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von McClane » 20.01.2026, 10:21
Das ist schwierig zu beantworten, da "objektive Filmkritik" quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wehklagen, dass das aktuelle Kino immer das schlimmste/oberflächlichste/dümmste/etc. ist, findet man seit den 1980ern. Gefühlt finde ich heute auch weniger, das mich begeistert, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich a) schon einfacher viel kenne und mich deshalb weniger so schnell begeistern kann und b) ich mit einer gewissen Art von Filmen sozialisiert wurde (vor allem aus den 1980ern und 1990ern). Hinzu kommt, dass man beim aktuellen Kino immer alles im Blick hat (High- und Lowlights), während bei der Vergangenheit die Erinnerung ein Betrüger ist: Gefühlt bestanden die Eighties dann nur aus "Stirb langsam", "Zurück in die Zukunft" und "Indiana Jones", während man den Ranz, den es auch damals schon gab, einfach vergessen hat.
Natürlich hat sich der Output durch Streaming erhöht, die großen Studios veröffentlichen zwar immer weniger Filme im Kino pro Jahr, aber es gibt halt viele Alternativen. Was beim Streaming allerdings auch hinzu kommt: Man hat einen viel einfacheren und direkteren Zugriff auf Unmengen von Content, sodass die Auswahlmöglichkeiten einen bisweilen erschlagen, bei vielen aber auch die Bereitschaft verloren geht, sich auf einen Film oder eine Serie einzulassen und direkt abgebrochen wird, wenn einen etwas nicht sofort kriegt.
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]
Perry Van Shrike: "Look up 'idiot' in the dictionary. You know what you'll find?" - Harry Lockhart: "A picture of me?" - Perry Van Shrike: "No! The definition of the word idiot, cause that is what you fucking are!" [Kiss Kiss, Bang Bang]