Filmtagebuch: freeman

Besucht unsere Filmtagebücher, eröffnet euer eigenes Filmtagebuch oder wundert euch einfach nur über manchen Filmgeschmack.

Moderator: SFI

Benutzeravatar
Fist_of_Retro
Action Fan
Action Fan
Beiträge: 3058
Registriert: 03.11.2012, 12:31
Wohnort: Vorarlberg, Österreich

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von Fist_of_Retro » 25.03.2025, 17:03

Aus welchen Jahr? Ich dachte jetzt an den aus 1993 :lol:

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Home Sweet Home

Beitrag von freeman » 26.03.2025, 15:29

Stammt aus 2022...

Home Sweet Home
Ein als One Take gereichter Horrorfilm aus deutschen Landen, der seinen formalen Aufbau durchaus clever nutzt und mit Einsetzen des Abspannes denken lässt, wie heftig sich die Lage in gerade einmal 80 Minuten Laufzeit doch verändern kann. Ein gemütlichen Start in den Abend wird hier für eine Hochschwangere zum Kampf ums Überleben inklusive - natürlich - Einblicken in die düstere deutsche Vergangenheit. Das ist alles nicht sonderlich plausibel und der Hauptcharakter ist ab einen Zeitpunkt wirklich seltsam heftig angeknipst - obwohl sie per se noch nichts gesehen oder erlebt hat, das dies erklären würde. Aber zugleich muss der Film zu diesem Zeitpunkt dann auch echt zur Sache kommen, da die ewig langen Latschereien durchs Haus von Nilam Farooq mit den immer gleichen Schocks irgendwann zu nerven beginnen. Ab diesem etwas forciert wirkenden Zeitpunkt, der offenbart, dass die Macher mit dem Aufbau von Spannung überfordert waren, funktioniert der Film dann ganz ordentlich, ohne jemals wirklich spannend oder gruselig zu werden. Und fürs eigentliche "Mysterium" bleibt auch kaum noch Zeit. Verbummelt, sozusagen.
:liquid4:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
Elkjaer-Larsen
Kinderkommando
Kinderkommando
Beiträge: 890
Registriert: 10.07.2007, 03:12
Wohnort: Berlin

Re: Dead Shot

Beitrag von Elkjaer-Larsen » 27.03.2025, 13:47

freeman hat geschrieben:
24.03.2025, 17:02
Dead Shot
Der Ex-IRA-Kämpfer Michael muss mit ansehen, wie Engländer Henry seine schwangere Frau erschießt. Henry steigt infolgedessen sogar auf, wird zum "Hammer" einer englischen Spezialeinheit, die in London nach irischen Terroristen sucht. Michael hingegen ist voller Wut und will den Mörder seiner Frau bestrafen. Er schließt sich wieder der IRA an, geht nach London und entfesselt eine Spirale der Gewalt. Der Film geht in Teilen erstaunlich nüchtern (sowohl im Ton als auch in der Bebilderung) an seine Thematik heran. Verdichtet den schwierigen historischen Konflikt auf zwei Personen und lässt die Emotionen eher unter der Oberfläche brodeln. Damit macht er es dem Zuschauer schwer, sich zu entscheiden, wem er nun eigentlich die Daumen drücken soll. Denn sowohl Henry als auch Michael bleiben immer nachvollziehbare Figuren mit extremen menschlichen Schwächen. "Dead Shot" profitiert von tollen Darstellerleistungen, ist bis in die Nebenrollen hinein (u.a. Mark Strong, Felicity Jones) topp besetzt und gerät in den wenigen und eher impulsiven Actionszenen richtig packend (und blutig). Abgerundet wird das ganze mit einem einerseits schönen und einem andererseits extrem düsteren Ende.
:liquid7:

In diesem Sinne:
freeman
Mochte den auch. Ergänzend sei noch der großartige Soundtrack erwähnt. War leider nur via iTunes zu beziehen.

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Sex Appeal

Beitrag von freeman » 01.04.2025, 16:59

Der elektronische Score gefiel mir ebenfalls sehr gut. Mal schön satt, mal extrem minimalistisch...

Sex Appeal
Wissensnerdin will für einen Wettstreit eine App entwickeln, die sich dem Thema erster Sex widmen soll, hat aber davon freilich keine Ahnung. Also müssen Selbstversuche usw. her. Das wäre alles gerne turbounverkrampft und lustig, geht einem aber früh brutal auf die Eier. Vor allem, wenn ein Sexlustspiel zu krampfig ist, um eine Titte, einen Arsch oder sonst irgendwas Nacktes zu zeigen, wird’s halt immer unangenehm. Hier noch mehr, weil „Metaphern“ für den Sex gesucht und bebildert werden, wo einem Angst und Bange wird, Hollywood könnte wieder in die Moralzeiten der 50er oder 60er abrutschen. Spätestens, wenn ein Wasserballett bemüht wird, um die Geilheit der Hauptfigur zu verdeutlichen, wird’s schon arg peinlich. Dafür ist die Hauptdarstellerin zumindest extrem sympathisch und auch die Darsteller um sie herum mühen sich redlich. Trotzdem fiel es schwer, die Augen offen zu halten, auch weil alles in brutal vorhersehbaren Bahnen verlief.
:liquid4:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Umma

Beitrag von freeman » 02.04.2025, 17:38

Umma
Sandra Oh wird von ihrer verstorbenen Mutter heimgesucht und der Zuschauer betet nur inständig, dass es sie endlich ereilen möge. Mehr muss man zu diesem endöden Bohei ohne einen echten Gruselmoment nicht sagen.
:liquid1:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Halo

Beitrag von freeman » 14.04.2025, 21:41

Halo

Neben der tollen „Halo“-Serie gab es bereits mehrfach Versuche, das „Halo“-Universum filmisch zu erweitern. Ein paar davon hab ich mir zuletzt am Stück reingezimmert:

Halo: Forward unto Dawn
Der Spielfilm handelt einen Angriff der Allianz auf die Menschheit in einer Randkolonie ab. Handlungsort ist eine Kadetten-Akademie, in der der Held lernen muss, was es braucht, um Anführer zu werden. Das ist klischeeverseucht wie sonstwas und kein Stück spannend, nimmt aber mal eben die Hälfte der Laufzeit ein. Allmählich werden dann aber Hinweise in Richtung seltsamer Vorgänge gestreut. Man erspäht einen Spartan und einen Außerirdischen. Die schlagen dann nach 40 Minuten endlich zu und es folgt eine wesentlich stärkere zweite Filmhälfte, in der eine Handvoll Kadetten mithilfe des Masterchiefs zu überleben versucht. Hier lassen die Mannen von Microsoft, die hinter dem Film stehen, dann die Effektmuskeln spielen und hauen ein paar coole Momente raus – gerne auch in Zeitlupe, so sicher waren sie sich ihrer Effektkünste. Zu Recht. Trotzdem ist der Einstieg wirklich schwer durchzuhalten.
:liquid5:

Halo: The Fall of Reach
Dieser 3D-Animationsfilm taucht tief ein in die Geschichte des Masterchief. Leider hangelt man sich auch hier an arg klischeeverseuchten Handlungssträngen entlang. So findet man eher selten in den Film und seine Charaktere hinein. Letztere wurden obendrein gruselig animiert und bewegen sich nicht nur hakelig, sondern sehen auch wie Horrorfiguren aus. Zumindest macht die zweite Hälfte mit Action satt durchaus Laune und sind hier alle Figuren unter ihren Rüstungen versteckt – was es den Animatoren einfacher machte.
:liquid3:

Halo: Legends
Zahlreiche japanische Animatoren machten sich hier über „Halo“ her und erzählen mal von den Anfängen des Universums, fokussieren auf Storys aus der „Halo“-Welt und vertiefen auch mal Teile der Allianz. Alles im Anime-Stil in verschiedenen Animationsstilen. Die Kurzgeschichten geraten durchweg sehr spannend und machen die „Halo“-Welt durchaus komplexer. Optisch total irre gerät „Das Duell“. Die Folge spielt weit vor den Konflikten zwischen der Allianz und den Menschen und fokussiert auf die Arbiter, die hier wie eine Samurai-Kaste rüberkommen. Die Hintergründe wirken handgezeichnet, die Figuren jedoch wurden 3D-animiert und sehen aus wie Pixelhaufen oder wie ein Porno in 360 Pixel-Qualität. Aber irgendwie hat der daraus folgende, total kontrastarme Look was.
:liquid7:

Halo: Nightfall
Der Film wurde aus mehreren Teilen einer Webserie zusammengestückelt und ist mit „Pitch Black“ im „Halo“-Umfeld ganz nett umschrieben. Ein paar Menschen sollen auf den Resten eines Halos eine gewaltige Bombe zünden, damit das „Bauwerk“ nicht in feindliche Hände fällt. Doch auf den Resten werden die Soldaten schnell von seltsamen Würmern verfolgt, die ihnen ans Leben wollen. Die durchgehende Düsternis im Film wird zwar logisch etabliert, geht einem aber dennoch schnell auf den Zünder. Zudem wirkt der Film immer mal wieder unlogisch und in den Effekten nicht sattelfest. Was verwundert, da neben Microsoft sogar Ridley Scott Geld reinfeuerte. Zudem wirken die „Halo“-Elemente eher bemüht in die Handlung geworfen. Trotzdem kann man dem Streifen einen gewissen Unterhaltungsgrad nicht absprechen. Er ist aber eindeutig knapp 20 Minuten zu lang.
:liquid4:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

River of Blood

Beitrag von freeman » 16.04.2025, 17:10

River of Blood
Zwei befreundete Pärchen treten eine Kayakfahrt ins Herz eines Dschungels an. Dabei biegen sie irgendwann falsch ab und geraten in ein Gebiet, das einem kannibalisch lebenden Stamm indigener Ureinwohner „gehört“. Die machen alsbald Jagd auf die Eindringlinge, was ab und an durchaus spannend geraten ist. Zumal die Kannibalen reichlich gnadenlos vorgehen und fernab von richtig und falsch einfach jeden Eindringling umbringen. Leider verschenkt der Film Körner mit einer seltsam verquasten Beziehungskiste und reichlich unsympathisch gezeichneten Figuren. Das senkt das Interesse und den Willen mitzufiebern. Feinen Bildern des Dschungels stehen Bilder von streitenden Figuren gegenüber, die in ihrer Inszenierung an dröge Fernsehspiele erinnern. Nicht alle Darsteller muten sattelfest an und für spannungsfördernde Musik hat es auch nicht gereicht. Das seltsame Happy End kostet nochmal Punkte.
:liquid5:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Die Fabelmans

Beitrag von freeman » 23.04.2025, 17:09

Die Fabelmans
Nette Coming-of-Age-Produktion, die an etwas seltsam gestelzt wirkenden Charakteren und Einzelszenen krankt, dennoch immer wieder Spielbergs fantastisches Gespür für Geschichten erkennen lässt. Hierbei fällt auch und vor allem die teils extrem clevere Montage auf, die hier mal äußerst gekonnt Brücken schlägt. Die Darsteller schlagen sich ordentlich, David Lynchs Auftritt als John Ford ist witzig und die Liebe zum Medium Film allgegenwärtig. Doch irgendwie ist das ganze arg betulich und es fehlt an echten Höhepunkten. Negativer Höhepunkt: Die mittels Rattenfraßponys total entstellte Michelle Williams. Deren Friseur gehört mindestens erhängt.
:liquid6:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 113684
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von SFI » 24.04.2025, 05:42

Hab ich angefangen vor ein paar Monaten und steht bei 10 min. :lol:
Die affektive Struktur der Klimakrise

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von freeman » 30.04.2025, 17:28

Es gibt auch keine Raumschiffe in den restlichen 120 :wink: :lol:

Until Dawn
Es ist schade, dass Filme aktuell produziert und konsumiert werden, wie sie es eben werden. Hätte man "Until Dawn" nämlich nicht auf Zwang an die Spielmarke drangehangen (ohne dass man selbige im Film großartig wiedererkennen würde) und sich damit enttäuschtes Geseire von den Spielefans fast schon auf Wish bestellt und würden Filme heute nicht als Wegwerfmarke zwischen Stuhlgang und Wäschebügeln gedacht, dann hätte der Film das Potential, zum "Cabin in the Woods" der 2020er zu werden. Der Film macht nämlich riesigen Spaß, gönnt sich hübschen Meta-Humor, ist ordentlich gespielt, patentin Szene gesetzt und impft sogar dem Zeitschleifenthema ein paar neue Drehs ein, die rocken.

Dazu wird der Film teils wundervoll derb. Da kleben ausgestochene Augen am Holzpfahl und schauen den Lump entrüstet an, Köpfe werden in Großaufnahme mit einem Vorschlaghammer zerdeppert und es platzen mal wieder Menschlein. Allerdings nicht rein digital, wie zuletzt häufiger exerziert (Ready or Not, Abigail), sondern zum Teil wundervoll schlotzig mit handmade Effekten. Wie die FSK 16 zustande kam, man weiß es nicht. Feiner Horrorspaß, der irgendwann (dank R Rating) auch nicht mehr lockerlässt, sondern bis zum Ende durchpowert. ALLERDINGS alles eben in einem unterhaltsameren und weniger spannenden Duktus gehalten. Eben eigentlich ein "Cabin in the Woods 2", sozusagen. Aber als solcher wird er vermutlich nie wahrgenommen werden. Schade.
:liquid8:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Suzume

Beitrag von freeman » 06.05.2025, 15:54

Suzume
Nach „Your Name“ und „Weathering with you“ widmet sich Makoto Shinkai mit „Suzume“ nun dem Unglück von Fukushima auf seine ganz eigene Weise. Entsprechend lernt die titelgebende Suzume in dem Anime einen jungen Mann kennen, der umherzieht und gewaltige Unglücke zu verhindern versucht, indem er „den Wurm“ hinter magischen Türen einsperrt. Das Ergebnis gerät in Teilen sehr abstrakt (es geht um Götter, belebte Möbelstücke und dergleichen mehr), ist aber in so berauschende Bilder eingepackt, dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Zudem macht der Regisseur aus der Story alsbald eine wirklich hübsche Liebesgeschichte, die mir persönlich aber nicht so nahe ging, weil ich mit der weiblichen Hauptfigur nicht warm wurde. Trotzdem wurde ich von „Suzume“ gut unterhalten – würde ihn aber stark in die „Style over Substance“-Ecke schieben.
:liquid7:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Sektion 31

Beitrag von freeman » 13.05.2025, 17:59

Sektion 31
Also ich muss zugeben, die Prämisse, einen B-Film im Star-Trek-Universum zu zünden, fand ich net verkehrt. Blöderweise hat in dem Universum keiner eine Ahnung, wie ein B-Film auszusehen hat. Entsprechend killen die sexfeindlichen Macher die Sexbombe als erstes - freilich unblutig. So müssen B-Filme eben sein: Frei von Sex und Gewalt. :lol: Aber auch der Rest funktioniert kein Stück. Die Figuren verhalten und reden total kindisch daher, die Story ist selbst für Star-Trek-Verhältnisse brutal ausgelutscht und irgendwie zieht nicht einmal Michelle Yeoh, die den Tinnef sogar produzierte, so richtig vom Leder. Am Ende blitzt es ne Menge, Funken sprühen und irgendwo steigt immer Rauch auf, passieren tut aber nix. Es reicht nicht mal für ne fette Raumschlacht.
:liquid3:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 113684
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von SFI » 14.05.2025, 04:32

Noch viel zu gut bewertet!
Die affektive Struktur der Klimakrise

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

The Angry Black Girl And Her Monster

Beitrag von freeman » 15.05.2025, 20:45

Ach, der Mut muss bei dem mutlosesten aller Franchises auch mal belohnt werden. :lol: :wink:

The Angry Black Girl And Her Monster
Woke Shit par excellance. Thomas Alva Edison wird zum Nullchecker erklärt, Kolumbus auf Sklavenhandel und Vergewaltigungen reduziert und am Ende sind die Weißen Schuld an einem durchdrehenden Monster, das von Schwarzen „erschaffen“ wurde, sich weitgehend nur gegen sie richtet und weitgehend nur von ebenjenen attackiert wird. Kann man machen, fühlt sich aber eben richtig scheiße an. Dazu kommen miese Darstellerleistungen, eine absolut unsympathische Hauptfigur und Längen über Längen.
:liquid0:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Speak No Evil

Beitrag von freeman » 20.05.2025, 15:07

Speak No Evil
Bei dem Remake habe ich mich tatsächlich gefragt, wer hier warum den Film ursprünglich remaken wollte und ob er das Original überhaupt verstanden hat. Dem werden in der Amiversion schon heftigst alle Zähne gezogen. Wo das Original unfassbar unbequem anzuschauen war, setzt das Remake auf langweilige Klischees – und die auch nur in der entschärftesten Version. James McAvoy liefert ab, der Rest des Castes agiert eher so lala. Wenn der Film dann anfängt, plötzlich den Fokus auf die Kinder zu legen, ahnt man schon, wie krass vermutlich das Ende seines Nihilismus' beraubt wird. Und genauso kommt es auch. Ein toppenödes Actionthriller-Finish schmeißt einen hier ungläubig aus dem Film. Mehr kann man ein Remake kaum vergurken und den Sinn von Remakes ad absurdum führen. Denn was nützt ein Remake, dem alles abgeht, was das Original ausmacht?
:liquid2:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Clifford der große rote Hund

Beitrag von freeman » 22.05.2025, 18:40

Clifford der große rote Hund
In meinen Augen ein hübsch in Szene gesetzter Fantasy-Streifen für die ganz Kleinen, mit herzigem und gut getrickstem Doggo-Helden in XXL, charmanten Darstellern und einer insgesamt funktionalen, immer mal wieder ins Banale reichenden Story, die sich zwar auf allzu vertrauten Pfaden bewegt und trotzdem effektiv gegen Ausgrenzung sowie für das Anderssein stark macht.
:liquid6:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Studio 666

Beitrag von freeman » 25.05.2025, 20:48

Studio 666
Die Foo Fighters wollen ein neues Album aufnehmen. Sie mieten sich in einem Haus mit mysteriöser Vergangenheit und mörderischem Sound ein und legen mit ihren Sessions los. Blöderweise ist da was Böses in dem Haus unterwegs, ergreift Besitz von Dave Grohl und sorgt dafür, dass die Bandstärke rapide abnimmt. Dabei scheinen sich die Foos einen Wettstreit zu liefern, wer denn am derbsten abtritt. Mit feinsten Handmade-Effekten wird hier rumgematscht, dass es ab und an richtig scheppert. Leider ist der Film insgesamt arg lang und die Suche nach dem perfekten Ende für einen satanisch geilen Song ist für den Zuschauer irgendwann so nervig wie für die Protagonisten tödlich. Trotzdem ein netter Abzählreim, bei dem die Band krasse Selbstironie beweist.
:liquid6:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Claws

Beitrag von freeman » 28.05.2025, 16:27

Claws
Liegt bei Prime in thailändischer Originalsprache und zeitlich übel versetzter deutscher Untertitelung herum, bei der ein "What the Fuck" mal eben mit "1. Hilfe" übersetzt wird. :lol: Film selber ist profaner Creature-Feature-Horror mit üblen Figuren, die zu Beginn in irgendeinen Wald fahren, um hier ein Picknick oder was auch immer zu veranstalten und dabei die Wege eines Bären kreuzen. Der hat allen Grund auf die Menschheit wütend zu sein und lässt seinen Gefühlen freien Lauf. Die Figuren gehen einem mit ihrer sackgängerischen (vermeintlichen) Coolness und ihrem Instagram-Look gewaltig auf den Sack :wink: und sind einem kackegal. Der Bär sieht leider auch komplett scheiße aus und kommt durchweg aus dem Rechner. Trotzdem drückt man ihm die Daumen. Das Abräumen ist unspektakulär und doof. Viele vermeintliche Opfer tauchen später auch einfach wieder auf, nur um nochmal zu verrecken. Die besten Szenen gehören aber einem menschlichen Fieswicht, der gegen Ende einen erstaunlichen Terrorpart in den Film hineinträgt. Retten kann das den Streifen aber nicht mehr.
:liquid3:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Anora

Beitrag von freeman » 10.06.2025, 17:35

Anora
Auf den hatte ich mich wirklich gefreut. Als er dann nach viel zu langen 140 Minuten endlich zu Ende war, war ich doch verblüfft, was für inhaltsfreie Werke heute so den Oscar abgreifen. Zu Beginn ist noch alles in Ordnung. Alle paar Minuten zieht die ebenfalls Oscar-geehrte Hauptdarstellerin als Escort blank und der turboaggressive Lebensstil ihres Freiers regt einen so auf, dass man immer in der etwas anderen „Pretty Woman“-Variante drin bleibt. Doch nach 45 Minuten verschwindet eine der Hauptfiguren und den Rest des Filmes wird einfach nach ihm gesucht. Das ist brutal repetitiv und präsentiert obendrein nur noch Charaktere, die sich gegenseitig anschreien. Erst schreit einer, dann zwei, dann drei, das Geschrei des nächsten wird untertitelt. Der Zuschauer wird nun nur noch angeschrien. Ich musste in diesem Abschnitt alle 10 Minuten pausieren, weil mir das Hirn kreiste / ich spürte, wie ich Kopfschmerzen bekam. Aber ich blieb dran, weil es musste ja noch irgendwas passieren! IRGENDWAS...! Immerhin hat der Film mehrere Oscars abgegriffen...! Abspann... :lol:
:liquid4:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
Sir Jay
Palmenkicker
Palmenkicker
Beiträge: 11979
Registriert: 12.06.2006, 13:30
Wohnort: Bei den Pflasterkackern

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von Sir Jay » 11.06.2025, 16:22

also ich mochte den - fand ihn sehr charmant und witzig - ich hätte aber auch lieber andere filme den oscar einheimsen gesehen - das road house remake z.B. :lol:

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

MadS – Im Rausch der Nacht

Beitrag von freeman » 11.06.2025, 17:44

Charmant kommt mir da jetzt nicht zwingend in den Sinn. Schon das Gerammel von IHM war ja die Antithese von charamant :lol:

MadS – Im Rausch der Nacht
Ein junger Mann nimmt eine neuartige Droge und bricht auf, um seinen Geburtstag zu feiern. Er sammelt eine seltsam gekleidete Frau auf, die sich auf seinem Beifahrersitz ersticht... Das ist nur der Anfang eines wahrlich infernalischen Abends, der als absolut überzeugender One Take gereicht wird und einem dank genialen Sounds und Soundtracks tief in seine Welt einsaugt. Die wechselt dreimal gekonnt den Blickwinkel (auch hier ohne irgendeinen Schnitt) und macht so die anfangs simple Story immer größer. Ein paar Erklärungen mehr wären sicherlich schön gewesen, so kann man aber die Synapsen auch nach dem französischen Horrorfilm noch ein wenig glühen lassen. Eigenwillig, macht aber Spaß!
:liquid7:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
StS
Actioncrew
Actioncrew
Beiträge: 30929
Registriert: 04.10.2005, 21:43
Wohnort: Harsh Realm, Hannover

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von StS » 11.06.2025, 17:52

Ich mochte den ebenfalls (OmeU im Kino).
Klasse auch, dass es wirklich mal ein One-Take-Dreh war... nicht so wie bei Streifen wie "One Shot" und Co.

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Der Admiral: Tödliche See

Beitrag von freeman » 01.07.2025, 18:06

Der Admiral: Tödliche See
Der japanische Kaiser befiehlt auf dem Sterbebett, dass sich seine Truppen aus Korea zurückziehen sollen. Doch Admiral Yi traut dem Braten nicht. Und er will seinen ermordeten Sohn rächen. In den ersten nicht sonderlich begeisternden 60 Minuten erleben wir nun mit, wie Ränke geschmiedet und Bündnisse beschlossen werden. Jede Partei bekommt eine grobe Motivation mit. Tja, und dann heißt es einfach mal so 90 Minuten lang: SEESCHLACHT! Mehr als 300 Schiffe wurden bei der bebilderten Schlacht versenkt, 20000 Menschen fanden den Tod. „Der Admiral 3“ findet dafür gewaltige Spektakelbilder, wie man sie schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat (okay, außer in „Der Admiral 2“ :-). Tricktechnisch sieht das sauber aus. Das Swordplay auf Nachbauten macht fast noch mehr Spaß und liefert auch dank epischer One Shots ein weiteres Mehr an Action.

Blöderweise verliert man irgendwann den Überblick, wer hier gerade kämpft. Denn die Geschichte will es, dass hier mehrere Flottenverbände aufeinandertreffen. Das macht es teils schwer, zu erkennen, wessen Leute da gerade onscreen abgeschlachtet werden. Das Hauptproblem: Während ich bei „Der Admiral“ keinerlei Probleme hatte, mit dem Hauptcharakter zu bonden, wurde das bereits in Teil zwei schwieriger. Teil 3 setzt da nochmal einen drauf und präsentiert einen emotional total unzugänglichen Helden, der irgendwann einfach nur noch aufschreibt, was er sagen will, woraufhin der ihm gegenüberstehende Gesprächspartner ebenfalls den Pinsel ergreift und schreibt! Seltsam. Trotzdem: Ne Menge Spektakel mit fettem Pathos, dem aber das gewisse Etwas fehlt. SEESCHLACHT alleine reicht net :lol: .
:liquid6:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
SFI
Expendable
Expendable
Beiträge: 113684
Registriert: 09.08.2004, 07:58
Wohnort: PFALZ
Kontaktdaten:

Re: Filmtagebuch: freeman

Beitrag von SFI » 02.07.2025, 05:15

So gings mir schon beim Erstling. Zudem, Schildkrötenschiffe sehen imo einfach bescheiden aus, wie so ein selbstgebauter Bollerwagen. Ihnen fehlt einfach alles, was eine Piraten Brigg steil macht.
Die affektive Struktur der Klimakrise

„Fate: Protects fools, little children and ships named Enterprise.“

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Monsternado

Beitrag von freeman » 22.07.2025, 18:21

Monsternado
Man ist als „-nado“-Fan ja schon ganz schlimme Grütze gewohnt, aber „Monsternado“ setzt da noch einmal amtlich einen drauf. Wasserhosen spucken hier regelmäßig verschiedene Monstren aus. Manche kann man nicht zuordnen, andere sind simple Haie, Krokodile oder Kraken. Alles sieht turbobeschissen aus und mündet in total kaputte Szenen, in denen Reporter zwei Meter vom Monsternado entfernt stehen und mühelos labern. Physik? Anyone? Die Handlung drumherum ist der letzte Bockmist mit einem weinerlichen Heldenarschloch, das einem 90 Minuten lang auf den Eiern rumtanzt. Alle spielen hier brutal schlecht, sehen durch die Bank seltsam hässlich aus und die deutsche Synchro könnte übler kaum sein. Highlight ist, dass wieder amtliche Weltenrettungspläne entwickelt werden, es am Ende aber reicht, ein paar Jets mit Raketen loszuschicken. Man könnte fast meinen, der Film müsse von The Asylum sein, aber hey, andere können es genauso schlecht.
:liquid0:

In diesem Sinne:
freeman

Benutzeravatar
freeman
Expendable
Expendable
Beiträge: 64543
Registriert: 12.12.2004, 23:43
Wohnort: Rötha

Code Red

Beitrag von freeman » 23.07.2025, 16:45

Code Red
„Re-Kill“, „Bullets of Justice“ oder „Kill 'em all 2“, Valerie Milev hat bei mir noch nie falsch gelegen. Entsprechend enthusiasmiert griff ich zu, als ich Milevs Regiedebüt „Code Red“ in der Wühlkiste meines örtlichen Saturns entdeckte. Der haut vor allem zu Beginn amtlich einen raus, wenn Milev die Schlacht um Stalingrad leicht umdeutet. Köpfe und Menschlein platzen, Soldaten werden halbiert, Bajonette in Gesichter getrieben. Überall knallt und kracht es. Dazu Dialog-Bonmots wie „Stalin war Hitler bei der Züchtung von Supersoldaten schon immer voraus!“ Ein Traum.

Danach wird’s deutlich generischer. Es wird aber schon offenkundig, das Milev Action geil findet und sie ultradynmisch inszeniert. Die Kamera kreist, zittert, rast auf Sachen zu und von ihnen weg, wird Darstellern vor die Brust geschnallt und und und. Und Milev mag es handgemacht suppend. Dazu erstaunlich coole Zombie-Make-ups und ein insgesamt hohes Tempo. Die Story kommt da aber leider nie mit und die Figuren sind einem reichlich Rille. Trotzdem: Für das, was „Code Red“ ist, ein B-Zombie-Streifen, ist er angenehm unterhaltsam geraten. Plus Großeinsatzes der bulgarischen Armee, die mit ihren MTWs durch Mauern bricht und Autos platt macht.
:liquid6:

In diesem Sinne:
freeman

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 5 Gäste