Musiktagebuch: Sir Jay

Liquids mediales Sammelsurium.

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deBohli
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Beitrag von deBohli » 05.10.2009, 07:55

Bezüglich dem chaotischen von dem ersten Track auf der EP:
Das ist typisch Robert Fripp der hier Gitarre spielt.
Sir Jay hat geschrieben:Bin schon am überlegen, wilsons Konzept zunichte zu machen, und die tracks irgendwie sinnvoll in die FOBP scheibe einzufügen; ob das den vince wieder schocken würde??? :lol:
:liquid8:
Das würde gar nichts zerstören. Schau doch mal die Doppel-Vinyl Ausgabe an: Da wurden sie offiziell ins Album integriert und du musst auch keine neue Reihenfolge erfinden ;)
Fear of a Blank Planet (2LP edition)
September 2007 ToneFloat TF40
SIDE A
1. Fear of a Blank Planet (7.28)
2. My Ashes (5.07)
3. Cheating the Polygraph (7.10)

SIDE B
1. Anesthetize (17.46)

SIDE C
1. Sentimental (5.26)
2. Way Out of Here (7.37)
3. Sleep Together (7.28)

SIDE D
1. Nil Recurring (6.08)
2. Normal (7.09)
3. What Happens Now? (8.23)

NOTE - This 2LP edition also contains all 4 tracks from the Nil Recurring mini album. Available in 2 editions - standard double LP in gatefold sleeve, and special limited edition of 1,000 copies with additional poster, booklet and slipcase.
Quelle: porcupinetree.com
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Sir Jay
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Beitrag von Sir Jay » 10.12.2009, 08:37

Das mag vielleicht keiner erwartet haben, so eben habe ich folgendes Album durchgehört X.x
Bild
Hocke hier gerade in der C-Programmier-Übung, und warte ungeduldig darauf, dass der Prof mir bei meinem Quellcode hilft...naja habe solange Zeit für ein kleines Kurzreview.
Mein Hinweg zur FH heute habe ich mit diesem Album zugebracht.
Und ich wollte es gut finden. Ich wollte es wirklich ganz ehrlich gut finden, da ich mir über den elementaren Eigenschaften des Thrashmetals hinaus (die mir bisher nicht sonderlich zu sagten) noch andere Qualitäten erhofft habe, wie episch, melodische Übergänge, die eine Atmosphäre erzeugen, die mich dann trotz des double beat marathons begeistern könnten.
Aber nach 8 Tracks stellte sich die Ernüchterung ein, denn dieses mehr als 20 Jahre alte Album hört sich irgendwie nicht viel anders an, als das aktuelle Death Magnetic.
Ich will jetzt gar nicht groß auf den hektischen Doublebeats und dem endlosen Geschrammel rumtreten; ohne wäre es wohl kein Thrashmetal, aber ich bin wirklich erstaunt (im negativen Sinne) wie diese Zutaten über das ganze Album hindurch verwendet werden; so gut wie jeder Track besteht aus dem immer selben Geschrammel an der E-Gitarre. Das mag beim ersten mal noch ganz cool klingen, doch wenn sich das Track für Track so fortsetzt, als könne man gar nichts anderes spielen, wirkt das auf mich schnell sehr ermüdend und nervig.

Also wenn dieses monotone, immergleiche Draufgehaue den Charakter des Thrash Metals ausmacht, spricht das meiner Meinung nach nicht sonderlich für dieses Genre; also auch als Metal Noob kann ich denke ich zu Recht behaupten, dass "Master of Puppets" nicht sonderlich abwechslungsreich ist; entsprechend lassen sich bei mir keine herausragenden Passagen herausfiltern, die ich vor etwa einer Stunde noch gehört hatte.
Ok da bleibt eigentlich nur der Titeltrack, der einen Hauch von Melodie erkennen ließ, und einen wirklich schönen Übergang im Mittelteil zu bieten hatte. An der Stelle war ich dann eigentlich guter Dinge, dass es noch ähnlich gute Stellen geben wird, aber das war eigentlich schon der Höhepunkt. Mir werden die immerselben Gitarrenriffs einfach viel zu oft wiederholt, und ebenfalls wenig anfangen kann ich mit Hetfields Gesang, der oft daraus besteht ganz hekelig und abrupt irgendwelche Schlagwörter wie "Master" oder "Battery" wiederholt in den Raum zu werfen. Da fühlen sich meine Ohren eher geschüttelt als mitgenommen.

In "Leper Messiah" wird mir etwas geboten, was ich zwar schon vorher kannte, aber mir hier zum ersten mal richtig bewusst wurde.
Nämlich diese Ansage "One Two, One two" zu Beginn des Tracks. Sowas halte ich bei einem Konzeptalbum, oder zumindest einem Album, dass sich lyrisch einem bestimmten Thema annimmt für ziemlich daneben. Solche Taktansagen haben meiner Meinung nach nichts in so einem fertigen Produkt, das eine Geschichte, oder Gesellschaftskritik vermitteln will verloren.
Hat eigentlich nur noch gefehlt, dass der Song mittendrin aufhört, und der Herr Hetfield den Drummer zur Sau macht, weshalb er denn den Takt versemmelt hätte :lol:
DAS wäre komisch gewesen...

Ich wollte das Album wirklich gut finden, aber anscheinend hat der Thrash Metal doch nicht mehr als hektisches Gehaue zu bieten, mit dem ich einfach nichts anfangen kann. Gerne hätte ich ja den Charakter des Albums im Kontext zu seiner damaligen Zeit bewertet, immerhin gilt es ja als DAS Jahrhundertalbum.
Doch müsste ich da sowohl die beiden Vorgängeralben von Metallica, als auch die namenhaftesten Konkurrenzprodukte der damaligen Metal Szene kennen, um die Innovationen dieses Albums als Solche zu erkennen und bewerten zu können.
Daher bleibt meinerseits nur das Noob-Urteil.
Viel zu abwechslungsarm (aus objektiver Sicht)
Viel zu hektisch und aggressiv (persönliche Meinung)

Naja jetzt habe ich erstmal noch das "...Justice for all" Album vor mir, das wird mir wahrscheinlich ebensowenig gefallen, aber so viel Musik-Bildung muss schon sein...Immerhin finde ich Master of Puppets ein Stück besser als Death Magnetic, wegen dem für meine Ohren doch noch gut gelungenen Titeltrack
:liquid5:

Bisher muss ich halt sagen, dass ich mich in Sachen Metal bei Dream Theater noch am ehesten zu Hause fühle; Metallica ist mir da wohl eine Spur zu hart; bzw ist das eine Form von Härte die mir nicht sonderlich zusagt.

So jetzt ich aber mal an meinen Quellcode ;)

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Beitrag von Hannibal » 10.12.2009, 19:19

:-D

Finde ich gerade sehr interessant, weil ich auf der einen Seite zu 100% weiß, was du meinst und auf der anderen als Fanboy nur den Kopf schütteln kann...

Den Titeltrack "Master of Puppets" habe ich als Live-Version von 2003 kennengelernt mit nicht mehr so gekrächzten Vocals und einem aktuelleren Soundgewandt. Als ich dann irgendwann das Originalalbum hörte, fand ich's einfach nur furchtbar....die Produktion, der Gesang...und alle Stücke hörten sich irgendwie gleich an.

Das genau das heute nicht mehr so ist, führe ich ausschließlich auf veränderte Hörgewohnheiten zurück...weil es ist vollkommen egal, welches Album ich nehme...am Anfang hört sich in meinen Ohren jedes Album wenig abwechslungsreich an. Bei Metallica ist es halt Genre-gemäß viel verzerrtes Geholze, bei Dream Theater ist es vollkommen verrücktes Takt-Gewichse im 10-Sekunden-Takt, bei Porcupine Tree ist es atmosphärisches Gedudel usw... gerade wenn man in eine Musikrichtung neu einsteigt, empfinde ich das immer so. Und es ist eigentlich vollkommen logisch.....es ist ja alles von der gleichen Band, gesungen vom gleichen Sänger, die da Stücke aus einer zeitlich stark begrenzten Songwriting-Phase eingespielt haben....wenn ich ne PT-Scheibe zum ersten Mal höre, ist es bei mir auch erstmal ein gleichbleibender Soundbrei...und erst wenn ich sie öfter höre, kann ich Highlights ausmachen, Melodien finden, die sich einbrennen...halt die musikalische Genialität entdecken. Viele meiner Bekannten empfinden PT als langweilig und konturlos, eben weil sie nach dem ersten Hören aufgeben. Und Metallica oder eben Thrash Metal wird auch meistens als 70 Minuten durchgängiger Krach bezeichnet......weil ungeübte Nicht-Metaller nach dem ersten Hören aufgeben....so erschließt sich halt keine neue Musikrichtung.
Mit anderen Worten: Im Prinzip gewöhnt man sich an alles, wenn man's nur oft genug hört...imo isses as simple as that. Wenn du es von nun an jeden Tag einmal durchhörst, wirst du es in 2 Monaten lieben, versprochen ;-)

Wirklich stoßen tu ich mir nur an deiner "one two, one two"-Kritik...wir reden hier von Rock 'n Roll, Junge.....wenn du 'ne klinisch saubere Produktion willst, geh Computermusik hören ;-)

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Beitrag von Vince » 10.12.2009, 19:49

BAM! :lol:

Ich könnte den Beitrag vom Hannibal gar nicht dicker unterstreichen, er packt das Wesen von Musik an sich da absolut an den Hörnern. "Master of Puppets" ist mal so was von kein bisschen eintönig, schon gar nicht objektiv betrachtet; genau genommen gibt es imo gar kein abwechslungsreicheres Metallica-Album. Aber natürlich muss sich das in deinen Ohren eintönig anhören.

Den selben Eindruck hab ich immer, wenn du über meine Platten sprichst, Jay. Deine Minikritiken sind immer absolut grundehrlich und noch dazu bemühen sie sich immer um ein Verständnis für die Musik, und deswegen mag ich sie so sehr. Aber es ist auch grundsätzlich immer eine Outsiderperspektive, die gar nicht verstehen kann, was die Musik in Wirklichkeit ausmacht. Das führt geradezu haarsträubende Fehleinschätzungen mit sich, aber deswegen kann man dir nicht böse sein, denn man weiß ja, warum du so denkst und woher das Denken kommt.

Also immer weiter so. Nebenbei denke ich, dass wir dich musikalisch auf jeden Fall klar aufgeschlossener gemacht haben. Aber das gilt für alle. Das ist das Geile an dem Musikbereich hier im Forum: wir kommen aus teils so unterschiedlichen Richtungen und haben doch immer ein offenes Ohr für die Musikrichtungen der anderen. Sei es Prog, Old School-Metal, Techno, Charts-Mucke oder Undergroundgedöns...

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Beitrag von Sir Jay » 10.12.2009, 22:18

also ich möchte doch mal prinzipiell klarstellen, dass es durchaus Alben gibt, die auch beim ersten Durchhören wesentlich abwechslungsreicher klingen, als manch andere.

Dass man ein zunächst mittelmäßig eingestuftes Album später lieben lernt kenne ich selber; habe ja schon öfter erwähnt, dass ich zu Beginn mit The Downward Spiral nicht viel anfangen konnte; war mir zu wenig greifbar; aber ich konnte zumindest nach dem ersten mal nicht behaupten, dass es eintönig sei, die Abwechslung war auf jedenfall hörbar. Und irgendwann entstand halt sowas wie Liebe.

Aber Master of Puppets hört sich eben auch nach dem ersten hören ziemlich abwechslungsarm an, und wenn das schon das abwechslungsreichste Album von Metallica ist, dann erhoffe ich mir in der HInsicht keine große Besserung bei Justice for all (wird morgen gehört denk ich).

Naja vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass der mir der Titeltrack einen Ohrwurm für den ganzen Vormittag beschert hat, der war wie gesagt schon noch in Ordnung und eben einprägsamsten, aber ich bezweifele, dass mich der Thrash Metal noch zum Anhänger machen kann; klar kann man sich an alles gewöhnen, aber wenn ich jetzt dem Hanni erzähle, er solle sich jeden Tag 8 STunden lang Tokio Hotel anhören, wird er mich auch nur auslachen, wenn ich ihm dann versichere er werde nach einem Monat zum Fan ;)

Was den Prog Rock betrifft, würde ich übrigens nicht sagen, dass ich das für mich komplett neu entdeckt hätte, denn diese majestätischen Gitarrensolos mochte ich schon immer, wo auch immer ich sie gehört hatte (Film, videospiel etc), mit PT habe ich da dann nur eine direkt zugreifbare Quelle gefunden, die mir das ganze in neuen Facetten und experimentiellen Ausarbeitungen präsentiert; aber wenn mir Musik gleich von Anfang an gefällt, dann bin ich in gewisser weiße schon vorbelastet.

Metallica ist halt etwas, das mir weniger begegnet ist und nie so ansprach, insofern gibt da eben so einige Kennenlernschwierigkeiten, doch wir wollen nicht vergessen, dass ich Das Black Album ja eigentlich ganz dufte fand :D

aber ich bleibe dabei, dass dieses "one two" nicht in ein Album gehört, schon gar nicht in ein Konzeptalbum, oder zumindest ein Album, dass sich doch einer relativ seriösen Thematik annimmt.
Diese Taktansage kann der Hetfield in einer Live Show bringen, oder eben beim proben.
So wirkt das auf mich als hätte man in einer Szene eines fertigen Filmes vergessen die Action-Klappe aus dem Bild rauszuschneiden :lol:

Für mich ist ja Musik nicht einfach nur "was tolles hören", sondern eintauchen in eine andere Welt. Eine von den Künstlern erschaffene Welt, die plötzlich zusammenbricht, sobald da so eine Reviewanweisung wie die Taktansage zu hören ist :lol:
Na ok, wenn ihr damit leben könnt...fatal ist das natürlich nicht, aber ich finde wie gesagt, sollte sowas nicht sein ;)

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Beitrag von Hannibal » 11.12.2009, 00:11

Sir Jay hat geschrieben:also ich möchte doch mal prinzipiell klarstellen, dass es durchaus Alben gibt, die auch beim ersten Durchhören wesentlich abwechslungsreicher klingen, als manch andere.
Klar gibt's die, das heißt aber nicht, dass es die besseren Alben sind.
Aber Master of Puppets hört sich eben auch nach dem ersten hören ziemlich abwechslungsarm an, und wenn das schon das abwechslungsreichste Album von Metallica ist, dann erhoffe ich mir in der HInsicht keine große Besserung bei Justice for all (wird morgen gehört denk ich).
Naja....es ist halt Thrash Metal, Jay. In meinen Ohren hört sich bspw. "The Downward Spiral" sehr abwechslungsarm an, was ich dem Album aber nie ankreiden würde nach den 2-3x, die ich es bisher gehört habe.
Aber die Abwechslungsarmut kann ich auch nur teilweise nachvollziehen, weil wenn man sich die Songs genauer anschaut, trifft das definitiv nicht zu.

"Battery" beginnt mit einem einmaligen, innovativen Intro und bricht dann ins heftigste Thrash-Gewitter aus mit technischem Hochgeschwindigkeits-Riffing und brachialen Soli.
"Master of Puppets"...needless to say...ein Intro-Riff für die Ewigkeit, ein Earcatcher-Refrain, eine harmonische Bilderbuch-Bridge und eine Rückführung ins Hauptthema wie aus dem Lehrbuch...
"The Thing that not should be"...einmalig in seinem disharmonischen, langsam nach vorne drückenden Vibe...
"Welcome Home (Sanitarium)"...eine Halbballade mit wunderschönen Harmonien und auch hier wieder perfekt verknüpft mit dem angezogenen Härtegrad der Bridge inklusive herausragendem Solo.
"Disposable Heroes"...mein heimlicher Liebling...sagenhafte Rhythmus-Gitarren, der lockerleichte Wechsel zwischen simplem Groove und rasenden Thrash-Beats...das können nur Metallica...
"Leper Messiah"...schwächster Track der Platte imo...
"Orion"...ein Instrumental für die Götter....atmosphärisch ohne Ende, der Basslauf in der Mitte....dann die einsetzenden Solo-Melodien...keine Abwechslung? Hallo?
"Damage Inc."....der unglaublich brachial hereinbrechende Closer. Legendär mit Wahnsinns-Solo...

Du siehst, auf dem Papier ist definitiv Abwechslung drin...man muss sich halt nur reinarbeiten und umgewöhnen...

Das ist bei der "Justice" genauso....imo ist es Zeitverschwendung diese Alben einmal durchzuhören und dann beiseite zu legen, weil so wirst du die Musik nie verstehen können (was du ja aber komischerweise doch irgendwie willst...). Nimm dir dann lieber noch ein bisschen Zeit für die "Puppets" und wenn du nach 2 Wochen immer noch keinen Zugang gefunden hast, hat es halt nicht sollen sein....aber diese Fastfood-Abfertigung kann in dem Fall nicht funktionieren, gerade weil die "Justice" min. doppelt so komplex ist.
klar kann man sich an alles gewöhnen, aber wenn ich jetzt dem Hanni erzähle, er solle sich jeden Tag 8 STunden lang Tokio Hotel anhören, wird er mich auch nur auslachen, wenn ich ihm dann versichere er werde nach einem Monat zum Fan ;)
Ich lache dich nicht aus...genau das ist meine Meinung...nach 'nem Monat hätte ich mich dran gewöhnt und würde's gut finden.
aber ich bleibe dabei, dass dieses "one two" nicht in ein Album gehört, schon gar nicht in ein Konzeptalbum, oder zumindest ein Album, dass sich doch einer relativ seriösen Thematik annimmt.
Diese Taktansage kann der Hetfield in einer Live Show bringen, oder eben beim proben.
So wirkt das auf mich als hätte man in einer Szene eines fertigen Filmes vergessen die Action-Klappe aus dem Bild rauszuschneiden :lol:

Für mich ist ja Musik nicht einfach nur "was tolles hören", sondern eintauchen in eine andere Welt. Eine von den Künstlern erschaffene Welt, die plötzlich zusammenbricht, sobald da so eine Reviewanweisung wie die Taktansage zu hören ist :lol:
Da prallen zwei verschiedene Welten aufeinander.....Musik ist in erster Linie mal ein kompliziertes Handwerk...und wo gehobelt wird, da fallen Späne. Bei verzerrten Gitarren gibt es Rückkopplung, Quietschen, Rauschen.....die Drums scheppern, die Snare hallt nach....Musik ist was Organisches und dieser ganze prätentiös-proggige "in andere Welten entführen"-Ansatz überhöht mir das ganze oft zu sehr. Klar kann man sich von der Musik treiben lassen, aber wenn ich dafür den Ursprung verleugnen muss, stimmt irgendwas nicht mehr ;-)...gerade in der Rock-Musik, die eben nicht steril klingen soll. Die "vom Künstler erschaffene Welt" würde nämlich gar nicht erst aufgebaut werden können, wenn keiner anzählen würde...

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Beitrag von Sir Jay » 11.12.2009, 16:07

Also beim ersten Durchhören von Metropolis: Scenes of a Memory, hat sich mir der Abwechslumsreichtum sofort erschlossen, da waren die Übergänge zahlreicher, facettenreicher, kontraststärker und somit auch besser.
Im direkten Vergleich war da Puppets furchtbar eintönig.
Klar ist mir aufgefallen, dass es ruhige Passagen gab, den Gitarrensolo, der den epischen Übergang im Titeltrack markierte, habe ich entsprechend auch positiv hervorgehoben, und es gab auch einige weitere davon, die aber eben so schnell von den zerrenden Gitarren wieder weggedrängt wurden, dass sie mich schlicht nicht wirklich überzeugen konnten.
Ja wenn man das Album 500mal gehört hat, und jede Passage auswendig im Kopfe durchlaufen lassen kann, dann kennt man natürlich all die kleinen Übergänge und Feinheiten die sich da so beim Einspielen mit eingeschlichen haben mögen.
Im vergleich zu einem "PEEEEEEEP" in Endlosschleife, wie man es aus TV-Störungssignalen kennt, ist Master of Puppets natürlich unglaublich abwechslungsreich, aber im Vergleich zu dem was ich sonst so kenne; wie eben erwähnt das verdammt gute Metropolis Album von Dream Theater oder eben Downward Spiral von NIN ist Master of Puppets dagegen abwechslungsarmer.

Ich nehme mir übrigens nicht prinzipiell im Vorfeld vor, ein Album als eine Art "Fastfood" zu konsumieren um es dann wieder in die Ecke zum einstauben zu werfen.
Solange mir Musik Spaß macht, höre ich sie so oft ich will (geht wohl jedem so).
Ich erforsche gerne musikalisches Neu-Territorium, doch wenn mir dann die Musik beim ersten Durchhören nicht gefällt, ist meine Motivation es mir gleich nochmal anzuhören nicht so groß, auch wenn ich mir das betroffene Albun in vielen Fällen dann doch wieder auf ein neues mal angehört habe, um eine Chance zu gewähren.

Aber manchmal frage ich mich, kann man es denn jemandem übel nehmen, wenn man nach dem ersten Hören entscheidet, ob die Musik nochmal gehört wird oder nicht?
Wenn dir jetzt ein fanatischer Hip Hopper ne Bushido CD ans Herz legt, und schwärmt wie geil sie doch wäre, und versichert sie würde erst nach dem 10 Durchlauf ihre Stärken entfalten, glaube ich hättest du auch keinen Nerv und Lust dafür, da dieses Genre für dich eine unnahbare Welt darstellt.
Was ich damit sagen will ist, wenn du neue Musik hörst, und sie dich geradezu nervt und anwidert, das du eigentlich am liebsten wieder ausschalten möchtest, wenn du nicht den Anspruch hättest dich in Sachen Musik Kultur weiterzubilden, hast du wirklich Bock dich damit noch länger zu beschäftigen?

Das klingt jetzt sehr hart, und so schlimm find ich die Musik von Metallica nun auch wieder nicht :lol:, aber ich wollte mal nur ganz grundsätzlich diese Frage stellen.
Hannibal hat geschrieben:Die "vom Künstler erschaffene Welt" würde nämlich gar nicht erst aufgebaut werden können, wenn keiner anzählen würde...
Ja aber muss sie deswegen ins fertige Produkt mit einbezogen werden?
Ohne Regieanweisungen würde auch kein guter Film entstehen, trotzdem brauche ich weder ein "Action" noch ein "Cut" in einem Film.
Sowas sehe ich mir gerne in einem Makin of an, nicht aber in einem fertigen Film ;)

Naja habe heute eben noch Justice for all reingezogen
Bild
Und könnte da eigentlich dasselbe schreiben wie zu Master of PUppets, welche Überraschung ;)
Spontan würde ich sagen, dass mir das Vorgängeralbum noch ein wenig besser gefallen hat.

Ich lehne mich jetzt einfachmal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass Metallica sich nicht großartig weiterentwickelt hat; also wenn ich diese beiden 80er Alben mit Death Magnetic vergleiche (und die Sachen dazwischen, ausgenommen Black Album kenne ich ja "noch" nicht) ist da keine große Weiterentwicklung hörbar...Aber ich weiß ja eben nicht wie sich die Alben dazwischen angehört haben, vielleicht war ja Daeth Magnetic auch nur ein Versuch wieder an alte Tage anzuknüpfen.

Insofern spare ich mir jetzt mal eine Bewertung, weil das bei meinem jetzigen Metal-wissensstand wohl wenig Aussagekraft hat.
Ich denke ich werde es auf jedenfall nochmal mit den Alben probieren um zu sehen, was sich da so ergibt, wobei ich eben der Meinung bin, dass sich das menschiche Ohr nicht an JEDEN Musikstil gewöhnen kann...irgendwo hat man sich halt hineinverfressen, womit dann Platz für andere Genres einfach nicht mehr gegeben ist :)

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Beitrag von gelini71 » 11.12.2009, 16:48

Also - wenn ich Deine Meinungen zu den Metallica Alben so durchlese frage ich mich ehrlich warum Du die Dir überhaupt gekauft hast. Wenn Dir der Style nicht gefällt ist es ja auch OK , aber ich habe so den Eindruck Du willst Krampfhaft das es Dir gefällt & das Gegenteil ist der Fall. Bloß warum willst Du das ? Wie gesagt - wenn es Dir nicht gefällt ist das ja OK , wäre ja schlimm wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten. Aber warum diese Krampfhafte ?

Zudem solltest Du lernen das viele Alben oftmals mehrere Durchläufe brauchen um sie zu beurteilen. Das soll jetzt nicht heißen das die Musik nach öfteren hören besser wird , aber wenn man es mit einem Ernsthaften Albumkünstler zu tun hat dann kann man die Musik nicht nach einmaligen hören beurteilen. Oftmals täuscht der erste Eindruck.
Geb deshalb Alben mehr als eine Chance - wenn es nach dem 5. hören in Deinen Augen immer noch Mist ist dann ist es halt so , dann haben Künstler & Du eben nicht die gleiche Wellenlänge.
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von urgh » 11.12.2009, 16:58

Das selbe dachte ich auch grade. Hatte auch schon Platten gekauft und war noch nach dem 5 Durchlauf entäuscht. Als ich dann nach Jahren mal wieder reingehört hab, gefielen sie mir plötzlich.
Lass die Scheiben einfach mal ne Zeit im Schrank und hör sie dir irgendwann spontan wieder an.
Denn, "das muß mir jetzt gefallen" funktioniert nicht wirklich.

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Beitrag von Sir Jay » 11.12.2009, 17:10

gelini71 hat geschrieben:Also - wenn ich Deine Meinungen zu den Metallica Alben so durchlese frage ich mich ehrlich warum Du die Dir überhaupt gekauft hast. Wenn Dir der Style nicht gefällt ist es ja auch OK , aber ich habe so den Eindruck Du willst Krampfhaft das es Dir gefällt & das Gegenteil ist der Fall. Bloß warum willst Du das ? Wie gesagt - wenn es Dir nicht gefällt ist das ja OK , wäre ja schlimm wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten. Aber warum diese Krampfhafte ?
deswegen habe ich sie mir auch nicht gekauft sondern zunächst nur ausgeliehen. Warum es gleich krampfhaft ist, sich einfach mal etwas neues anzuhören um sich evtl dabei auch positiv überraschen zu lassen verstehe ich nicht.
"Ich wollte es gut finden" weil der Ruf des Albums wohl falsche Erwartungen in mir geweckt hatte; hatte gedacht, diese 80er Platte könnte mir den Thrash Metal schmackhafter machen, als das aktuelle Death Magnetic; kenne mich in dem Genre nicht so gut aus, lasse mich aber eben gerne positiv überraschen; sollte vorerste nicht sein.
Ich bin da ganz bestimmt nicht verkrampft...lol

Dass Alben mit der Zeit besser werden, brauchst du mir nicht auch noch extra erklären, das haben hier schon der vince und der hanni erwähnt; und sogar ich selbst hat das hier klar gestellt, dass ich mehrfach diese Erfahrung gemacht habe.
Weshalb du dich jetzt auch noch befufen fühlst mir das so einzutrichtern versteche ich ebenfalls nicht :lol:

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Beitrag von gelini71 » 11.12.2009, 17:26

1. Den Eindruck mit dem "Krampfhaft" hatte nicht nur ich sondern auch der urgh - scheint also wohl was dran zu sein bzw es kommt so rüber.

2. Warum ich Dich dazu berufen fühle ? Weil ich ein netter Mensch bin :wink:
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von Sir Jay » 11.12.2009, 17:32

ich kann aus urhgs post nirgends einen versteckten Vorwurf entlesen, mein Bestreben mir neue Sachen anzuhören sei "krmapfhaft".
Er hat lediglich wiederholt, dass Musik ihre Zeit brauche um zu wirken...

Gib einfach zu, dass das eine beknackte Fehleinschätzung von dir war, anstatt noch andere Leute da mit reinzuziehen :lol:

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Beitrag von gelini71 » 11.12.2009, 17:50

Also das hier
Und ich wollte es gut finden. Ich wollte es wirklich ganz ehrlich gut finden
hast Du geschrieben & es klingt für mich krampfhaft - ganz einfach.
Ich mache keine Rechtschreibfehler, ich gebe Wörtern lediglich eine individuelle Note

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Beitrag von Sir Jay » 11.12.2009, 17:58

Hattest du noch nie Erwartungen an ein Albun oder einen Film?

Genauso, wie man voreingenommen sich ungehört/ungesehen Musik oder Film schlecht spricht, und evtl auch nach dem Hören/Sehen vornimmt das Werk schlecht zu finden, geht auch der umgekehrte Weg.

Genauso gibt es den umgekehrten Weg, dass man voller Vorfreude ist, und davon ausgeht, etwas gut zu finden, um anschließend evtl enttäuscht zu werden.

Was am Ende aber zählt ist der Eindruck.

Der Vince macht das doch gerade mit den Harry Potter Filmen durch, die er eigentlich schlecht finden wollte (wie er selbst sagte) aber eben doch gut fand.

Also hab echt keine Ahnung was du für ein prob hast.
Wenn dus krampfhaft findest, dann ist es eben krampfhaft; ich hatle diese Krampfhaftigkeit für überaus natürlich ;)

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Beitrag von Hannibal » 11.12.2009, 18:38

Sir Jay hat geschrieben:Im vergleich zu einem "PEEEEEEEP" in Endlosschleife, wie man es aus TV-Störungssignalen kennt, ist Master of Puppets natürlich unglaublich abwechslungsreich, aber im Vergleich zu dem was ich sonst so kenne...
In meinen Ohren klingt die NIN-Scheibe wie gesagt alles, nur nicht abwechslungsreich. Und selbst die "Scenes from a Memory" ist nicht unbedingt abwechslungsreich, sondern in erster Linie einfach nur - wie immer bei DT - unheimlich vollgestopft. Aber das Grundschema ist auch da immer das gleiche...entweder balladeske Melodien, schnelle Parts und Takt/Solo-Gewichse....darauf kann man es zumindest runterreduzieren, wenn man mit DT anfängt.
Die Abwechslung, von der du hier die ganze Zeit redest, ist imo ne Illusion aus Hörgewohnheiten.
Ich nehme mir übrigens nicht prinzipiell im Vorfeld vor, ein Album als eine Art "Fastfood" zu konsumieren um es dann wieder in die Ecke zum einstauben zu werfen.
Solange mir Musik Spaß macht, höre ich sie so oft ich will (geht wohl jedem so).
Ich erforsche gerne musikalisches Neu-Territorium, doch wenn mir dann die Musik beim ersten Durchhören nicht gefällt, ist meine Motivation es mir gleich nochmal anzuhören nicht so groß, auch wenn ich mir das betroffene Albun in vielen Fällen dann doch wieder auf ein neues mal angehört habe, um eine Chance zu gewähren.
Die Argumentation ist aber gerade der Beweis dafür, dass du eben nicht gern musikalisches Neu-Territorium erforschst, das ist dir schon bewusst, oder? Wenn du dich an neue Musik rantraust, musst du ihr doch erst mal Zeit zum entwickeln bzw dir Zeit zum eingewöhnen geben...denn es ist ja ein neues Territorium. Die Spanier sind ja auch nicht an der US-Ostküste gelandet und direkt mit Frau und Kind bis nach Kalifornien durchmarschiert. Sowas braucht Zeit....und gerade wenn man in ein Genre reinschnuppert, welches man bisher noch nicht gekannt hat, dauert's um so länger. Mit deiner Herangehensweise wird das Erforschen neuer Territorien aber nie funktionieren...angrenzende Bereiche an deinen bisherigen musikalischen Horizont vielleicht, aber sobald du ins kalte Wasser geworfen wirst, ziehst du den Schwanz ein ;-) Columbus würde heute noch mit seinem Schiff im Heimathafen liegen...
Aber manchmal frage ich mich, kann man es denn jemandem übel nehmen, wenn man nach dem ersten Hören entscheidet, ob die Musik nochmal gehört wird oder nicht?
Es ist halt der Kontrast zwischen "Ich will neue Territorien erkunden!" und den von dir geposteten Meinungen....das hat sowas komisch gezwungenes, was sich gar nicht rational erklären lässt...daran stört sich glaub ich auch der gelini und der urgh.
Was ich damit sagen will ist, wenn du neue Musik hörst, und sie dich geradezu nervt und anwidert, das du eigentlich am liebsten wieder ausschalten möchtest, wenn du nicht den Anspruch hättest dich in Sachen Musik Kultur weiterzubilden, hast du wirklich Bock dich damit noch länger zu beschäftigen?
Nein, dann täusche ich aber nicht den Anspruch vor, mich in Sachen Musik Kultur weiterbilden zu wollen ;-)
Ja aber muss sie deswegen ins fertige Produkt mit einbezogen werden?
Ohne Regieanweisungen würde auch kein guter Film entstehen, trotzdem brauche ich weder ein "Action" noch ein "Cut" in einem Film.
Sowas sehe ich mir gerne in einem Makin of an, nicht aber in einem fertigen Film ;)
2,5 Wörter: ROCK 'N ROLL! Ich glaub wir schicken dich mal zum Lemmy in die Lehre ;-)
Naja habe heute eben noch Justice for all reingezogen
Ab hier hab ich aufgehört weiterzulesen. Die Justice kann man sich nicht "eben reinziehen".....das ist als ob du den "Herrn der Ringe" in 30 Minuten lesen willst....geht nicht! Die braucht - viel mehr als die Puppets - wirklich Zeit, gerade durch den sterilen Sound (der müsste dir ja eigentlich gefallen, so ganz ohne Anzählen...;-)) und die vertrackte Technik...dafür braucht man Wochen, sogar der Vince hat lange gebraucht glaub ich ;-)

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Sir Jay
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Beitrag von Sir Jay » 11.12.2009, 19:16

dann habe ich wohl das falsche Wort verwendet, und nenne das jetzt nicht Neuterritorium "erkunden/erforschen", sondern Neuterritorium "anschnüffeln", ist das besser? ;)
Ich will nur sagen, dass es auch Musik gab, die mir auch beim erstenmal hören sofort gefiel, und das waren eben mir teilweise neue Genres.

Manchmal gibt es eben auch bei Musik sowas wie "Liebe auf den ersten" Blick :lol:
Und auch wenn mir womöglich etwas entgeht, habe ich in einigen Fällen aber auch fürs erste keine Lust mich mit der Musik, die mich eher angewidert hat noch großartig weiter zu beschäftigen.
Manchmal schon, manchmal nicht, je nach dem, kommt drauf...
Ungeachtet dessen welch Genialität sich in den alten Metallica Scheiben sich noch verbergen mag, habe ich mir denke ich jetzt mal zumindest ein (oberflächliches) Bild gemacht, wie sich die Musik so in etwa anhört, und kann eben bisher nur sagen, dass das Genre prinzipiell nicht ganz meine Wellenlänge ist; vielleicht entgeht mir ja auch deswegen der angebliche Abwechslungsreichtum.

Und was nun Abwechslungsreichtum betrifft, haben wir dann wohl einfach verschiedene Vorstellungen, denn wenn du mir erzählst MoP sei vielseitiger als Metropolis, dann versteh ich erstmal die Welt nicht mehr :lol:

Insofern wundert es mich dann auch nicht wenn dir downward spiral zu abwechslungsarm ist, und das wo eigentlich zwischen Tracks wie "man with a big gun" und "a warm place" oder "Reptile" und dem Titeltrack solch einprägsame Kontraste kreiert wurde, dass es ja fast schon an Ignoranz grenzt zu behaupten, da sei wenig Abwechslung...aber wie gesagt, wir haben da wohl ne andere Auffassung, was musikalische Abwechslung angeht :)

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Beitrag von vstverstaerker » 11.12.2009, 19:37

ich finde du hast da jetzt auch einen schweren weg genommen. bei metallica lohnt es sich einen leichten zugang zu finden, indem man mit der eingängigen phase rund um load und reload oder auch garage inc. anfängt.
dann bekommt man ein gefühl für metallica und will mehr erkunden. da entedckt man master of puppets, kill 'em all etc mit anderen augen.
mir persönlich sind die ersten durchgänge von master of puppets auch schwer gefallen, das album dauert, wie jedes richtige thrash-album.

ach ja und mal generell zum genre: also unter uns gesagt ist metallica von fast allen thrash-bands noch die softeste und zugänglichste. ich kenne extrem viele leute die metallica hören - aber fast keiner von denen hört anderen thrash metal. ist halt doch nochmal ein sprung zu slayer, kreator und death angel. die solltest du dir dann besser nicht anhören :lol:
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Beitrag von jack warrior » 11.12.2009, 23:00


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Beitrag von Sir Jay » 12.12.2009, 00:29

ohje ohje ohje, da hört es spätestens bei dem "Gesang" bei mir auf ;)

Immerhin gröllt Hetfield nicht wie so ein armer Irrer ins Mikrofon, und kann mit kraftvollen Tönen durchaus überzeugen; diese bärige Stimme hat schon was, auch sich beim Gesangsstil die immer selben Betonungen bemerkbar machen, ich meine da wird bei jedem wort nach einer lang betonten Endsilbe stets mit einem "Ya!" beendet. Das hat was, ist markant und einprägsam, wird für meinen Geschmack aber einen Tick zu oft verwendet.

Jetzt frage ich an der Stelle mal aus Neugier, ob sich Metallica denn im Laufe der Jahre gewandetlt, und neue Facetten gezeigt hat, oder wurde dieser Thrashige Stil von Kill em all bis Death Magnetic genauso beibehalten?
Ok, ich als Noob kann die Unterschiede zwischen MoP und JfA nicht heraushören, aber gab zwischen dem Blackalbum und death magnetic auch auffallende Stilbrüche?

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Beitrag von Hannibal » 12.12.2009, 02:51

Sir Jay hat geschrieben:Jetzt frage ich an der Stelle mal aus Neugier, ob sich Metallica denn im Laufe der Jahre gewandetlt, und neue Facetten gezeigt hat, oder wurde dieser Thrashige Stil von Kill em all bis Death Magnetic genauso beibehalten?
Die haben sich gewandelt, wie kaum eine andere Band, was aber ein Großteil der Fans gehasst hat. "Kill em all" klingt noch fast punkig roh, ab "Ride the lightning" wurden die Kompositionen dann strukturierter, progressiver, durchdachter, was in der "And Justice for all" seinen Höhepunkt fand. Das "Black Album" näherte sich dann klar dem Mainstream-Rock, bevor es mit "Load" & "Reload" in eher durchschnittliche Blues-Hard-Rock-Gefilde mit Grunge-Schlagseite ging. "Garage Inc" ist ein dann wieder sehr gelungenes Coveralbum, wobei auch hier eher der Hard Rock als der Metal regiert, "S&M" ist der polarisierende Versuch die ganzen Klassiker im Katalog mit Orchester zu kombinieren (i like it...). "St. Anger" spaltete erneut, weil's wieder zurück zum Metal geht, allerdings eher in die Hardcore-Richtung als in die gewohnte Thrash-Schiene...minimalistisch, megaroh und pure Aggression und das komplette Gegenteil von konzeptionell-ausgearbeiteten Werken wie Puppetz & Justice.
"Death Magnetic" ist zu guter Letzt auch alles, nur keine Thrash-Scheibe. Im Prinzip isses der Querschnitt aus allem, was die Band davor gemacht hat....es gibt Thrash-Einflüsse, aber es koexistieren genauso Mainstream-rockige Passagen a la "Black Album"...im Prinzip ein Großteil der 'Tallica-Trademarks in neuem Gewandt oder so...was dann als erstes Album nach dem "Black Album" auch nochmal durchgängig positiv bei der Fangemeinde ankam.

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Beitrag von jack warrior » 12.12.2009, 13:14

jay du softi :)
aber hey ich finde justice for all auch stink langweilig... muster of p ist ne gute scheibe ja. aber bin eh mehr für megadeth hehe

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Beitrag von Sir Jay » 12.12.2009, 13:26

Hannibal hat geschrieben:
Sir Jay hat geschrieben:Jetzt frage ich an der Stelle mal aus Neugier, ob sich Metallica denn im Laufe der Jahre gewandetlt, und neue Facetten gezeigt hat, oder wurde dieser Thrashige Stil von Kill em all bis Death Magnetic genauso beibehalten?
Die haben sich gewandelt, wie kaum eine andere Band
hast das "imo" davor vergessen, denn gleich kommt der Vince und behauptet dasselbe von Porcupine Tree :lol:
Und ich würde dasselbe über NIN sagen, wobei mir da noch Stabbing Westward einfällt, die nach hartem Industrial Rock (darkest days) zu schnulzigem, fast schon kitschigem Soft Pop gewechselt haben.
DAS nenne ich mal eine Wandlung :lol:

naja also um mal die Diskussion langsam zu beenden, kündige ich mal in einigen wochen ein re-mini-Review zu MoP an, dem gebe ich auf jedenfall noch einige Durchläufe mehr. Mal sehen ob ich mich dran "gewöhnen" kann ;)

aber ihr müsst halt verstehen, beim ersten durchhören war das eben kein genießen, sondern angespannt darüber nachdenken, was mir da gerade so in die Ohren gehämmert wird...ob ich das irgendwann genießen kann, wird sich zeigen :)

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Beitrag von Hannibal » 12.12.2009, 13:51

Sir Jay hat geschrieben:
Hannibal hat geschrieben:
Sir Jay hat geschrieben:Jetzt frage ich an der Stelle mal aus Neugier, ob sich Metallica denn im Laufe der Jahre gewandetlt, und neue Facetten gezeigt hat, oder wurde dieser Thrashige Stil von Kill em all bis Death Magnetic genauso beibehalten?
Die haben sich gewandelt, wie kaum eine andere Band
hast das "imo" davor vergessen, denn gleich kommt der Vince und behauptet dasselbe von Porcupine Tree :lol:
Nenene, da gehört kein imo davor...ich sag das ja nicht mal unbedingt mit positiven Hintergedanken. Aber es ist Fakt, dass kaum eine Genre-Band sich so verändert hat, wie "Metallica", bis sie mit "Death Magnetic" wieder langsam zu ihren Wurzeln zurückfand.
Ein Großteil der Fans hasste sie dafür, ein Großteil der Kritiker hasste die Entwicklung...aber die Entwicklung hat nix mit "imo" zu tun, sondern hat definitiv so stattgefunden und selbst du wirst den himmelweiten Unterschied zwischen einer "Master of Puppets" und einer "Load" erkennen, wo plötzlich nicht mehr haareschüttelnde Pickelgesichter, sondern auf Rockstar geschminkte (!) Metro-Cowboys (Zitat vom Metallica-Drummer in den 90ern: "Der Metal ist tot!") in die Saiten hauten.
aber ihr müsst halt verstehen, beim ersten durchhören war das eben kein genießen, sondern angespannt darüber nachdenken, was mir da gerade so in die Ohren gehämmert wird...ob ich das irgendwann genießen kann, wird sich zeigen :)
Das hat ja auch nie jemand nicht verstanden ;-) Es ist halt einfach der Ansatz, dass eine für einen selbst komplett neue Musikrichtung sich nicht mal eben erschließt... Man muss sich reinarbeiten, reinhören und intensiv damit beschäftigen, um den Genuss zu finden. Das ist halt schon irgendwie Arbeit, aber letztendlich eine Form von Arbeit, die sich in den meisten Fällen auszahlt ;-)

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Beitrag von Vince » 15.12.2009, 15:11

Sir Jay hat geschrieben: hast das "imo" davor vergessen, denn gleich kommt der Vince und behauptet dasselbe von Porcupine Tree :lol:
Von Porcupine Tree würde ich eher sagen, dass sie sich fortentwickelt haben, nicht gewandelt, und der Hannibal weiß schon, warum er sagt, dass ein Wandel nicht immer zwangsläufig etwas Positives sein muss. "Load" und "Reload", so nett ich die Alben an sich finde, waren ein selbstzweckhafter Wandel Metallicas, nur um mal was anderes zu machen. Die Metallica der Mittneunziger Jahre hätten mir da sicher widersprochen, aber einen künstlerischen Sinn für die Hinwendung zum Hard Rock war nicht zu erkennen. Hier hat das brutale "St. Anger" klar die Nase vorn - es gibt einen grund, warum es klingt wie eine Mülltonne im Stimmbruch.

Trotzdem wirst du "Load" und "Reload" als die besten Alben Metallicas bewerten, und als die abwechslungsreichsten und was auch immer. Dabei sind das die wohl uninspiriertesten Alben in der Geschichte Metallicas. Es gibt einen Grund, warum dir das Abwechslungsarme so abwechslungsreich vorkommt: Gewöhnung. Hannibal hat's schon gesagt. Man kann sich antrainieren, was man abwechslungsreich findet und was nicht. Es ist wie mit der Ernährung. Pizza, Pommes und Burger schmecken geil, aber wenn man eine Nahrungsumstellung macht, zieht man irgendwann plötzlich Gemüse vor - weil es einem besser schmeckt.

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Beitrag von Sir Jay » 15.12.2009, 23:07

das klingt ja irgendwie so, als ob jede Form von Musik abwechslungsreich ist, solange man sie sich oft genug anhört.
Je mehr man in ein Album verfressen ist, desto mehr meint man Abwechslung daraus zu hören, insofern sind erste Hördurchgänge neuer Musik immer aussagekräftiger, was den Abwechslungsreichtum betrifft, als Leute die jenes Album in und auswendig können.

Ist jetzt nicht böse gemeint, und ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit, was ich da geschrieben habe, aber in gewisser maßen ist da schon was dran...imo ;)

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