philippa Georgiou aus dem 23. Jahrhundert ins 24. Jahrhundert transportiert, wo sie im Jahre 2324 in der kanonisch unbeleuchteten Ära zwischen Star Trek VI und TNG agiert oder aber 20 Jahre vor dem Zwischenfall von Narendra III, der in der dritten Staffel von TNG thematisiert wird. Damit der Trekkie zumindest etwas Kanon bekommt, hat man eine junge Rachel Garrett aus dem Hut gezaubert, die in besagter TNG Folge den Captain der Enterprise-C spielt. Hier ist sie noch Wissenschaftsoffizierin und offizielle Sternenflotten-Beobachterin von Section-31!
Re: Filmtagebuch: SFI
Lioness - Staffel 2

In Staffel 2 gibt es hochwertige Militär-Action, die auch einem Actionfilm gut stünde und das ohne offenkundige CGI Explosionen. Leider ist der Plot aber auch generischer als in Staffel 1 und die permanenten Schwanzvergleiche zwischen den verschiedenen Behörden gleichen einem Gottkomplex. Hab hier zwar anfangs gefeiert, aber der Bogen ist auch schnell überspannt. Das zeigt sich auch in der kompromisslosen Herangehensweise der Protagonisten. Obwohl ja im Grunde Spezialeinheiten wie die Navy Seals die Speerspitze der US-Verteidigung bilden, versucht die Serie ihre Spezialeinheit ständig besser als das Allerbeste zu charakterisieren, die obendrein tun und lassen kann, was sie will. Das Ergebnis ist dann aber nicht anders als beispielsweise jenes in der Serie Seal Team, zumal Zoe Saldanas Charakter immer mehr zum Kotzbrocken wird. Sheridan mischt übrigens selbst als Scharfschütze mit.


In Staffel 2 gibt es hochwertige Militär-Action, die auch einem Actionfilm gut stünde und das ohne offenkundige CGI Explosionen. Leider ist der Plot aber auch generischer als in Staffel 1 und die permanenten Schwanzvergleiche zwischen den verschiedenen Behörden gleichen einem Gottkomplex. Hab hier zwar anfangs gefeiert, aber der Bogen ist auch schnell überspannt. Das zeigt sich auch in der kompromisslosen Herangehensweise der Protagonisten. Obwohl ja im Grunde Spezialeinheiten wie die Navy Seals die Speerspitze der US-Verteidigung bilden, versucht die Serie ihre Spezialeinheit ständig besser als das Allerbeste zu charakterisieren, die obendrein tun und lassen kann, was sie will. Das Ergebnis ist dann aber nicht anders als beispielsweise jenes in der Serie Seal Team, zumal Zoe Saldanas Charakter immer mehr zum Kotzbrocken wird. Sheridan mischt übrigens selbst als Scharfschütze mit.

- Elkjaer-Larsen
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Re: Filmtagebuch: SFI
Ja, Zoe geht allem Anschein nach wirklich Jedem an der Handlung beteiligten auf den Senkel. Mir hats gefallen, handwerklich hervorragend. Hab mir wöchentlich die Folge reingelötet. Warte sonst eigentlich immer die vollständige Staffel ab.
Re: Filmtagebuch: SFI
Ja, die Sheridan-Serien genieße ich generell wochenweise. Ist dann sozusagen immer das Highlight zu einem guten Abendessen.
Re: Filmtagebuch: SFI
King's Land

King's Land spielt im 18. Jahrhundert und handelt von Ludvig Kahlen, einem Soldaten, der die kärgliche Heide Dänemarks urbanisieren möchte. Trotz anfänglicher Skepsis und Spott erhält er schließlich die königliche Genehmigung, nachdem er anbietet, das Projekt mit seiner Offiziersrente zu finanzieren. Historisch eingebettet thematisiert der Film damit die sogenannten Kartoffeldeutschen, deren Tradition in Dänemark tatsächlich noch am Leben gehalten wird. Im Grunde ist King´s Land ein solider Western, der dank der rauen Bebilderung des Nordens zwar visuelles Neuland, aber keine narrativen Überraschungen bietet.


King's Land spielt im 18. Jahrhundert und handelt von Ludvig Kahlen, einem Soldaten, der die kärgliche Heide Dänemarks urbanisieren möchte. Trotz anfänglicher Skepsis und Spott erhält er schließlich die königliche Genehmigung, nachdem er anbietet, das Projekt mit seiner Offiziersrente zu finanzieren. Historisch eingebettet thematisiert der Film damit die sogenannten Kartoffeldeutschen, deren Tradition in Dänemark tatsächlich noch am Leben gehalten wird. Im Grunde ist King´s Land ein solider Western, der dank der rauen Bebilderung des Nordens zwar visuelles Neuland, aber keine narrativen Überraschungen bietet.

Re: Filmtagebuch: SFI
Ich fand den Film klasse, nicht zuletzt Dank der Leistung von Mads Mikkelsen.
Re: Filmtagebuch: SFI
Mayans M.C. - die komplette Serie

Die Kritiken zu Mayans M.C. schmälerten meine Vorfreude nach meiner noch recht frischen Sons of Anarchy Erstsichtung, weswegen ich erst einmal haderte, ob ich es überhaupt wagen sollte. Die ersten beiden Folgen wirkten dann auch etwas befremdlich, erinnerten mich aber auch an das damalige skeptisch betrachtete Spin-off Star Trek: Deep Space Nine, welches gegen seine Mutterserie Star Trek: The Next Generation anfangs keinen Torpedo versenken konnte. Es brauchte einfach eine differenzierte Betrachtung. Was daher Mayans M.C. von SAMCRO positiv abhebt, ist die kulturelle Diversität, die die Serie mit Bravour meistert. Während SAMCRO stark auf eine weiße, amerikanische Perspektive fokussiert ist, taucht Mayans M.C. in die mexikanisch-amerikanische Kultur ein. Die Herausforderungen und Identitätskonflikte, mit denen die Charaktere konfrontiert sind, werden nicht nur oberflächlich behandelt, sondern vermitteln ein authentisches Bild der latinx Gemeinschaft. Hier wird zudem deutlich, dass die Bruderschaft nicht nur aus Motorradfahrern besteht, sondern aus Menschen, die mit ihren eigenen Dämonen und der Realität ihrer Herkunft kämpfen. Die Charaktere sind gut geschrieben. Sie sind weniger stereotypisch als einige Pendants in SAMCRO und viele haben auch ein normales Familienleben. Auch die weiblichen Figuren tragen aktiv zur Handlung bei, besitzen aber nicht diesen unglaubwürdigen starken Einfluss auf den Club, wie das bei Gemma Teller in SAMCRO der Fall war. Die Geschichten sind dabei nicht nur die von Outlaws, sondern auch die von Menschen, die in einem ständigen Kampf um Zugehörigkeit und Anerkennung stehen. Zudem fand ich es glaubwürdiger, dass die Charaktere deutlich weniger hinterrücks ihre Eigeninteressen verfolgen. In SAMCRO betonten die Charaktere zwar stetig ihre Loyalität und die Bedeutung der Bruderschaft, untergruben beides aber häufig durch persönliche Ambitionen, Geheimnisse und Konflikte. Diese ständige Spannung zwischen Loyalität und persönlichen Zielen führte wiederum zu Verrat, Machtkämpfen und tragischen Entscheidungen. Charaktere, die sich gegen die Gruppe stellten oder ihre eigenen Interessen über die der Bruderschaft stellen, wurden oft hart bestraft, was zu einem Kreislauf von Gewalt und Rache führte. Im Gegensatz dazu zeigt Mayans MC eine andere Herangehensweise an die Themen Bruderschaft und individuelle Interessen. Der Club besitzt eine stärkere kollektive Identität, die weniger von internen Konflikten geprägt ist. Es gibt zwar auch persönliche Ambitionen, aber diese stehen weniger im Widerspruch zur Bruderschaft. Die Dynamik innerhalb des Clubs ist oft von einem stärkeren Gefühl der Solidarität geprägt. Über dieser sozial konstruierten Bruderschaft thront dazu die Blutsverwandtschaft zweier Brüder, die sich für die staffelübergreifenden Eskalationsspirale verantwortlich zeigt. Das ist gut geschrieben. Dass die Serie schnell ihrer Mutterserie entwachsen ist, zeigt sich alsbald an diversen SAMCRO Gastauftritten, die konstruiert wirkten und bei mir ein überflüssiges Gefühl erzeugten. Dafür punktet Lincoln Potter als Staatsanwalt aus SAMCRO, der sich fast schon als fiesester Sausack von allen hervortut. Dennoch faszinierte SAMCRO einen Tick mehr, da insbesondere Figuren wie Jax Teller, Clay Morrow und Gemma Teller vielschichtiger geschrieben sind und auch alle Nebencharaktere in Charming intensivere Handlungsstränge besaßen, was oft zu grandiosen WTF! Momenten führte.


Die Kritiken zu Mayans M.C. schmälerten meine Vorfreude nach meiner noch recht frischen Sons of Anarchy Erstsichtung, weswegen ich erst einmal haderte, ob ich es überhaupt wagen sollte. Die ersten beiden Folgen wirkten dann auch etwas befremdlich, erinnerten mich aber auch an das damalige skeptisch betrachtete Spin-off Star Trek: Deep Space Nine, welches gegen seine Mutterserie Star Trek: The Next Generation anfangs keinen Torpedo versenken konnte. Es brauchte einfach eine differenzierte Betrachtung. Was daher Mayans M.C. von SAMCRO positiv abhebt, ist die kulturelle Diversität, die die Serie mit Bravour meistert. Während SAMCRO stark auf eine weiße, amerikanische Perspektive fokussiert ist, taucht Mayans M.C. in die mexikanisch-amerikanische Kultur ein. Die Herausforderungen und Identitätskonflikte, mit denen die Charaktere konfrontiert sind, werden nicht nur oberflächlich behandelt, sondern vermitteln ein authentisches Bild der latinx Gemeinschaft. Hier wird zudem deutlich, dass die Bruderschaft nicht nur aus Motorradfahrern besteht, sondern aus Menschen, die mit ihren eigenen Dämonen und der Realität ihrer Herkunft kämpfen. Die Charaktere sind gut geschrieben. Sie sind weniger stereotypisch als einige Pendants in SAMCRO und viele haben auch ein normales Familienleben. Auch die weiblichen Figuren tragen aktiv zur Handlung bei, besitzen aber nicht diesen unglaubwürdigen starken Einfluss auf den Club, wie das bei Gemma Teller in SAMCRO der Fall war. Die Geschichten sind dabei nicht nur die von Outlaws, sondern auch die von Menschen, die in einem ständigen Kampf um Zugehörigkeit und Anerkennung stehen. Zudem fand ich es glaubwürdiger, dass die Charaktere deutlich weniger hinterrücks ihre Eigeninteressen verfolgen. In SAMCRO betonten die Charaktere zwar stetig ihre Loyalität und die Bedeutung der Bruderschaft, untergruben beides aber häufig durch persönliche Ambitionen, Geheimnisse und Konflikte. Diese ständige Spannung zwischen Loyalität und persönlichen Zielen führte wiederum zu Verrat, Machtkämpfen und tragischen Entscheidungen. Charaktere, die sich gegen die Gruppe stellten oder ihre eigenen Interessen über die der Bruderschaft stellen, wurden oft hart bestraft, was zu einem Kreislauf von Gewalt und Rache führte. Im Gegensatz dazu zeigt Mayans MC eine andere Herangehensweise an die Themen Bruderschaft und individuelle Interessen. Der Club besitzt eine stärkere kollektive Identität, die weniger von internen Konflikten geprägt ist. Es gibt zwar auch persönliche Ambitionen, aber diese stehen weniger im Widerspruch zur Bruderschaft. Die Dynamik innerhalb des Clubs ist oft von einem stärkeren Gefühl der Solidarität geprägt. Über dieser sozial konstruierten Bruderschaft thront dazu die Blutsverwandtschaft zweier Brüder, die sich für die staffelübergreifenden Eskalationsspirale verantwortlich zeigt. Das ist gut geschrieben. Dass die Serie schnell ihrer Mutterserie entwachsen ist, zeigt sich alsbald an diversen SAMCRO Gastauftritten, die konstruiert wirkten und bei mir ein überflüssiges Gefühl erzeugten. Dafür punktet Lincoln Potter als Staatsanwalt aus SAMCRO, der sich fast schon als fiesester Sausack von allen hervortut. Dennoch faszinierte SAMCRO einen Tick mehr, da insbesondere Figuren wie Jax Teller, Clay Morrow und Gemma Teller vielschichtiger geschrieben sind und auch alle Nebencharaktere in Charming intensivere Handlungsstränge besaßen, was oft zu grandiosen WTF! Momenten führte.
Re: Filmtagebuch: SFI
Horizon - Kapitel 1

Die Idee für Horizon reicht wohl bis ins Jahr 1988. Nun schuf aber Taylor Sheridan kürzlich mit 1883 die ultimative Bebilderung der Besiedlung des Westens, wogegen Horizon inhaltlich und kinematografisch keinen einzigen Stich macht. Umso tragischer, dass es sich um Costners eigene Franchise handelt, aus der er ausstieg, um etwas zu drehen, was womöglich vor 20 Jahren als TV-Vierteiler gut funktioniert hätte. Jener TV-Habitus haftet dem Film dann auch durchweg an, was ihn nun zu keinem schlechten, aber in Anbetracht seiner angedachten epischen Breite zu einem formelhaften und beliebigen Western macht.


Die Idee für Horizon reicht wohl bis ins Jahr 1988. Nun schuf aber Taylor Sheridan kürzlich mit 1883 die ultimative Bebilderung der Besiedlung des Westens, wogegen Horizon inhaltlich und kinematografisch keinen einzigen Stich macht. Umso tragischer, dass es sich um Costners eigene Franchise handelt, aus der er ausstieg, um etwas zu drehen, was womöglich vor 20 Jahren als TV-Vierteiler gut funktioniert hätte. Jener TV-Habitus haftet dem Film dann auch durchweg an, was ihn nun zu keinem schlechten, aber in Anbetracht seiner angedachten epischen Breite zu einem formelhaften und beliebigen Western macht.
Re: Filmtagebuch: SFI
The Night Agent - Staffel 2

Auch die zweite Staffel kredenzt uns wieder ein Rätsel, das durchweg spannend über die zehn Folgen trägt und mit seiner Auflösung zugleich Vorfreude auf eine dritte Staffel generiert. Die Serie sticht vor allem dadurch hervor, dass sie mit dem inflationären Serienkonzept einer geheimeren als geheimen Spezialeinheit einen nüchternen Weg einschlägt. Ausrüstung sowie Ressourcen, die den Agenten zur Verfügung stehen, entsprechen nicht dem, was man von einer hochqualifizierten Spezialeinheit erwarten würde; erst recht in Anbetracht der direkten Unterstellung der US-Präsidentin. Das ist natürlich erst einmal insofern spannend, als dass der Protagonist die Verschwörung fintenreich entlarven muss, ist aber in Anbetracht des Gefahrenlevels für die Bevölkerung und der Ressourcen der Gegner auch unglaubwürdig. Dank Notbehelfen wie einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt und einem ausgedruckten Fake-Ausweis für das UN-Gebäude stößt er auf eine terroristische Bedrohung, die NSA und Konsorten verborgen blieb.


Auch die zweite Staffel kredenzt uns wieder ein Rätsel, das durchweg spannend über die zehn Folgen trägt und mit seiner Auflösung zugleich Vorfreude auf eine dritte Staffel generiert. Die Serie sticht vor allem dadurch hervor, dass sie mit dem inflationären Serienkonzept einer geheimeren als geheimen Spezialeinheit einen nüchternen Weg einschlägt. Ausrüstung sowie Ressourcen, die den Agenten zur Verfügung stehen, entsprechen nicht dem, was man von einer hochqualifizierten Spezialeinheit erwarten würde; erst recht in Anbetracht der direkten Unterstellung der US-Präsidentin. Das ist natürlich erst einmal insofern spannend, als dass der Protagonist die Verschwörung fintenreich entlarven muss, ist aber in Anbetracht des Gefahrenlevels für die Bevölkerung und der Ressourcen der Gegner auch unglaubwürdig. Dank Notbehelfen wie einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt und einem ausgedruckten Fake-Ausweis für das UN-Gebäude stößt er auf eine terroristische Bedrohung, die NSA und Konsorten verborgen blieb.

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