Filmtagebuch: freeman

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Beitrag von deBohli » 27.07.2009, 15:26

freeman hat geschrieben:Ja! ;-)

In diesem Sinne:
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Verdammt :cry: Ich sehe meine Freundin wohl zu viel..
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Beitrag von freeman » 27.07.2009, 15:27

Das denk ich mal auch ... Abwehrmaßnahmen einleiten bitte ;-)

In diesem Sinne:
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Beitrag von deBohli » 27.07.2009, 15:42

freeman hat geschrieben:Das denk ich mal auch ... Abwehrmaßnahmen einleiten bitte ;-)

In diesem Sinne:
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Naja jetzt habe ich sie dann seit 2 Wochen nicht mehr gesehen, und vielleicht sollte ich mir wieder mal einen Actionfilm ansehen. Das könnte Besserung einleiten ;)
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Beitrag von freeman » 03.08.2009, 08:48

Scarecrow
Im Rahmen meiner Tiffany Shepis Wochen :lol: angeschaut und für ganz ok befunden. Ist halt die typische Story: Loser wird von allen gehänselt, verliebt sich in Judy, wird irgendwann gemeuchelt und dann fährt sein Geist ins nächstgelegene Gefäß - hier eine Vogelscheuche. Der Rachefeldzug kann beginnen und hat dank der irren Konzeption der Vogelscheuche einige Lacher in Petto: Zum einen drischt sie die miesesten One Liner seit langem und zum anderen kann sie Kung Fu. Ist zwar sinnlos für den Film, sieht aber geil aus! Leider verliert der Film ausgerechnet mit Auftauchen der Vogelscheuche an Fahrt, weil er den Fehler macht EBEN NICHT die Figur der Judy und damit jene von Tiffany in den Mittelpunkt zu rücken, sondern stattdessen lauter neue Nasen einzuführen, die gleich darauf wieder verrecken. Tiff darf dann am Ende nochmal losrocken, aber das ist eindeutig zu spät. Kurzum: Durchwachsen, aber mit coolem Soundtrack und einigen stimmungsvollen Einlagen!
:liquid4:

Banshee
Ahjo, brauchbare FX, schön zügig durchgezogene Story, amtlicher Bodycount und ein witzig konzeptioniertes Monster versus brachial miese Digitaloptik, unfähige Darsteller und eine lausige deutsche Synchro ...
:liquid4:

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Beitrag von StS » 03.08.2009, 09:08

@ Scarecrow: Ich glaub von dem (und/oder dem ersten Sequel, welches übrigens totaler Rotz ist) hab ich noch Kritiken in der Ofdb.
Könnte ich ja mal etwas nachbessern und hier auch reinstellen... :wink:

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Beitrag von freeman » 03.08.2009, 09:10

Das wäre ne Maßnahme! Das Sequel ist totaler Rotz? Muss ich doch direkt mal gucken, ob ich das billig krieg LOL

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Beitrag von freeman » 05.08.2009, 08:51

So, @ Feingeister: Piss off, jetzt wirds laut!

Sexy Biester in der High School
Gestern zu Ende geschaut (Anfang der Woche begonnen) und wirklich selten so einen riesigen Haufen Scheiße gesehen, wie diesen filmischen Dreck! Ein Film, der den Zuschauer regelrecht aggressiv macht, obwohl ich am Anfang die ganze Zeit dachte: Wie witzig, der Streifen bestätigt ja wirklich jedes Vorurteil, dass man so Frauen gegenüber haben kann. Doch irgendwann wurde mir die Nabelschau einfach zuviel! Und so verlief mein Denkprozesss während des Filmes ungefähr so:
- bis Minute 30: *augenverdreh* und "Frauen, so typisch!"
- ab Minute 30: *augenverdreh* und "Was für Fotzen!"
- ab Minute 60: "Die Alten gehören mal richtig in den Arsch gerummst! Vielleicht dringt man dabei bis zum Kopp vor und kann deren Hirn lobotomieren und alles auf 0 setzen?"
- im Abspann: "Kann mich wer in den Arsch rummsen und mein Hirn lobotomieren?"
Keine Ahnung, wer den Leuten Geld für den Film gegeben hat, oder glaubte, das Ergebnis könnte irgendwie irgendwem irgendwas bringen. Aber vermutlich wurde derjenige auch durch seinen Arsch lobotomiert.

Worum gehts: 5 Fotzenhobel beherrschen eine High School. Keine 16 Jahre alt, nur am Intrigieren und wenns ganz enge wird, rufen sie Mami an ODER ziehen den Belästigungsjoker. Die Fickfressen treiben es aber irgendwann zu weit, so dass sie aus dem Cheerleaderteam zu fliegen drohen. In den Weg geleitet hat das die neue Cheerleadingtrainerin, die den Hackfressen Manieren beibringen will, aber schnell merkt, dass sie gegen die Sackhaarfressen einfach nicht ankommt, weil die lieben Eltern der Sackschmatzerischen voll mächtig sind und so ...

Was der Film einem im Endefekt sagen will, wird nie klar. Stattdessen rückt er die sexy Biester, die ungefähr so sexy sind, wien Loch im Kopp, "sexy" ins Bild und lässt sie Scheiße labern. Die Trainerin, die alles ändern will, wird von Jenna Dewan gespielt, die ungefähr ein Jahr älter aussieht, als die Kids, dies zu erziehen gilt. Keine Ahnung, wie man es dreht und wendet, dieser Film ist so herrlich unglaubwürdig und an allem vorbei, was man Realität nennen könnte, dass es nur so scheppert. Und wie schlecht der erst gespielt ist ... Hammerhart!

Zudem wird die dicke Möse im Biesterteam von meiner absoluten Hasssynchronisationsstimme gesprochen! Die spricht immer kleine dicke Weiber mit fetten Babyfressen, die die ganze Zeit nur am Nölen sind und ich wette, die Dame hinter der Stimme sieht auch genauso aus und ist genauso wie die Charaktere, die sie labert. Aber der ihr Stimme ist einzigartig. Die höre ich nur Sekunden und bin sofort auf 180 und könnte alles verwammsen, was mir in den Weg kommt. Boah ... Alter, ich krieg schon wieder einen Anfall!

Und am Ende, ja, da umarmen sich alle, die Trainerin darf zumindest mal moralisch über die bösen Oberfotzen triumphieren und der Zuschauer schiebt sich einen Besenstiel hinten rein, um sein Hirn zu lobotomieren. Aber das hatten wir ja schon. Absolut geil ist, dass wer den Film sieht und vorher kein Frauenhasser war, es nach dem Film hundertpro ist! Selbst Feministinnen werden nach dem Film zu Macholiebhabern. Garantiert!

Und wo wir gerade beim Thema Frauenhass sind. Wie meinte Dennis Leary in Rescue Me letztens so treffend:
Alte, du könntest aus zwei Gründen interessant für mich sein:
1. du könntest mir einen blasen
2. du könntest mir ein Sandwich schmieren!
Zu erstens hab ich mit dir keinen Bock und zu zweitens muss ich erwähnen, dass ich heute spät gefrühstückt habe und daher keinen Hunger habe. Also verpiss dich!

Passt so auch hundertpro auf diesen Scheißhaufen an Zelluloidverschwendung! So, hab mich abgeregt ... tat gut!
:liquid0:

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Beitrag von gelini71 » 05.08.2009, 09:04

Läuft der auf Sky ? Hört sich gut an :lol:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von freeman » 05.08.2009, 09:14

Jo! Unbedingt angucken und mit Frau gucken :lol: Mal sehen, ob sie sich danach hasst ...

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Beitrag von gelini71 » 05.08.2009, 09:25

Kommender Montag um 12:15 Uhr ist der nächste Termin - HD Recorder ist schon programiert.
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von McClane » 05.08.2009, 09:27

Der Film interessiert mich nicht die Bohne, aber freemans Kommentar hat mir herzhaftes Lachen am Morgen beschert... also waren die vom Pierre erlittenen Qualen nicht ganz umsonst :lol: :lol: :lol:
Jimmy Dix: "Du glaubst wohl nicht an die Liebe?" - Joe Hallenbeck: "Doch ich glaube an die Liebe. Ich glaube auch an Krebs." [Last Boy Scout]

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Beitrag von freeman » 05.08.2009, 11:46

Weidet euch nur an meinem Leid ... Ich versuch derweil die Adressen der "Schauspielerinnen" zu eruieren, um sie brachial zu belästigen :lol:

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Beitrag von kami » 05.08.2009, 12:24

Männer scheinen aber auch kaum besser zu sein, immerhin hat eine männliche Schlampe das (zugegebenerweise von einer Frau verfasste) Drehbuch verfilmt.
BTW, wie kommt man darauf, sich so einen Streifen anzuschauen, wenn man noch nicht einmal die gesamte Don Wilson-Filmographie durchgearbeitet hat?

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Beitrag von freeman » 05.08.2009, 15:30

Ich wette, der Typ wollte der Drehbuchische nur beweisen, wie sehr er es verhunzen kann ... DAS kann niemals SO geplant gewesen sein :lol:

Das mit dem Don ist aber wahr ... ich gelobe Besserung :) :) :)

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Beitrag von freeman » 06.08.2009, 08:37

Harold & Kumar - Escape from Guantanamo Bay
Ich fand ja den ersten ziemlich mies, was aber auch und vor allem an der bescheuerten deutschen Synchro lag. Dennoch hab ich mich nie wieder rangewagt, bis nun Teil 2 auf dem Sender formerly known as Prämere lief und einfach mal alles wegrockte. Zwar greift man ein-, zweimal zu oft in die Fäkalwitzkiste, ABER die Gags drumherum hauen einen schier aus den Latschen. Politisch unkorrekt bis zum Geht nicht mehr bekommt hier die "Terrorangst und Paranoia" der Amis einen megasaftigen Tritt vors Schienbein, was in eine geniale "George Bush erklärt, warum er Dope rauchen darf und andere nicht" Einlage mündet. Hammerhart bzw. geil ist zudem die irre Unten Ohne Party mit Ärschen und Mösen Galore UND absolutem Moppenzeigverbot. Und Neil Patrick Harris als ... ja, Neil Patrick Harris macht die ganze Geschichte dann Legen ... wait for ist ... dary!
:liquid8:

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Beitrag von kami » 06.08.2009, 09:07

freeman hat geschrieben:Und Neil Patrick Harris als ... ja, Neil Patrick Harris macht die ganze Geschichte dann Legen ... wait for it ... dary!
Ah, a fellow fan of HIMYM.

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Beitrag von freeman » 06.08.2009, 13:03

Juppdidupp!!! ;-)

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Beitrag von Dr Dolph » 06.08.2009, 18:48

Ich fand den rassistischen Ermittler auch klasse, allein die Szene mit dem Übersetzer oder die Szene wo die Beiden Kumpels von Harold und Kumar auf ihre Rechte bestehen. Absolut geil!

Den Ersten fand ich auch gut, grade wegen der übelst schlechten Synchro, das gab dem Ganzen noch son trashigen Beigeschmack.

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Beitrag von freeman » 07.08.2009, 08:32

Neee, der erste war imo vor allem deshalb so misslungen, weil durch die Synchro BEIDE zu dämlichen Dopeheads verkamen, was ja aber eben net korrekt ist, da Kumar ja schon sehr ernst aufgestellt ist ... Schrecklich ... aber auch in der originalen Sprachfassung hat der nix getaugt ...

Und die II rockt unerwarteterweise so krass, da fliegt dir der Kopp weg. Alleine die Fistingszene war so ziemlich das Geilste, was seit langem in Amilanden in Sachen Komödie lanciert wurde ...

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Beitrag von Dr Dolph » 07.08.2009, 17:32

Ja das stimmt, der Zweite ist um Längen besser als der Erste, aber den finde ich trotzdem toll :roll:

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Beitrag von freeman » 10.08.2009, 08:50

Darfste ja auch ;-)

Public Enemies
John Dillinger lebt ein Robin Hood gleiches Leben eines Gesetzlosen, der die Banken ausräumt und das Geld der kleinen Leute unangetastet lässt. Dadfür fährt er zwar auch mehrfach ein, kann aber immer wieder aus den Gefängnissen fliehen. Seine zunehmende Medienpräsenz und seine immer frecher werdende Art, Banken auszurauben und die Polizei zu düpieren, bringt die amerikanischen Behörden in Zugzwang. Diese erklären Dillinger zum Staatsfeind Nummer Eins und setzen ihren Agenten Melvin Purvis auf ihn an. Dieser geht bei seinem Job zunächst vor allem methodisch und wissenschaftlich, dann zunehmend alles andere als zimperlich vor ...

Dabei springen Gangster wie Babyface Nelson oder Pretty Boy Floyd über die Klinge, von denen man in unseren Breiten so gut wie gar nichts weiß. Und damit sind wir beim ersten Problem des neuen Michael Mann Filmes: Er ist durch und durch amerikanisch und setzt Wissen voraus, das gerade jenseits des großen Teiches hundertprozentig nicht da ist. Und selbst seine Hauptfigur John Dillinger stellt Mann dem Publikum nicht vor. Alle Figuren definieren sich hier nur über ihre Handlungen, was über weite Strecken gar nicht funktioniert, da sie ab und an teils vollkommen unnachvollziehbar agieren oder austicken. Vor allem der Charakter des Babyface Nelson sei hier hervorgehoben ...

Des Weiteren schafft es Mann diesmal nicht, einen wirklich durchgängigen Spannungsbogen zu installieren, was vor allem an den schwach gezeichneten Figuren liegt, die einem vollkommen fremd bleiben und einen nicht in den Film hineinfinden lassen. Erstaunlicherweise erweist sich ein Großteil des Castes trotz dieses Umstandes als sehr spielfreudig, wobei vor allem Johnny Depp absolut positiv herausragt. Sein Widerpart Christian Bale dagegen agiert, als habe er die John Connor Routine aus dem letzten Terminatorflop nicht abschütteln können und schlafwandelt mit eingeforener Gesichtsmaske durch den Film.

Aufgrunddessen will auch das Duell Dillinger vs. Purvis niemals zünden, weshalb die unter den Bildern flirrende Spannung, die Manns Meisterwerk Heat einst erzeugen konnte, in Public Enemies niemals aufkommen will. Dabei sind ansonsten die Nähen zu Heat eklatant. Zwei Figuren. Einer ein Verbrecher, einer ein Cop – doch in ihren Methoden unterscheiden sie sich überhaupt nicht und sind einander näher, als sie es wahr haben wollen. Die Nähe zu Heat unterstreicht zudem die ebenfalls einmalige direkte Begegnung der beiden Kontrahenten. Die daraus resultierende Szene ist dann allerdings eine der schwächsten im ganzen Film. Denn hier begegnen sich keine zwei Figuren auf Augenhöhe. Nein, hier begegnen sich ein clownesker Bankräuber und ein roboterhaft agierender Staatsbeamter. Das Ergebnis ist eher grotesk denn spannend. Kurzum: Mann versagt diesmal komplett auf der storytechnischen und charakterlichen Ebene. Oder, um es prägnanter auszudrücken: Sein Film ist verdammt kalt.

Dennoch ist der Film nicht misslungen. Das liegt zum einen an dem tollen Cast, der bis in die Nebenrollen grandios hochwertig besetzt ist und an Manns unmittelbarer, absolut genialer Optik. Mit einer nervösen Handkamera kriecht er förmlich in seine Figuren hinein und schleudert den Zuschauer mitten hinein ins Geschehen. Der wird von der daraus resultierenden Wucht förmlich erdrückt und staunt darüber, wie realistisch Mann die 30er Jahre auferstehen lässt. Man hat förmlich das Gefühl, die Epoche zu riechen, zu schmecken und zu spüren und Mann verzichtet darauf, seine Bilder irgendwie mit Glamour zu versehen. Kein Weichzeichner, kein Farbfilter, nichts verstellt seine Sicht auf diese Zeit. Stattdessen gibt es genial tiefenscharfe, hochrealistische, in den Nachtszenen rauschende Digitalkamerabilder, bei denen Mann erneut beweist, dass er bisher der einzige Regisseur ist, der diese Technik für sich gewinnbringend einsetzen kann.

Der zweite große Pluspunkt ist die für Mann typische, wuchtig brachial inszenierte Action, die sich vor allem in ungeheuer präzisen und brachial lauten Shoot Outs entlädt, wobei hier kein Stein auf dem anderen bleibt, Holzhütten zerlegt und Wälder gerodet werden. Auch das gebotene Quäntchen Härte findet man in dem erstaunlicherweise ab 12 freigegebem Gangsterfilm.

Im Großen und Ganzen ist Public Enemies aber einer der schwächsten Mannfilme. Es fehlt an greifbaren Charakteren, die nachvollziehbar handeln. Auch die eigentliche Zeit, in der der Streifen spielt, wird abgesehen von der genialen Ausstattung nicht einmal ansatzweise beschrieben - die damalige Wirtschaftskrise spielt beispielsweise keinerlei Rolle. Das vermutlich angestrebte, aber niemals packende Duell Dillinger / Purvis verkommt irgendwann zur bloßen Behauptung und Christian Bale entpuppt sich – auch dank des undankbaren Drehbuchs – als unwürdiger Gegner für den grandios aufspielenden Johnny Depp. Dafür punktet der Film mit großartigen Shoot Outs, einer atemberaubenden Optik, starken Nebendarstellern und einem hervorragenden Soundtrack. Leider wird man aber nie das Gefühl los, dass Mann diesmal einfach nie zum Kern der Sache vordringt und seine Hommage an das Gangsterkino vor allem eines macht: Potential verschleudern ...
:liquid6:

Der JA-Sager
Tja, das war dann also das Remake vom Dummschwätzer. Das war erstaunlich solide (auch wenn man den Jim eigentlich net mehr in solchen Rollen sehen will) und durchweg unterhaltsam, wenn auch nicht wirklich durchgängig mit Brüllern versehen. Ganz im Gegenteil. Echte Brachialgags blieben vollständig aus, stattdessen gab es den einen oder anderen recht ernsten Moment und die Storyidee, einfach mal mehr Ja zu sagen, hatte auch irgendwas und sorgt beim Zuschauer für nachdenkliche Momente. Was in einer solch sympathischen Komödie aber ein "Ich nehm meine Zähne raus und blas dir einen" Fellatiogag mit einer Rentnerin zu suchen hat, muss mir mal irgendwann irgendwer erklären. Die Szene ist ein riesiger Fremdköper im Film und passt zu keiner Sekunde zum angeschlagenen Grundton ... seltsam ...
:liquid6:

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Beitrag von Hannibal » 10.08.2009, 09:49

Danke freeman, dann kann ich mir den Mannfilm ja guten Gewissens sparen.....ich fand den Trailer ja schon langweilig...

Krass finde ich, dass Bale sich so derb zurückentwickelt...wenn ich da an "Equilibrium" denke, wo er mich seinerzeit vollkommen umgehauen hat.

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Beitrag von freeman » 10.08.2009, 13:12

Hier kann er aber nicht wirklich viel zu ... Hier würde ich die Alleinschuld aufs Drehbuch schieben ... zumal einem, wenn der Bale durchs Gangsterunterholz hobelt, schon ein echter Schauer über den Rücken läuft ... American Psycho mit Hut halt ;-)

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Beitrag von SFI » 10.08.2009, 14:25

Volles Dito zum Ja-Sager, die Oma Szene ging gar nicht. Beim Mann Film halte ich es wie Hannibal, Trailer suckte imo schon, wird wohl erst auf BD geschaut.
DAS UNMASKIERTE SYSTEM

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

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Beitrag von freeman » 12.08.2009, 08:24

Conversations with Other Women
bla bla bla bla bla bla bla ... den ganzen Film lang, ohne echte Richtung, ohne echtes Ziel. Viel wirkt improvisiert, Langeweile stellt sich flott ein, einfach weil das Konsequenzlosbleiben des Gelabers irgendwann nervt. Dafür ist der Film ansehnlich besetzt: Aaron Eckhart, Helena Bonham Carter, Olivia Wilde, Cerina Vincent ... viel retten können die aber auch nicht. Das einzige, was überrascht, ist der sehr interessante Schnitt, der ab und an der "Handlung" vorgreift, dann Gegenwart und Vergangenheit mühelos verschmilzt usw. Im Großen und Ganzen aber eher langweiliges Mitdreißiger Palaver ...
:liquid4:

Mein Freund der Wasserdrache
Fast schon zu naive Kind und sein Haustier Geschichte, die vor allem unter dem ganzen unnötigen Storybalast um den Vater des Jungen und die Kriegssituation leidet. Zum Ausgleich bekommt man fetteste Bilder Schottlands, einen hervorragenden Score, einen tonal gesehen brachialen Showdown und eine sehr nett getrickste Nessie. Kann man lassen ...
:liquid5:

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